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Mundgeruchstest

Saarbrücker Forscher entwickeln Messverfahren für schlechte Gerüche

Forscher der Saar-Uni haben in Zusammenarbeit mit der Saarbrücker 3S GmbH ein Messverfahren entwickelt, dass objektiv Gerüche bestimmen kann. Besucher der Hannover Messe können das neue Verfahren live testen und den eigenen Mundgeruch bewerten lassen. Für die Lebensmittel-, Kosmetik- oder Automobil-Industrie ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten für diese neue Technologie.

Lebensmittelhersteller können mit dem neuen Messverfahren zum Beispiel Aromen bewerten oder verderbliche Ware erkennen. Kosmetikartikel lassen sich durch die Messungen in immer gleicher Qualität produzieren.

Die 3S GmbH in Saarbrücken hat die Technologie noch weiter entwickelt und zur Marktreife gebracht. Sie stellt das Verfahren vom 23. bis zum 27. April auf dem saarländischen Forschungsstand der Hannover Messe (Halle 2, Stand C 44) vor.

Produkte müssen "gut riechen"

Kunden lassen sich leichter von einem Produkt überzeugen, wenn es gut riecht. Dies gilt nicht nur für Kosmetikartikel wie Taschentücher oder Shampoos, sondern auch für Textilien, Lebensmittel und Autos. Bisher musste die menschliche Nase dafür herhalten, um festzustellen, welche Ware besonders ansprechend duftet.

„Diese Geruchstests sind jedoch aufwändig und teuer, da das menschliche Riechorgan schnell ermüdet. Außerdem belasten sie die menschlichen Tester, wenn es um unangenehme Gerüche geht, etwa von Schweiß oder Fäkalien“, sagt Andreas Schütze, Professor für Messtechnik der Universität des Saarlandes.

Die menschliche Nase sei zudem oft nicht reproduzierbar genug, da die Geruchswahrnehmung des Menschen etwa von der „Tagesform“ oder der zuvor aufgenommenen Nahrung abhängt. Damit lässt sich zum Beispiel schwer feststellen, ob eine bestimmte Automarke immer den gleichen „Neuwagengeruch“ aufweist.

Die Saarbrücker Forscher haben daher zusammen mit der 3S GmbH ein Messverfahren entwickelt, mit dem man Gerüche objektiv bewerten kann. Die Geruchsproben kommen dafür in eine Testkammer. Ihre Ausdünstungen werden abgesaugt und an empfindlichen Gassensoren vorbeigeführt.

Die modulare 3S-Toolbox

Die erfassten Daten werden dann mit Geruchsmustern verglichen, die in Versuchsreihen von menschlichen Testpersonen bewertet wurden. Dabei riechen die Tester an einem Produkt und bewerten auf einer Skala von eins bis fünf, wie stark ihre subjektive Geruchs-Schmerzgrenze überschritten wird. Sie verwenden dafür auch qualitativ unterschiedliche Kriterien, zum Beispiel, ob etwas süßlich oder stechend riecht.

„Wir vergleichen diese Ergebnisse von Testpersonen mit den Mustern der Sensor-Messungen und können so bestimmen, ob ein Produkt für den Menschen angenehm duftet oder eben besonders unangenehm stinkt“, erläutert Thorsten Conrad von der 3S GmbH, einer Ausgründung der Universität des Saarlandes, die die Technologie marktgerecht zu entsprechenden Geräten weiterentwickelt hat und diese nun vertreibt.

In verschiedenen Projekten mit der Schuh- und Strumpfindustrie sowie Aroma- und Lebensmittelfirmen hat die Messtechnik bereits den Praxistest bestanden. Derzeit erforschen die Saarbrücker Wissenschaftler und Ingenieure der 3S GmbH außerdem neue Methoden, um den Entwicklungsaufwand für individuelle Messreihen und kundenspezifische Geräte zu reduzieren.

„Wir wollen die Gassensoren, ihre Betriebsweise und die Signalauswertung im Sinne eines Baukastens – unserer modularen 3S-Toolbox – so aufeinander abstimmen, dass wir unseren Kunden schnell und kosteneffizient eine Qualitätsbewertung ihrer jeweiligen Geruchsproben anbieten können“, sagt Thorsten Conrad.

Im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) wird diese Zusammenarbeit vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit rund 300.000 Euro gefördert. Der industrielle Partner 3S GmbH steuert weitere 200.000 Euro bei.

(Quelle: Saar-Uni)


 


 

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