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Wochenend-Geheimtipps im Saarland

Der Regierungsbunker unter dem Hochwald-Gymnasium (Teil 6)

Dass man im Saarland gut Essen und Trinken gehen kann, hat sich bereits herumgesprochen. Das kleinste Bundesland in Deutschland bietet aber auch tolle Möglichkeiten für den Wochenendausflug. business-on.de stellt 10 Geheimtipps vor.

Beim Fall der Berliner Mauer hatte der Kalte Krieg schon viel von seiner Eiseskälte verloren. »Ronnie« und »Gorbi«, die Kosenamen der damaligen Politgeneräle, klingen wie »Fix und Foxi« und nicht wie Krieg.

Das sah in den 1950ern und 1960ern noch anders aus. Die Möglichkeit eines atomaren Erstschlags war politische Realität, und so wurden weitreichende Vorsorgemaßnahmen ergriffen. Auch im damaligen Saargebiet wollte man für den Ernstfall gewappnet sein.

BUCHEMPFEHLUNG:

In den 50er Jahren wurde in den Homburger Schlossberghöhlen mit dem Bau eines Atombunkers begonnen, der aber nicht über das Anfangsstadium hinauskam. 1960 stellte das Saarland der Bundesregierung Planungen für einen neuen Bunker vor, 1967 begannen die Bauarbeiten.

Nach dem Vorbild des Atombunkers der Bundesregierung bei Ahrweiler wurde in der Nähe von Wadern eine riesige Röhre mit mehreren seitlichen Abgängen in den Berg getrieben. Glücklicherweise sah man irgendwann die Sinnlosigkeit des Unterfangens ein, sodass bis zum Baustopp im Jahr 1977 »nur« zwölf Millionen Mark an Steuergeldern in den Sandstein gesetzt wurden.

Da die Regierung auch die Kosten für den Rückbau sparen wollte, kann man heute Teile der Bunkeranlage besichtigen, und zwar über einen Zugang im nahe gelegenen Hochwald-Gymnasium.

Von dort gelangt man in eine der insgesamt drei Bunkeranlagen. Die anderen beiden befinden sich in der Nähe des Schlosses Dagstuhl und sind aufgrund ihres mangelhaften Zustands nicht mehr begehbar.
Im Bunker unter der Schule ist noch alles an seinem Platz und gut in Schuss: der Fernschreiber, eine Notbelüftungsanlage, Schlafplätze, Dekontaminationsduschen und ein Filterbecken, das die heiße, radioaktiv verseuchte Luft auf Normaltemperatur herunterkühlen sollte.

Die engen Räume sind nichts für klaustrophobisch Veranlagte, aber man bekommt einen nachhaltigen Eindruck von den irrwitzigen Auswüchsen der atomaren Aufrüstung. Noch bis November 1993 wurde die Bunkertechnik von einem Mitarbeiter des Innenministeriums penibel kontrolliert. Heute werden die Räume für den gymnasialen Geschichtsunterricht genutzt.

Adresse Am Kaisergarten 1, Wadern | ÖPNV Bus 216, Haltestelle Wadern/Gymnasium | Pkw A1, Abfahrt Primstal, in Dagstuhl rechts ab in die Bahnhofstraße, später Am Hals. Im Kreisel links | Öffnungszeiten Auf Anfrage im Sekretariat (Tel. 06871/9026-0) | Tipp Schloss Dagstuhl (ist auch der Straßenname) wurde im 18. Jahrhundert als Familiensitz des Grafen von Öttingen-Soetern-Hohenbaldern errichtet.

(Emons Verlag)


 


 

Atombunker
Ausweichssitz der Landesregierung
Hochwaldgymnasium
Saarland

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