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Miserables Geschäftsjahr

Peugeot muss größten Verlust der Firmengeschichte verkraften

Rund 5 Milliarden Euro Verlust - der französische Automobilhersteller PSA mit den Marken Peugeot und Citroen hat das Geschäftsjahr 2012 mit dem größten Verlust in der Firmengeschichte abgeschlossen. Als Gründe dafür nennt die Konzernzentrale Abschreibungen in Höhe von 4,7 Milliarden Euro und die Abhängigkeit vom derzeit schwierigen europäischen Markt.

Ferdinand Dudenhöffer hatte mit einem großen Verlust bei PSA gerechnet, doch die Höhe der Abschreibungen seien "sehr überraschend".

"Der Konzern muss versuchen, seine Kostenstrukturen zu adaptieren, um Überkapazitäten abzubauen. An Fabrikschließungen wird man dabei nicht vorbeikommen", so der Automobilexperte von der Universität Duisburg-Essen.

Wenig globalisiert, teure Produktion

Das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen ( EBIT ) rutschte von plus 1,1 Mrd. auf minus 576 Mio. Euro. Der Umsatz ist gleichzeitig um 5,2 Prozent zurückgegangen und lag im Jahr 2012 bei 55,446 Mrd. Die schleppende Entwicklung der Nachfrage in Europa und Lateinamerika macht dem zweitgrößten europäischen Autobauer schwer zu schaffen.

In Russland verzeichneten die Franzosen hingegen ein Wachstum von 4,9 Prozent. In China zogen die Verkäufe um 9,2 Prozent an.

"Bei den Verkaufszahlen in China ist man allerdings noch lange nicht dort, wo man hin will. Es ist derzeit mehr ein Lichtblick, den die Konzernleitung hat", erklärt Dudenhöffer.

8.000 Stellen sollen gestrichen werden

PSA hat schon seit mehreren Jahren gehörige Probleme beim Absatz. 8.000 Stellen sollen künftig gestrichen werden und ein Werk bei Paris steht vor der Auflösung. Ende Juni 2012 standen insgesamt 120.000 Menschen auf der Gehaltsliste von PSA. Während es den deutschen Autobauern wie Volkswagen oder BMW gut geht und auch Fiat wieder langsam aus den roten Zahlen herauskommt, verdichten sich die Wolken über Paris.

"Das Geschäft von PSA ist im Vergleich zu jenem seiner Konkurrenten wenig globalisiert. Das Unternehmen verkauft 60 Prozent seiner Wagen in Südeuropa", so der Experte. Frankreich ist zudem kein preisgünstiges Produktionsland.

Staatlicher Eingriff als Option

Die Eigenkapitalquote des Autobauers ist mittlerweile auf 16 Prozent geschrumpft, gleichzeitig muss der Konzern wachsen. Angesichts der prekären Situation denkt die öffentliche Hand in Frankreich darüber nach, bei PSA einzusteigen.

"Dieses Unternehmen kann und darf nicht verschwinden", so unlängst Finanzstaatssekretär Jerome Cahuzac.

Es müsse getan werden, was gemacht werden muss. Eine Kapitalbeteiligung durch den staatlichen Investitionsfonds FSI steht zur Diskussion. Anfang dieser Woche hat die EU-Kommission 1,2 Mrd. Euro an staatlicher Beihilfe für PSA abgesegnet, mit denen staatlich abgesicherte Anleihen platziert werden dürfen.

Die Lage bleibt auch in den kommenden Jahren sehr angespannt, prognostiziert Dudenhöffer.

(Redaktion)


 


 

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