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Personalchefs gegen Fachkräftemangel

7 Fragen an Florian Wurzer von Intel

Gute, unterhaltsame und authentische Videos

business-on.de: Immer mehr Unternehmen setzen sogenannte Mitarbeiter- oder Recruiting-Videos ein, um weiche Faktoren (z.B. Arbeitsklima) zu visualisieren. Beispiele für Recruitingfilme sehen Sie bei unserem Partner DREILANDMEDIEN (externer Link). Setzen Sie solche Videos ein oder planen Sie so ein Instrument für die Zukunft?

Florian Wurzer, Intel: Das sehen wir als eines der wichtigsten Tools für uns im Employer Branding und Recruiting an. Bereits jetzt suchen in bestimmten Altersgruppen Jugendliche nicht mehr auf Suchmaschinen nach einem Begriff, Thema, Marke, Produkt oder Firma, sondern auf youtube.
 
Selbst als regionaler Arbeitgeber hat man damit großartige Möglichkeiten für ein relativ geringes Budget Bewerber aus ganz anderen Teilen der Welt für das eigene Unternehmen anzusprechen. Wenn ich ein gutes, unterhaltsames - und ganz wichtig - authentisches Video von meinem Unternehmen veröffentliche und entsprechend bewerbe sind der Reichweite kaum Grenzen gesetzt und über den viralen Effekt können Wunder passieren. Die magische Mischung aus Entertainment und Recruiting ist hier der Schlüssel für das erfolgreiche Video – heute gerne zitiert als „Recruitainment“.

Ein gutes Beispiel vor kurzem: das Heineken-Video

business-on.de: Lässt man das Gehalt mal außen vor: Welche Faktoren sind aus Ihrer Erfahrung ausschlaggebend, dass ein Bewerber sich für Ihr Unternehmen entscheidet. Umgekehrt: Welche Faktoren sind für das Unternehmen entscheidend?

Florian Wurzer, Intel:

Aus Bewerberperspektive

Neben Entlohnung und Marke des Unternehmens gibt es einige Faktoren: Work-Life Balance, flexible Arbeitszeitmodelle, Arbeiten an neuester Technologie, Team-Wohlfühl-Faktor, Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten et cetera.

Am Ende ist es aus meiner Sicht wichtig, dass man seine persönliche „Job-Faktoren-Triangel“ ausbalanciert hält: es muss die beste Mischung aus „Team – Thema – Gehalt“ sein. Der Kopf muss ja sagen zu der Herausforderung, das Herz muss ja sagen zu dem Team und dem Klima, die finanzielle Seite muss Sicherheit, Verpflichtungen und Träume ermöglichen können.

Wenn man so das richtige Angebot vom richtigen Arbeitgeber gefunden hat, dann sollte man einfach „Ja“ sagen.

Aus Unternehmensperspektive

Das kann nicht pauschal beantwortet werden. Hier muss man sich im Klaren darüber sein wie unterschiedlich Menschen sind, wie unterschiedlich Unternehmen und ihre Branchen.

Das Wichtigste, wenn man Bestandteil eines Unternehmens ist, dass man sich engagiert, zielstrebig, ambitioniert, kollegial, freundschaftlich, respekt- und verantwortungsvoll seiner Aufgabe widmet, dabei stets ans Team denkt und sich gegenseitig unterstützt.

Nur so kann ein „Erfüllungs“-Faktor für den Einzelnen und ein „Wohlfühl“-Faktor und damit Great Place to Work für viele entstehen und dabei trotzdem die Mission und Vision des Unternehmens vorwärts gebracht werden.

business-on.de: Wird sich der Fachkräftemangel in den nächsten fünf Jahren eher verschärfen oder wird er wieder abflauen?

Florian Wurzer, Intel: Global betrachtet haben wir viele Themen und Bereiche, wie zum Beispiel Gesundheit, Umwelt, Energieversorgung, die weiterhin den Bedarf nach Fachkräften erhalten und wahrscheinlich auch erhöhen werden.

IT ist ein Werkzeug um Lösungen für diese globalen Herausforderungen zu finden. Intel hat weltweit 163 Standorte in 63 Ländern und damit die Möglichkeit relativ flexibel dort Fachkräfte einzustellen, wo man diese auch finden kann.

Wir werden in vielen Bereichen, in denen Intel heute auch in Deutschland forscht, entwickelt und bereits Produkte anbietet - wie zum Beispiel dem Smart Grid, das vernetzte Auto, Big Data- und Cloud Computing und der weiteren Verbesserung der Leistungsfähigkeit, Effizienz , Usability von Mobile, Communication und Personal Computig Devices – viel Zusammenarbeit zwischen Unternehmen erleben.

In vielen Bereichen sind gemeinsame Standards notwendig, um den Einsatz der neuen Technologien, Produkte und Services zu ermöglichen. So werden auch ehemalige Wettbewerbsunternehmen noch mehr zusammenarbeiten müssen, wie das Intel in großen Konsortialprojekten mit den Intel Labs Europe bereits forciert und fördert.
 
Aus meiner Perspektive wird es sicher weiter einen „gesunden“ Mangel an Fachkräften geben, welcher förderlich sein wird, um sich gemeinsam – politisch, unternehmensübergreifend und Technologie- und Innovationsfördernd – immer wieder an einen Tisch setzen zu müssen, um den Rahmen für Fachkräfte zu verbessern.

Weitere Interviews mit Personalchefs in unserer Interviewserie

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von Christine
05.04.13 11:13 Uhr
Potential älterer Mitarbeiter bleibt ungenutzt

Beim Thema Fachkräftemangel fällt mir wie auch in diesem Artikel auf, dass das Potential der älteren Mitarbeiter überhaupt nicht im Fokus der Unternehmen steht.

Betrachten wir mal einen Akademiker der im Alter von 50+ bereits 25 Jahre Berufserfahrung und damit wertvolles Know-How und Lebensweisheit gesammelt hat. Nennen wir ihn mal Otto. Bis zur Rente hat Otto noch ca. 15 Jahre hin.

Gerät sein Arbeitgeber in die Krise, ist er der erste, der herausgedrängt wird, da das Unternehmen die jüngeren Mitarbeiter halten will – die sind billiger und noch leicht zu formen. Notfalls stellt man halt in einem Niedriglohnland zwei andere als Ersatz für Otto ein. Dass Otto das in 25 Jahren erworbene Know-How nicht in 1 oder 2 Monaten auf die Kollegen übertragen kann, interessiert weder Kaufleute noch Personaler.

Jetzt könnte man auf den Gedanken kommen, dass sich in Anbetracht des Fachkräftemangels die anderen Unternehmen um Otto reißen müssten. Schließlich benötigen Unternehmen, wie Florian richtig bemerkt „ jetzt Unterstützung, speziell im IT- und Ingenieur-Sektor.“ Und Otto steht zur Verfügung und sucht angespornt von der Mär des Fachkräftemangels eine adäquate neue Arbeitsstelle, in die er seine Energie, sein Wissen, seine Erfahrung und sein Engagement einbringen könnte.

Selbstverständlich muss er sich in das neue Thema einarbeiten, vielleicht auch einen Kurs absolvieren. Das würde auch schnell gehen, denn Otto hat sich auch in der Vergangenheit immer wieder neu einarbeiten und durch Weiterbildung auf dem neuesten Stand halten müssen. Schließlich sind in den 25 Jahren seiner Berufstätigkeit immer wieder neue Projekte gekommen, zum Produkt gereift und dann wieder verschwunden. Otto hat diese Veränderungen immer hervorragend gemeistert.

Für die anderen Unternehmen gehört Otto aber nicht zur Zielgruppe. Zu alt, zu teuer, vertritt eine eigene Meinung. Sein Know-How, seine Talente, seine Erfahrung bleiben ungenutzt. Für ihn klingt es wie Hohn, wenn er Morgen wieder die Arbeitgeber in Rundfunk, Fernsehen und in der Presse über den Fachkräftemangel jammern hört.

Natürlich haben ältere Mitarbeiter andere Präferenzen, andere Bedürfnisse als jüngere Mitarbeiter. Aber dieses Potential brach liegen zu lassen, finde ich eine Schande.

 

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