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Matarialforschung

Saar-Forscher teilen Wissen mit Unternehmen der Großregion

Im Rahmen eines Workshops der Saar-Uni und des Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren haben Unternehmen der Großregion die Möglichkeit, sich über die neuesten Erkenntnisse der Materialforschung zu informieren. Der Workshop findet am 3. und 4. April in Saarbrücken statt.

Die Materialwissenschaft ist nicht allein an der Universität des Saarlandes ein Forschungsschwerpunkt. Auch in Lothringen, Luxemburg und Wallonien analysieren Wissenschaftler komplexe Werkstoffe und entwickeln neue Materialien.

Rund um die Stahl- und die Automobilindustrie gibt es in der Großregion außerdem viele kleine und mittelständische Unternehmen, die sich mit anspruchsvollen Bauteilen und Nanobeschichtungen im weltweiten Wettbewerb behaupten.

Mit Unterstützung der Europäischen Union wollen sich die Materialforscher jetzt grenzüberschreitend mit diesen Unternehmen vernetzen.  Im Rahmen des Interreg-Programms erhält das IntermatGR-Netzwerk dafür 1,2 Millionen Euro.

Bei einem Workshop an der Universität des Saarlandes und dem Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren werden sich Materialforscher und Unternehmen aus der Großregion am 3. und 4. April über 3-D-Analysetechniken und die zerstörungsfreie Prüfung von Werkstoffen austauschen.

Deutsche Exportgüter überzeugen mit innovativen Werkstoffen

„Im Saarland und der benachbarten Großregion gibt es viele kleine und mittelgroße Unternehmen, die maßgeschneiderte Werkstoffe für die Industrie entwickeln. Sie haben jedoch häufig keine eigenen Entwicklungsabteilungen und teuren Laborgeräte“, sagt Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes.

Sie könnten von dem gebündelten Fachwissen und der vielfältigen Labortechnik in der Großregion profitieren, die an vier Universitäten und mehreren regionalen Clustern der Materialwissenschaft vorhanden ist.

„Wie wir aus einer Studie der Akademie der Technikwissenschaften wissen, sind deutsche Exportgüter zu etwa 70 Prozent besonders deshalb am Weltmarkt erfolgreich, weil sie innovative Werkstoffe nutzen“, ergänzt Frank Mücklich, der in Saarbrücken auch das Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik (MECS) leitet.

Durch eine engere Zusammenarbeit von Materialwissenschaft und Industrie könnten Forschungsergebnisse schneller in Produkte einfließen und Arbeitsplätze in der Großregion geschaffen werden.

Gemeinsame Forschungsprojekte entwickeln

„Wir werden im IntermatGR-Projekt grenzüberschreitend erheben, welche Forschungseinrichtungen und Firmen sich der Werkstofftechnik und der Entwicklung neuer Materialien widmen. Diese wollen wir in unserem Netzwerk zusammenführen, um die fachliche Diskussion anzuregen und neue Wege für innovative Produkte zu beschreiten“, nennt Frank Mücklich sein Ziel.

Über Workshops und Vorträge sollen die Unternehmen die Analysetechniken und Forschungsarbeiten der Materialwissenschaftler kennenlernen.

„Daraus können sich dann gemeinsame Forschungsprojekte entwickeln, bei denen die Unternehmen und auch die wissenschaftlichen Partner gegenseitig von ihren Spezialkenntnissen und den Laborgeräten profitieren, denn nicht jeder Standort kann sich alle Großgeräte leisten“, unterstreicht der Materialforscher.

Aufwendige 3-D-Analysetechnik

Professor Mücklich wird bei dem Workshop in Saarbrücken zum Beispiel die 3-D-Atomsondentomographie vorstellen. Diese rund zwei Millionen Euro teure Analysetechnik gibt es weltweit nur an wenigen Forschungsstandorten.

„Wir bestimmen damit in einem komplizierten Verfahren, das viel Fachwissen erfordert, in welcher Anordnung die Atome in einem Werkstoff vorliegen. Diese Erkenntnisse helfen uns, vorhandene Materialien zu optimieren und neue Werkstoffe zu entwickeln, die dann die gewünschten Eigenschaften wie etwa extreme Härte oder Hitzebeständigkeit aufweisen“, sagt Mücklich.

Bevor ein neuer Werkstoff in die Massenproduktion geht, muss er auf vielfältige Weise getestet und analysiert werden. Auch im Produktionsprozess kommt es auf eine gleichbleibend hohe Qualität der Bauteile an.

Exakte, berührungslose Prüfverfahren

Dafür gibt es heute eine große Bandbreite von zerstörungsfreien Prüfverfahren, zum Beispiel elektro-magnetische und thermografische Verfahren sowie bildgebende Ultraschall- oder röntgentomografische Technologien.

„Die Prüfung erfolgt häufig komplett berührungslos und ohne dass die Bauteile oder die Werkstoffeigenschaften verändert werden. Auf diese Weise lassen sich die produzierten Komponenten voll automatisiert ‚durchleuchten‘, etwa um Risse, unsichtbare Materialfehler oder kleinste Poren aufzuspüren und nachfolgend zu vermeiden“, sagt Professor Bernd Valeske, der das Prüf- und Applikationszentrum sowie das Innovationscluster Automotive Quality Saar am Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren leitet.

Er wird den Unternehmen und Forschern aus der Großregion während des Workshops neueste Untersuchungsmethoden vorstellen, die für den Leicht- und Mischbau in der Automobil- und Flugzeugindustrie interessant sind, aber auch der Metall- und Werkzeugindustrie helfen können.

Das IntermatGR-Projekt

Das von der Europäischen Union mit 1,2 Millionen Euro geförderte Interreg-Projekt der Materialwissenschaft wurde von der Universität der Großregion (UGR) mit initiiert. Es sind daran die Universität des Saarlandes, die Universitäten von Luxemburg und Liège sowie die Université de Lorraine beteiligt.

Außerdem haben sich die werkstofftechnischen Cluster Luxinnovation G.I.E  (Luxemburg), Materialia (Lothringen),  Pole Mecatech ASBL (Wallonien) und der Forschungscampus für Materialien, Prozesse und Qualifizierung caMPlusQ (Saarland) dem Netzwerk angeschlossen. Als strategischer Partner ist zudem der Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes vertreten.

Weitere Informationen: www.intermat-gr.eu

(Quelle: Saar-Uni)


 


 

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