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Magpie Polymers

Start-up aus Frankreich macht aus Abwasser Gold

Wissenschaftlern des französischen Start-ups Magpie Polymers ist es gelungen, Edelmetalle effizient aus Industrieabwässern zu filtern. Dazu nutzen sie Filter aus Polymer-Kügelchen, die sich mit den Metallen selektiv verbinden. Derzeit arbeitet man an einer Verbesserung der Technik, um später auch schwer zu beseitigende Verunreinigungen mit giftigen Metallen zu entfernen. In mehreren europäischen Unternehmen ist die Magpie-Polymer-Technologie bereits im Einsatz.

Effizienter als Konkurrenz

"Unsere weißen Polymerperlen, die einen Durchmesser von 0,5 bis einem Milimeter haben,können pro Liter rund 50 bis 100 Gramm an Gold, Palladium, Platin oder Rhodium aufnehmen. Die Technologie ist dabei selektiver und effizienter als bisherige Verfahren. Wir können gezielt Edelmetalle aus Abwässern holen, die auch andere Metalle enthalten. Es bleibt maximal ein Milligramm des gefilterten Metalls pro Liter im gefilterten Abwasser. Das ist bedeutend weniger als bei herkömmlichen Verfahren. Firmen, die schon bisher Edelmetalle aus ihren Abwässern gefiltert haben, verdienen mit unserem effizienteren Verfahren Geld", sagt Magpie-Mitgründer Etienne Almoric.

Magpie arbeitet derzeit hauptsächlich mit Unternehmen aus der Metall-Raffination zusammen, will sein neues Verfahren aber längerfristig auch in den Bereichen Oberflächenbearbeitung und Bergbau etablieren, wo ebenfalls Edelmetalle aus Abwässern gewonnen werden.

"Wir werden keine bestehenden Verfahren ersetzen, können mit unserer Effizienz aber eine willkommene Ergänzung sein", so Almoric. Bei steigenden Rohstoffpreisen zählt jedes Gramm an verschwendetem Edelmetall.

Die 50 bis 100 Gramm, die ein Liter Polymer aufnehmen können, haben einen Wert von 3.000 bis 5.000 Euro, allerdings dauert es je nach Ausgangskonzentration sehr lange, bis der Filter voll ist. Da die Mengen an Edelmetallen in den Abwässern sehr gering sind, war es bisher nicht möglich, die Edelmetalle so effizient herauszufiltern.

Giftige Metalle

Neben dem Einsatz als Filter für wertvolle Metalle ist auch ein Einsatz zum Beseitigen von Verunreinigungen mit giftigen Metallen möglich.

"Die selektiven Polymere erlauben nicht nur eine Anpassung an die individuelle Abwasserzusammensetzung, sondern auch einen Einsatz als Filter für Blei, Quecksilber, Kupfer oder Uran. Auch hier ist die Selektivität unserer Methode der größte Vorteil. Bei komplexen Trennvorgängen, etwa wenn die Gifte in Form von Komplexen vorliegen, ist unsere Technologie besser, als bekannte Vorgehensweisen. In der Entgiftung werden die Polymere aber noch nicht produktiv eingesetzt", so Almoric.

Die Technologie soll weiterhin verbessert und weiterentwickelt werden, um maßgeschneiderte Lösungen für die Probleme jedes Unternehmens, das Abwässer nach Metallen filtert, zu finden.

Entwickelt wurde das Verfahren an der renommierten Ecole Polytechnique. Magpie hat sechs Mitarbeiter. Vor kurzem haben die Eigentümer eine halbe Mio. Euro an Kapital von französischen Banken und dem Stahl-Konzern ArcelorMittal eingesammelt. In vier Jahren soll der Jahresumsatz bereits 15 Mio. Euro betragen.

Eine Filterung von Meerwasser, das ja auch Spuren von Edelmetallen enthält, ist auch mit der neuen Technologie nicht wirtschaftlich.
"Die Konzentrationen sind 1000 bis eine Mio. Mal geringer als jene, mit denen wir derzeit arbeiten", erklärt Almoric.

(Redaktion)


 


 

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