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Neues Wirtschaftsdenken

Macht uns das Streben nach mehr Wachstum immer ärmer?

Die Tatsache, dass die jüngsten Bemühungen um Wachstum vor allem zur Bildung von Geldblasen geführt haben, zeigt, dass unser heutiges Wirtschaftssystem nicht von Politikern oder Zentralbanken gesteuert werden sollte.

Die derzeitige Politik verfolgt das Ziel der vollständigen Wiederherstellung der Wachstums-Wirtschaft. Daraus resultieren viele Probleme, wie zum Beispiel Armut, Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung, Haushaltsdefizit, Handelsdefizit, Rettungsaktionen, Konkurs und Bankrotte. Die entscheidende Frage lautet: macht uns das Wachstum immer noch reicher oder macht es uns mittlerweile ärmer?

Wirtschaftssysteme auf Schulden aufgebaut

Die politische Ausrichtung auf immer weiteres Wachstum ist typisch für Wirtschaftssysteme, die auf Schulden aufgebaut sind. Denn die Wirtschaft muss mit dem exponentiellen Geldwachstum, verursacht durch den Zinseszinseffekt, Schritt halten. Die dadurch entstehende Krisenanfälligkeit unserer Ökonomie zeigt ganz deutlich, dass sich hier dringend etwas ändern muss. “Wenn man ernsthaft eine nachhaltige Entwicklung mit einer absoluten Reduktion des Ressourcenverbrauchs anstrebt”, schreibt der Ökonom Hans Christoph Binswanger (Quelle: ZEIT ONLINE, 19.06.2012), “muss man das Wachstum bremsen. Das kann durch institutionelle Reformen gelingen. Konkret brauchen wir neue Regeln für das Geldsystem, das Unternehmensrecht und die Eigentumsrechte.”

Schuldenbasierte Spekulationsblasen sind existenzbedrohend

In kapitalistischen Systemen sind Spekulationsblasen nicht zu vermeiden. Durch Eigenkapital entstandene Blasen, wie die Hightech-Blase von 2000, sind in ihren Auswüchsen eher milde. Schuldenbasierte Spekulationsblasen, wie die derzeitige, sind existenzbedrohend. Die aktuelle Krise ist kein Problem, dass man durch Gelddrucken lösen kann. So schreibt der Ökonom Hans Christoph Binswanger an gleicher Stelle, die Geldschöpfung kann wieder unter Kontrolle gebracht werden, “indem man die Banken verpflichtet, zu hundert Prozent über einen entsprechenden Betrag von Zentralbankgeld zu verfügen, bevor sie Kredite ausgeben. Dann können die Zentralbanken die Geldschöpfung vorausschauend so steuern, dass sie nicht mehr ausufert.”

Wie kann man das System umgestalten?

Wir müssen uns in eine robuste Wirtschaft hineinbewegen. Schulden in Eigenkapital zu verwandeln ist das Gebot der Stunde. Darüber hinaus fordert der Ökonom Hans Christoph Binswanger ein Unternehmens- und Eigentumsrecht, “das ein stärkeres Gewicht auf langfristige Ziele und so auch auf die Minderung des Ressourcenverbrauchs und der Umweltbelastung” legt. “Unser Ziel muss es sein, die Wachstumsantriebe durch institutionelle Reformen zu mäßigen. An die Stelle der Wachstumsmaximierung muss eine Wachstumsoptimierung treten, die Nachhaltigkeitsziele berücksichtigt.” (Quelle: ZEIT ONLINE, 19.06.2012)

Es ist zwingend notwendig, den Menschen beizubringen, wie man in einer unsicheren Welt navigieren kann. Absolute Sicherheit gibt es nicht, weder im wahren Leben noch in der Geldanlage. Das Wirtschaftssystem muss besser mit unserer Umwelt in Einklang stehen. Es wird kleinere Unternehmen geben, ein gesundes ökologisches Gleichgewicht, keine spekulativen Orgien. Eine Welt, in der die Unternehmer Risiken eingehen und nicht die Banker.

Quelle und weitere Informationen gibt es unter http://www.schule-des-geldes.de.

(Ronny Wagner)


 


 

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