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Personalmarketing

7 Fragen an Kerstin Wiertalla von prevero

Kerstin Wiertalla ist HR Manager bei prevero, einem international tätigen Anbieter von Business-Intelligence-Lösungen. In ihrem Arbeitsalltag sorgt Wiertalla unter anderem dafür, dass das Münchner Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Wie sie das macht, verrät sie im business-on.de-Interview.

business-on.de: Der Fachkräftemangel ist Dauerthema in den Medien. Wie macht er sich in Ihrer Branche im Allgemeinen und in Ihrem Unternehmen im Speziellen bemerkbar?

Kerstin Wiertalla, prevero: Der Fachkräftemangel ist nicht unbedingt ein branchenspezifisches Thema, denn gut ausgebildete Fachkräfte werden in allen Branchen und Unternehmensgrößen händeringend gesucht.

Als Anbieter für BI-Software stellen wir ein komplexes Produkt her und beschäftigen dazu ca. 90 hochqualifizierte Mitarbeiter. Darunter mehr als 85% Hochschulabsolventen.

Gerade im Bereich der Hochschulabsolventen ist die Konkurrenz (zur Definition Konkurrenz) der Unternehmen um neue Mitarbeiter besonders groß. Viele Absolventen werden schon während des Studiums durch Praktika, Werkstudententätigkeiten oder Abschlussarbeiten an den künftigen Arbeitgeber gebunden und gelangen nach ihrem Abschluss gar nicht erst auf den Arbeitsmarkt.

Wer unter diesen Bedingungen mit der Personalsuche erst durch eine Stellenausschreibung beginnt, der agiert schon zu spät.

Hinzu kommt, dass wir in der Millionenstadt München gegen viele namhafte Konzerne bestehen müssen. Daher ist es ebenso wichtig, die Vorteile des Mittelstandes herauszuheben und Bewerber dafür zu begeistern.

Auch prevero hat das erkannt und das Personalmarketing entsprechend ausgerichtet.

"Wir investieren viel in das Personalmarketing"

business-on.de: Unternehmen stehen mit anderen Firmen im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte. Was tun Sie allgemein, um Ihr Unternehmen als Arbeitgebermarke zu stärken?

Kerstin Wiertalla, prevero: Wir investieren viele Ressourcen in das Personalmarketing, insbesondere in das Hochschulmarketing. So unterhalten wir schon seit vielen Jahren Kooperationen mit ausgewählten Hochschulen bzw. relevanten Lehrstühlen. Für verschiedene Veranstaltungen laden wir Studierende zu uns ein und stellen uns als attraktiven Arbeitgeber vor.

Darüber hinaus bieten wir die Möglichkeit, Praktika zu absolvieren, eine Werkstudententätigkeit aufzunehmen oder betreuen praxisnahe Abschlussarbeiten.

Auf unserer Homepage finden Bewerber außerdem unsere Karrierebroschüre, die neben der Unternehmensgeschichte auch Einblicke in unsere Unternehmenskultur und unsere gelebten Werte gibt.

business-on.de: Wo platzieren Sie Ihre Stellenanzeigen und in welchen Medien haben Sie die besten Erfahrungen gemacht?

Kerstin Wiertalla, prevero: Wir arbeiten in der Regel mit den namhaften, großen Online-Stellenportalen zusammen. Darüber hinaus haben wir sehr gute Erfahrungen mit Stellenportalen der regionalen Hochschulen gemacht.

Doch noch viel wirkungsvoller sind häufig direkte Kontakte, zum Beispiel durch die bereits beschriebenen Kooperationen mit Hochschulen.

Des Weiteren bieten wir Hochschulen im Rahmen des Academic Alliance Programm auch unsere Software zu Lehrzwecken an. Oder präsentieren unsere Software durch Vorträge und Workshops an den Hochschulen. So werden Studierende bereits in Seminaren auf unsere Produkte und prevero als potentiellen Arbeitgeber aufmerksam und bewerben sich im Anschluss daran bei uns.

Immer in Kontakt bleiben

business-on.de: Welche Online-Maßnahmen setzen Sie ein, um potentielle Bewerber zu gewinnen?

Kerstin Wiertalla, prevero: Neben den klassischen großen Online-Stellenportalen setzen wir vor allem auf unsere eigene Homepage mit umfassenden Informationen und der bereits beschriebenen Karrierebroschüre.

Natürlich nutzen wir auch Unternehmensprofile auf Facebook und Xing. Eine Besonderheit ist dabei sicherlich unser prevero alumni club auf Xing, zu dem wir ehemalige Praktikanten, Werkstudenten und Mitarbeiter einladen, auch nach ihrer Zeit bei prevero mit uns in Verbindung zu bleiben.

Gerade in unserer schnelllebigen Zeit mit ihrer Mobilität wollen vor allem Absolventen nicht gleich in ihrem ersten Job „in Rente“ gehen. Der Wechsel ist dadurch schon fast vorprogrammiert.

Doch durch den alumni club bleiben wir mit diesen Personen in Kontakt und ebnen den Weg für eine spätere Rückkehr in unser Unternehmen. Denn gerade diese „Rückkehrer“ haben unschätzbares Potential für unser Unternehmen.

business-on.de: Immer mehr Unternehmen setzen sogenannte Mitarbeiter- oder Recruiting-Videos ein, um weiche Faktoren (z.B. Arbeitsklima) zu visualisieren. Beispiele für Recruitingfilme sehen Sie bei unserem Partner DREILANDMEDIEN (externer Link). Setzen Sie solche Videos ein oder planen Sie so ein Instrument für die Zukunft?

Kerstin Wiertalla, prevero: Auch wir setzen gezielt Unternehmesvideos ein, um Kunden und Interessenten unsere Produkte vorzustellen und dafür zu begeistern.

In der Ansprache von Bewerbern setzen wir allerdings eher auf direkte Kommunikation oder die sozialen Medien.

Vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt

business-on.de: Lässt man das Gehalt mal außen vor: Welche Faktoren sind aus Ihrer Erfahrung ausschlaggebend, dass ein Bewerber sich für Ihr Unternehmen entscheidet. Umgekehrt: Welche Faktoren sind für das Unternehmen entscheidend?

Kerstin Wiertalla, prevero: Wir merken vor allem wie wichtig es ist, dass Job und Mensch zusammenpassen. Daher profilieren wir uns vor allem mit den Möglichkeiten, die ein mittelständisches Unternehmen bietet und die gerade für engagierte und motivierte Absolventen interessant sind.

Dazu gehören unsere flachen Hierarchien und die damit verbundene Möglichkeit, früh Verantwortung zu übernehmen. Wer bei uns tatkräftig zupackt, kann sehr schnell etwas erreichen und eigene Ideen umsetzen. Dafür räumen wir unseren Mitarbeitern große Gestaltungsspielräume und Freiheiten ein.

Gepaart mit unseren innovativen Produkten bieten sich Bewerbern interessante Aufgaben und spannende Tätigkeitsfelder. Das bestätigen uns auch regelmäßig unsere Mitarbeiter in unserer jährlichen Mitarbeiterbefragung.

business-on.de: Wird sich der Fachkräftemangel in den nächsten fünf Jahren eher verschärfen oder wird er wieder abflauen?

Kerstin Wiertalla, prevero: Der Arbeitsmarkt hat sich bereits sehr verändert, vom Arbeitgebermarkt zum Arbeitnehmermarkt. Heute können sich gerade die gut ausgebildeten Bewerber ihren Arbeitgeber aussuchen und wir als Unternehmen müssen uns beim Kandidaten „bewerben“, ihm einen USP bieten.

Dieser Trend wird sicherlich anhalten und durch den demographischen Wandel wird sich auch der Fachkräftemangel weiter verstärken.

Eine Herausforderung für Unternehmen und eine Chance für Bewerber, damit Job und Mensch zusammenpassen.

Weitere Interviews mit Personalchefs in unserer Interviewserie

(Redaktion)


 


 

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