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Qualitätsstandards

Mit zufriedenen Mitarbeitern zum Erfolg

Produzierende Unternehmen müssen hohe Standards erfüllen - die DIN-ISO 9001 steht international für herausragendes Qualitätsmanagement. Aber Normen alleine bürgen nicht immer für Qualität. Und auch ohne DIN-ISO-9001-Zertifikat können Unternehmen erstklassige Resultate liefern. Die Firma Achim Jauch, u.a. Zulieferer im Bereich Drehteile und Tieflochbohrteile, zeigt, wie motivierte Mitarbeiter zum Erfolg führen.

Früher fehlten im angelsächsischen Raum qualifizierte Mitarbeiter. Es mussten also dringend Qualitätssicherungsmaßnahmen eingeführt werden, die u.a. heute die DIN-ISO 9001 begründen. Ständig werden nun die existierenden QS-Systeme weiterentwickelt: Es wird geprüft, statistisch ausgewertet, Regelwerke werden erarbeitet, teure Audits müssen gemacht werden.

Nicht dass diese Maßnahmen keinen Sinn machen - im Gegenteil, aber auf einfache Weise kann man auch mit Logik und Cleverness viel erreichen. Die Firma "Achim Jauch" aus Bad Dürrheim macht es vor, wie es auch ohne DIN-ISO-Zertifizierung geht. Die Firma "Achim Jauch" ist als Zulieferer im Bereich "Drehteile und Tieflochbohrteile" tätig. In den letzten Jahren hat sie sich vom "einfachen" Zulieferer zum Hersteller gewandelt und sich all die Dinge erarbeitet, die viele Unternehmen gerade so dringend bräuchten - einen Leitsatz der allen Ansprüchen dient.

Der Kunde ist König - jedem gegenüber eine dienende Haltung einnehmen

Der Leitsatz, an dem sich die Firma Jauch orientiert, ist, dass nicht nur der Kunde König ist, sondern der Kunde kann auch dein Chef oder ein Mitarbeiter sein kann. Abzuleiten ist, dass man in jeder Position im Unternehmen eine zu dienende Position einzunehmen hat. Auch als Chef! Es gibt auch japanische Managementmethoden, die sich dieser Haltung bedienen. Mit dieser Haltung erreichen Sie freundliche Umgangsformen, Ehrlichkeit und Menschlichkeit - vor allem aber eines: Gegenseitiges Vertrauen!

Sobald dieser Leitsatz im Unternehmen tatsächlich gelebt wird, kann die erforderliche Qualität leicht von allein erreicht werden, besonders dann, wenn sich auch die Mitarbeiter in einer gegenseitigen Kundenbeziehung sehen. So können Kosten minimiert, Reklamationen verhindert und letztendlich die Erträge gesteigert werden. So bleiben die tatsächlichen Kunden der Firma treu, die Aufträge stabil und die Umsätze können wachsen.

Trotz alledem darf nicht vergessen werden, dass es nicht allen Menschen möglich ist, diesen Leitsätzen zu genügen. Wer das Vertrauen verspielt hat, hat im Team nur dann einen Platz, wenn er sich das Vertrauen wieder erarbeitet. Die Unverbesserlichen, also diejenigen, die mangels Tugenden nicht in der Lage sind, einem Kunden bzw. einem Mitarbeiter nicht einwandfrei zu zuarbeiten, sollten hingegen vor Ablauf der Probezeit besser wieder entlassen werden. Diese Menschen haben im Betrieb nichts verloren und würden mit Ihrer Haltung mehr Schaden anrichten, als dass Sie Gutes hervorbringen.

Missstände an Ort und Stelle beheben

Die Firma Achim Jauch hatte bereits vor Jahren erkannt, dass sich die Menschen geändert haben und entsprechend darauf reagiert. In einer Welt, die voll von Informationen ist, wurde es immer schwieriger, gut gebildetes Personal zu bekommen. Somit kam der Grundgedanke, dass die vorhandenen Fertigungslösungen in jedem Fall dem "Maschinenbediener" dienen müssen und nicht anders herum.

Die Erfahrungen mit Fertigungsproblemen, fehlende Maßhaltigkeit und Messschwierigkeiten wurden zunächst mit den betroffenen Mitarbeitern im persönlichen Gespräch am Arbeitsplatz besprochen. Die Erkenntnisse dieser Arbeit waren im Wesentlichen, dass den Mitarbeitern in der Vergangenheit wesentliche wichtige Grundkenntnisse nie vermittelt worden sind, wodurch Sie falsche Rückschlüsse gezogen hatten und allzu oft Fehlentscheidungen getroffen haben. Auch mussten bestehende Fertigungsanweisungen teilweise revidiert werden, da im Gespräch mit dem Mitarbeiter verstanden wurde, dass die Konstruktion und die Arbeitsvorbereitung falsch lagen.

Hieraus entstand plötzlich eine neue Kultur der Offenheit, die Schranken brachen. Wissen, das man geneigt war, für sich zu behalten, drang nun nach außen, wurde eingeordnet, umgeändert, und kam verbessert wieder zurück. Der berühmte Aha-Effekt war da. Alle Seiten haben dadurch profitiert und die Mitarbeiter haben plötzlich erfahren, dass man sie ernst nimmt. So begannen alle daran zu wachsen und wieder hinzu zu lernen.

Holen Sie die Mitarbeiter dort ab, wo sie stehen - wer misst, misst Mist

Nun war es an der Zeit, das gesammelte Wissen zu ordnen, schriftlich niederzulegen und für neue Mitarbeiter und wiederkehrende Tätigkeiten zugänglich zu machen. Durch unzählige Gespräche mit Pädagogen wusste Herr Jauch, was den Jugendlichen in der Schule am meisten Spaß macht. Was also Jugendlichen Freude bereitet und sie motiviert, muss doch auch bei Erwachsenen funktionieren, das war der Ansatz. Ganz besonderes Augenmerk war aber darauf zu legen, die Mitarbeiter dort abzuholen, wo sie tatsächlich stehen. Auch das war ein Ansatz aus der Schulpädagogik, den Herrn Jauch übernommen hatte, um den Kontakt zu seinen Mitarbeitern zu pflegen und zu vertiefen.

Zunächst wurden den Mitarbeitern die Dinge nähergebracht, die Sie unmittelbar umgeben. Warum diese Spannmittel genau diese Eigenschaften besitzen, welche Genauigkeiten mit einer Maschine überhaupt zustande kommen können, welche Voraussetzungen getroffen werden, damit die richtigen Werkzeuge zur richtigen Zeit das Richtige tun, all das musste den Mitarbeitern immer wieder erklärt und näher gebracht werden. So musste zum Beispiel das Verständnis für das Messen erst in der Praxis erlernt werden, damit jeder nachvollziehen konnte, dass man in der Regel Mist misst, wenn man misst und prinzipiell davon auszugehen hat, dass alle Systeme, die den Arbeitsplatz betreffen, fehlerbehaftet sind. Dieses grundlegende Wissen wurde vermittelt und ließ erkennen, dass man sich mit dem, was man tut, kritisch auseinandersetzen muss.

Die QS wurde zu 90% an die Maschinen zu den Bedienern gebracht. Technische Zeichnungen wurden soweit umgeändert, dass der Messplan, der Maschinenwerkzeugbelegungsplan usw. auch vom einfachsten Helfer verstanden und umgesetzt werden konnte, sozusagen eine spezielle Art von Bilderbuch, ohne viel Text. Aufwändige Messmittel wurden auf einfachste Wirksysteme, die am Arbeitsplatz funktionieren, herunter gebrochen. Auch die Messgenauigkeiten und mögliche Fehlerquellen der einzelnen Messgeräte wurden den Mitarbeitern mitgeteilt. Der überladene QS-Raum wurde sozusagen ausgedünnt - die Verantwortlichkeit den Mitarbeitern am Arbeitsplatz übertragen.


 


 

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