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Neue Führungskräfte

Wie Sinodirektoren das Chinageschäft ankurbeln

Sindodirektoren sind eine neue Managerriege. Es handelt sich dabei um chinesisch-stämmige Führungskräfte, die sowohl in der chinesischen als auch westlichen Kultur bewandert sind. Meist haben sie ein Zweitstudium in Deutschland abgeschlossen. Für den deutschen Mittelstand ergeben sich durch Sinodirektoren ganz neue Möglichkeiten beim Chinageschäft. Dessen sind sich Personalberater Heiko Banaszak und China-Experte Tobias Busch sicher.

„Ein Sinodirektor kann das Chinageschäft eines Mittelständlers auf ein ganz anderes Niveau bringen.“, sagt Heiko Banaszak, Geschäftsführer der Saarbrücker Personalberatung b+p. „Nachhaltige, gute Geschäfte in China mit chinesischen Unternehmen macht man nur mit einem Sinodirektor an der Spitze des eigenen Unternehmens.“

Den Begriff Sinodirektor hat Banaszaks Kollege, der China-Experte Dr. Tobias Busch, geprägt. Laut seiner Definition sind Sindodirektoren chinesische Manager, die in der Volksrepublik aufgewachsen sind und meist auch dort studiert haben. Anschließend haben sie sich im Westen durch ein Zweitstudium weiter qualifiziert und in westlichen Unternehmen erste Berufserfahrung als Fach- und Führungskräfte gesammelt.

Der Vorteil dieser neuen Managerriege liegt klar auf der Hand: „Der Mittelstand kann durch einen Sinodirektor von einem Manager profitieren, der international erfahren ist, fachlich in China zu den Besten gehört und in seinen Werten und Einstellungen dem Westen meist sehr nahesteht.“, so Busch.

Besonders für Mittelständler, die in China Fuß fassen wollen, ist ein Sinodirektor ein großer Gewinn. Anders als im Nachhinein in der chinesischen Kultur geschulte deutschstämmige Manager, kennen Sinodirektoren das Land und die Kultur ihrer Heimat seit Kindheitstagen. Sie wissen, wie man sich in der Gesellschaft angemessen verhält, wirken in Geschäftsgesprächen jederzeit natürlich und können auch problemlos auf unerwartete Ereignisse reagieren.

Ein Deutscher wirkt in China fremd

Auch wenn viele Deutsche glauben, dass Sie bereits nach wenigen Geschäftsreisen nach China zu Chinaexperten geworden sind und Land Leute gut genug kennen würden, um die Weichen im eigenen Unternehmen stellen zu können, ist dies oftmals ganz und gar nicht so: „Zu glauben, dass man die chinesische Geschäftskultur versteht ist schon der erste Fehler.“, gibt Banaszak zu Bedenken.

„Ein Deutscher wirkt in China genauso fremd wie ein Chinese in Deutschland.“, erklärt Banaszak. „Langfristige, nachhaltige Geschäfte entstehen aber in erster Linie auf der Basis von Vertrauen. Ein Chinese wird in China immer schneller Vertrauen aufbauen können als ein deutscher Manager.“

Sein Kollege Tobias Busch gibt ihm Recht: „Die Unterschiede in Mentalität, Kultur und Sprache sind so groß, dass ein fachlich und persönlich ebenbürtiger, zugleich aber auch noch Deutschland-erfahrener Chinese als Führungskraft viel wirkungsvoller agieren kann als ein deutscher Manager.“

„Der vielleicht schwierigste Punkt in der Mitarbeiterführung für einen Ausländer ist der Umgang mit unbefriedigenden Leistungen und Fehlern“, führt Busch fort. „In welchen Situationen sind Kritik und straffe Führung wirksam und erforderlich und wann sind sie nach chinesischem Verständnis ganz unangebracht? Wer nicht sicher entscheiden kann, muss bei Fehlverhalten mit negativen Folgen rechnen. Nachsicht führt an der der falschen Stelle zu mangelhaften Ergebnissen und einem Verlust an Respekt, Härte zu einem Verlust an Loyalität und Motivation .“

Eine Chance für den Mittelstand

Natürlich gäbe es auch sehr „chinesische Chinesen“. Genauso, wie es einige sehr „deutsche Deutsche“ gibt, ergänzt Banaszak. „Aber wir haben mit unseren Steuergeldern an unseren Hochschulen diese neue Spezies der „Sinodirektoren“ ausgebildet, die deutscher als so mancher Deutsche denken.“

Und nun sollten wir auch Profit daraus schlagen. Großunternehmen haben dies längst als Chance erkannt. So etwa bei Beiersdorf, wo Ex-Lanxess Personalchef Zhengrong Liu bereits als Top-Kandidat für den nächsten Vorstandsposten gehandelt wird. Der Mittelstand tut sich laut Banaszak und Busch derzeit noch recht schwer mit chinesischen Führungskräften.

„Jüngere geeignete Kandidaten kann man zum Teil noch erfolgreich über Online-Anzeigen ansprechen und dann selbst nach den individuellen Anforderungen weiterbilden.“, sagt Busch. „Oder man erteilt einer auf die Zielgruppe fokussierten Personalberatung den Auftrag, einen bereits gut ausgebildeten, zukünftigen Sinodirektor zu finden.“, ergänzt Banaszak.

Wie auch immer: „Wir sollten unsere Chancen nutzen und den gut ausgebildeten Ausländern in Deutschland etwas zutrauen – es wird sich lohnen!“, fordern die beiden Personal- und China-Experten daher offen auf.

(Redaktion)


 


 

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