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ITB 2011

Spanien und Türkei schon fast ausgebucht

Die Deutschen planen Ihren Urlaub wieder im Voraus. Reiseländer wie Spanien oder die Türkei sind an Ostern schon so gut wie ausgebucht. Im Sommer können sich viele auch vorstellen, wieder nach Ägypten oder Tunesien zu reisen. Die Tourismusbranche geht von einem Rekordjahr aus.

Trotz Luftverkehrssteuer, Ölpreis und Inflation: Wenn keine unvorhersehbaren Ereignisse passieren, wird 2011 das bisher beste Jahr für die Tourismusindustrie. Darin sind sich die verantwortlichen Touristiker auf der ITB in Berlin einig.

Die Vorausbuchungen liegen deutlich über dem Vorjahr, selbst für die Krisenländer Ägypten und Tunesien näherten sich die Buchungen bereits wieder dem "normalen Niveau", erklärt der Chef des Deutschen ReiseVerbands (DRV), Jürgen Büchy, gegenüber pressetext. Und Klaus Laepple, der oberste Boss der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) sekundiert: "Wachstum ist nicht gottgegeben, aber dieses Jahr wird ein Rekordjahr."

Die von den politischen Umwälzungen im arabischen Raum schwer betroffenen Länder Ägypten, 2012 Partnerland der ITB, und Tunesien brauchen in diesen Tagen besonderen Zuspruch. Ein Journalist aus Jordanien bettelt auf der ITB-Eröffnungspressekonferenz um eine Botschaft für die arabischen Länder. Büchy kommt auf den Punkt: "Der friedliche Umbruch hat bei den Deutschen sehr viel Sympathie erzeugt. Die Tourismusbranche unterstützt die Erholung der arabischen Tourismusmärkte daher nachdrücklich." Alle Flüge finden wieder statt. Die Region sei wieder sicher, die Preise attraktiv. Auch das Außenamt habe das geprüft, alles kehre wieder zur Normalität zurück, so Büchy.

2011 wird kein Last-Minute-Jahr

Trotz der ausgesprochen hohen Erwartungen für die laufende Buchungssaison präsentierten sich die Spitzenmanager der Deutschen Tourismusindustrie nobel zurückhaltend. Laepple, das Gesicht des Deutschland-Tourismus, trug die Zahlen des Jahres 2010 - zweistellige Zuwächse in vielen Bereichen gegenüber dem Krisenjahr 2009 - emotionslos vor. Für 2011 erwartet seine Organisation erstmals 400 Mio. Nächtigungen und 200 Mio. Passagiere auf Deutschlands Flughäfen. Vor allem die großen Städte profitieren vom Boom, wie Berlin (21 Mio.) und Hamburg (neun Mio. Nächtigungen). Auch das Geschäft der Reiseveranstalter brummt wieder ordentlich: "2011 wird sicher kein Last-Minute-Jahr", betont Büchy.

Wachstum gibt es in allen Bereichen: im Flugverkehr (plus fünf Prozent Passagiere), bei Autoreisen (plus acht Prozent), bei Bahn und Bus ebenso wie bei Geschäftsreisen und Kreuzfahrten (plus acht Prozent). Und noch eine gute Nachricht: Deutschland bleibt bei den Deutschen weiter das Reiseland Nr. 1. Die Prognosen für 2011 stehen daher weiter auf Aufschwung, sagt Laepple. Er rechnet mit einem neuerlichen Plus, "wenn wir nicht wieder unliebsame Überraschungen wie eine Aschewolke oder zusätzliche Steuerbelastungen erleben". Die Branche sei konjunktursensibel und daher sehr abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und dem Arbeitsmarkt. Es komme darauf an, wie nachhaltig sich das Konsumklima verbessert, so Laepple.

Weniger Ertrag pro Gast die Regel

Einziger Wermutstropfen: Gegenüber der Hotellerie und den Reiseveranstaltern kann die Gastronomie bisher nicht an die guten Umsatzwerte früherer Jahre anknüpfen. Auch die Erholung der Geschäftsreisen wird nicht zu einem Umsatzniveau von vor der Krise führen. "Verkehrs- und Beherbergungsbetriebe werden wohl mehr Gäste zählen, aber pro Gast weniger Geld als vor der Krise verdienen", sagt Laepple. Als Trend sehen die Touristiker in Berlin Städte- und Kulturreisen, hinzu kommen Wellness- und Gesundheitsangebote, die immer mehr Zulauf finden. Das Thema Nachhaltigkeit wird ingesamt wichtiger, bei Privatreisen genauso wie im Geschäfts- und Veranstaltungsmarkt.

Weitere Messehalle bis 2014

Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin, lieferte die Zahlen zur ITB: 11.163 Aussteller aus 188 Ländern - und damit ausgebucht. Die Messe sei aufgrund ihrer Größe und Komplexität nur noch schwer überschaubar, sagt der Messechef und versucht, die fünf Schwerpunktthemen herauszuarbeiten. (1) Travel Technology & Mobile Travel Services als Innovationstreiber, (2) Gay & Lesbian Travel als Nischenprodukte, (3) die ungebremste Nachfrage nach noch mehr Ausstellungsflächen aus allen Kontinenten, der bis 2014 zum Bau einer weiteren Halle führt, (4) der Corporate Social Responsibility (CSR) Day mit zwei Ministergipfeln und (5) schließlich der ITB-Kongress als der internationale Branchentreffpunkt schlechthin.

Partnerland Polen

Dass Polen in diesem Jahr ITB Partnerland ist, ging bei der Eröffnungspressekonferenz nahezu unter. Ein blasser Minister für Sport und Tourismus, Adman Giersz, der kein Deutsch spricht und Statistiken vom Blatt liest, erwartet zur Fußballeuropameisterschaft 2012 eine Million zusätzliche Touristen, allerdings nur zum Teil aus Deutschland. Und dies, obwohl Deutschland mit 4,1 Mio. Besuchern allein im abgelaufenen Jahr 2010 für das Land wichtigster Quellmarkt ist. Insgesamt waren es 12,4 Mio. ausländische Touristen. Immerhin wurde dann doch noch bekannt, dass Polen sein neues EM-Nationalstadium am 6. September eröffnet - mit einem Freundschaftsspiel gegen Deutschland. (Ende)

(Redaktion)


 


 

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