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Jahresbericht 2012

Sparkasse veröffentlicht neuen Tourismusbarometer Saarland

Seit acht Jahren werden im Sparkassen-Tourismusbarometer branchenbezogene Analysen und Impulse, Konjunkturdaten und Markttrends für die Tourismuswirtschaft zusammengefasst. Touristiker, Politik, Verwaltung und Sparkassen können so auf einen umfassenden Bericht zurückgreifen, der das Saarland auch in den Wettbewerb mit anderen Bundesländern stellt. Der aktuelle Jahresbericht 2012 wurde nun offiziell von Franz Josef Schumann vorgestellt.

Die Studie, die in der aktuell präsentierten Fassung das Tourismusjahr 2011 beleuchtet, wurde von der Sparkassen-Finanzgruppe und dem Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben.

Franz Josef Schumann, Präsident des Sparkassenverbandes Saar und Gastgeber der Veranstaltung erklärte vor fast 200 interessierten Besuchern: „Der demografische Wandel hat das Saarland bereits getroffen, die Auswirkungen werden immer deutlicher sichtbar. Hierauf müssen sich alle einrichten – Sparkassen genauso wie Tourismusbetriebe.“

Die Mitgliedsinstitute der Sparkassen-Finanzgruppe Saar sähen in der anstehenden Entwicklung durchaus auch Chancen. So sollten es auch die Touristiker auffassen, denn eine starke Tourismusbranche sei elementar wichtig für das Saarland, so Schumann weiter.

Auch Wirtschaftsminister Heiko Maas betonte in seiner Ansprache die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für das Saarland. Die bereits heute erzielten Bruttoumsätze von 1,3 Mrd. € sollen durch künftige Zuschüsse des Wirtschaftsministeriums in öffentliche touristische Infrastrukturen sowie private Investitionen und ein professionelles Marketing weiter erhöht werden.

So beträgt der Mittelansatz für das Jahr 2013 rd. 13 Mio. €. Weitere Schwerpunkte setzt das Land in Sachen „Qualität“ z.B. beim Einsatz von Tourismuslotsen zur Beratung von Betrieben im Gastgewerbe und bei der finanziellen Unterstützung der Qualitäts- und Schulungsmaßnahme „ServiceQualität Deutschland im Saarland“.

22 Betriebe erhalten Service-Zertifikat

Minister Heiko Maas konnte das begehrte Qualitätszertifikat im Rahmen der Barometer-Präsentation an 22 Betriebe aushändigen: „Mit einer herausragenden  Qualität können wir viel erreichen. Zufriedene Kunden sind gleichzeitig die Kunden von morgen und sie tragen die positiven Erfahrungen weiter. Zur Kundenzufriedenheit wird auch der „Mängeldetektiv“ beitragen, eine App, die es dem Wanderer oder Radfahrer ermöglicht, Mängel an den Rad- oder Wanderwegen direkt an die Tourismus Zentrale Saarland zu melden. Mit diesem innovativen Projekt gewann die TZS den Deutschen Tourismuspreis 2012“.

Als erfolgreiche Analyse aus dem Barometer ist für das Saarland zu werten, dass im Jahr 2011 mit 2,33 Mio. Gästen und einem Plus von 4,6 % gegenüber dem Vorjahr so viele Übernachtungsgäste gezählt wurden, wie nie zuvor. Die positiven Zahlen der Jahre 2010 und 2011, die in der Entwicklung über dem Bundestrend lagen, werden von Januar bis September 2012 wieder etwas relativiert: Hier liegt die Differenz mit einem Minus von 1,9 % bei den Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unter dem Bundesdurchschnitt.

Erfreulich zu sehen ist auch die Kapazitätsentwicklung im Beherbergungsgewerbe, vor allem in Hotels, auf Campingplätzen sowie in Vorsorge- und Rehakliniken konnte der Marktanteil ausgebaut werden. Auch die Auslastung entwickelte sich mit der wieder anziehenden Nachfrage seit 2009 positiv.

Schlechte Witterungsbedingungen sorgen für Besucherrückgang

Weniger erfreuliche Zahlen können die Freizeiteinrichtungen, die sogenannten „Wetterstationen“, vorweisen. Ein niedrigeres Besucherniveau wurde vor allem in den Sommermonaten Mai bis August deutlich, da viele Outdoor-Angebote mit den schlechten Witterungsbedingungen in dieser Zeit zu kämpfen und folglich keine Chance hatten, das Besucherniveau zu halten.

Das saarländische Gaststättengewerbe konnte die Umsätze steigern, hingegen musste das Beherbergungsgewerbe nach einem deutlichen Plus im Jahr 2010 nun leichte Umsatzrückgänge hinnehmen. In beiden Bereichen stieg allerdings die Beschäftigtenzahl, insgesamt um 2 %.

Der demografische Wandel

Als jährliches Branchenthema wurde die „Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Saarlandtourismus in Zeiten des demografischen Wandels“ beleuchtet. Danach verliert das Saarland bis 2025 jeden zehnten Einwohner. Gleichzeitig steigt die Einwohnerzahl in den wichtigsten ausländischen Quellmärkten für das Saarland, den BeNeLux-Staaten, an. Ältere Gäste und Arbeitnehmer bestimmen zunehmend das Bild.

Die Ausgangslage im Hinblick auf das Arbeitskräftepotenzial ist für das Saarland ernüchternd: Alle Kommunalverbände werden bis 2025 mit zweistelligen Rückgängen der Erwerbsfähigen zu kämpfen haben. Das Durchschnittsalter der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im saarländischen Gastgewerbe steigt deutlich an. Zusätzliche Stellen entstehen vor allem für geringfügig entlohnte Beschäftigte.

Die Qualitätssicherung der Dienstleistungen hat somit besondere Bedeutung, zumal der „weiche“ Faktor Personal maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit des Reiselandes Saarland beiträgt. Neue Anreizsysteme bei Weiterbildung, Arbeitszeitregelung, Gehalt und Kinderbetreuung müssen entwickelt werden. Investitionen in das Personalmanagement und ein Paradigmenwechsel hin zu einer ganzheitlichen Personalpolitik sind erforderlich.

Rückläufige Schülerzahlen werden dafür sorgen, dass die Azubizahlen sinken werden und immer weniger Bewerber der steigenden Zahl an Ausbildungsstellen im Tourismus gegenüber stehen. Übergreifende und zeitgemäße Imagekampagnen sowie innovative einzelbetriebliche Maßnahmen sind im Kampf um Nachwuchskräfte zukünftig erfolgsentscheidend.

Tagesausflüge werden zunehmen

In der touristischen Angebotsgestaltung und Vermarktung sind zukünftig kleinere Haushalte und weniger Familien mit mehr als einem Kind zu berücksichtigen. Da die Einkommensunterschiede in der Bevölkerung weiter zunehmen werden, ist eine stärkere Differenzierung der touristischen Angebote erforderlich.

An Bedeutung zunehmen werden die Tagesgäste. Eine Modellrechnung auf Basis des demografischen Wandels ergibt für das Saarland ein Potenzial von 26,2 Millionen Tagesausflügen im Jahr 2025, was einem Zuwachs von 4,8 % gegenüber 2006 entspricht. Motoren der zukünftigen Dynamik werden ausschließlich die Altersgruppen ab 55 Jahren sein. Der steigenden Bedeutung der Tagesausflüge für das Saarland sollte mit aktiver Vermarktung Rechnung getragen werden.

Die touristischen Akteure im Saarland dürfen den demografischen Wandel nicht ignorieren. Im Mittelpunkt sämtlicher Handlungsfelder und Maßnahmen muss die Auseinandersetzung mit den Konsequenzen stehen. Die übergeordneten Ziele für das Saarland lauten:

  • Potenziale aus der Nachfrageentwicklung nutzen und touristisches Angebot an Veränderungen anpassen.
  • Risiken bei den Auswirkungen auf den touristischen Arbeitsmarkt minimieren.

(Quelle: saarland.de)


 


 

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