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Personalmarketing

8 Fragen an Marcus Reif von EY

Marcus K. Reif ist Head of Recruitment and Employer Branding GSA bei EY (ehemals Ernst & Young). In seiner Position kümmert er sich unter anderem um die Stärkung der Arbeitgebermarke des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY. Im business-on.de-Interview spricht er über Digital Natives, Fachkräftemangel und den Leitspruch "Building a better working world".

business-on.de: Der Fachkräftemangel ist Dauerthema in den Medien. Wie macht er sich in Ihrer Branche im Allgemeinen und in Ihrem Unternehmen im Speziellen bemerkbar?

Marcus K. Reif, EY: Der viel zitierte "War for Talents" ist keine Polemik, sondern Statistik. Die Personalbeschaffung hat sich in den letzten 20 Jahren fundamental verändert. Aus einem Arbeitgebermarkt ist ein konzentrischer Arbeitnehmermarkt geworden – mit unzähligen Möglichkeiten für motivierte Absolventen.

In einem solch engen Arbeitsmarkt ist ein Unternehmen gut beraten, in die Schärfung und den Ausbau der Arbeitgeberattraktivität zu investieren. Mit einer starken Arbeitgebermarke – dem Employer-Branding – gewinnt ein Unternehmen im Wettbewerb um gute Arbeitskräfte und kann sich den Herausforderungen stellen, die personalpolitisch und kulturell innerhalb des Unternehmens zu meistern sind.

business-on.de: Unternehmen stehen mit anderen Firmen im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte. Was tun Sie allgemein, um Ihr Unternehmen als Arbeitgebermarke zu stärken?

Marcus K. Reif, EY: Ein personalintensives Unternehmen wie EY muss mit der Zeit gehen, andernfalls verlieren wir nicht nur Bewerber, sondern auch Reputation, Vertrauen und Wertschätzung!

Deshalb propagieren wir nicht nur Aspekte, wie eine Home-Office-Regelung, offenes und aktives Feedback oder eine konstruktive Diskussionskultur, sondern leben sie bei EY.

Während derzeit viele Unternehmen über die Generation Y diskutieren, ist dies bei uns bereits gelebte Realität, da über 60 % unserer Belegschaft dieser Alterskohorte angehört. Wir entwickeln also HR-Instrumente, Flexibilisierungsmöglichkeiten und eine moderne Personalpolitik und Kultur nicht für die Zukunft, sondern für die Gegenwart!

Unsere Kollegen wünschen eine gute Balance zwischen Beruf und Freizeit, die Möglichkeit der Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit, um einen fordernden Beruf mit den Familien- und Freizeitinteressen in Einklang zu bringen. Wir bieten hier eine Vielzahl an Möglichkeiten und ein extrem attraktives Arbeitsumfeld.

business-on.de: Wo platzieren Sie Ihre Stellenanzeigen und in welchen Medien haben Sie die besten Erfahrungen gemacht?

Marcus K. Reif, EY: Unsere Kommunikation mit potenziellen Kandidaten erstreckt sich über alle Kanäle. Das Schalten von Stellenanzeigen bei Onlinestellenmärkten oder in sozialen Netzwerken, wie Xing oder LinkedIn, ist bei uns Standard. Dennoch platzieren wir auch Stellenanzeigen in ausgewählten Printmedien. Der Mix macht's!

Das Mediennutzungsverhalten der Kandidaten, insbesondere der aktuell Studierenden und Young Professionals, macht eine Ansprache über geschaltete Online-Anzeigen schwierig. Aus diesem Grund verschieben sich unsere Aktivitäten hin zu aktiveren Maßnahmen, wie z. B. das Active-Sourcing.

business-on.de: Welche Online-Maßnahmen setzen Sie ein, um potentielle Bewerber zu gewinnen?

Marcus K. Reif, EY: Da unsere Zielgruppe im Internet und sozialen Netzwerken hoch aktiv ist, bieten wir Informationen und den Dialog genau dort an. Wir streuen und verknüpfen dabei unsere Kommunikation über verschiedene Kanäle, um eine breite Masse an potenziellen Bewerbern auf uns aufmerksam zu machen und für uns zu begeistern.

In unserem Karriereportal bieten wir umfassende Informationen zu EY und den dortigen Einstiegs- und Entwicklungschancen. Unsere Karriereseite auf Facebook hat inzwischen mehr als 38.500 Fans, auch bei Twitter sind wir aktiv.

Zudem nutzen wir Blogs und Foren, um bei unserer Zielgruppe präsent zu sein.

"Wir glauben an Videos im Recruiting und Employer-Branding"

business-on.de: Immer mehr Unternehmen setzen sogenannte Mitarbeiter- oder Recruiting-Videos ein, um weiche Faktoren (z.B. Arbeitsklima) zu visualisieren. Beispiele für Recruitingfilme sehen Sie bei unserem Partner DREILANDMEDIEN (externer Link). Setzen Sie solche Videos ein oder planen Sie so ein Instrument für die Zukunft?

Marcus K. Reif, EY: Solche Videos nutzen wir, denn die Generation der "Digital Natives", die mittlerweile auf den Arbeitsmarkt strebt, stellt ganz andere Anforderungen an den Informationsgehalt und die visuelle Gestaltung von Medien.

Über das Bewegtbild können wir bestimmte Botschaften viele effektiver platzieren als über andere Formate. Wir glauben an Videos im Recruiting und Employer-Branding.

business-on.de: Lässt man das Gehalt mal außen vor: Welche Faktoren sind aus Ihrer Erfahrung ausschlaggebend, dass ein Bewerber sich für Ihr Unternehmen entscheidet. Umgekehrt: Welche Faktoren sind für das Unternehmen entscheidend?

Marcus K. Reif, EY: Bei EY wird natürlich viel Engagement erwartet. Die Bewältigung immer neuer Situationen und Aufgaben verlangt einen hohen persönlichen Einsatz. Dies führt jedoch im Gegenzug zu einer schnellen persönlichen Weiterentwicklung mit einer steilen Lernkurve.

Diese bereichernde Erfahrung versetzt unsere Mitarbeiter in die Lage, ihr Potenzial voll zu entwickeln und ihre Ziele immer weiter zu stecken. Man könnte sagen, dass der "Karriereturbo" ausschlaggebend ist.

Hinzu kommt, dass unsere Kollegen ein Leben lang von ihrer Zeit bei EY profitieren. Und sollten sie sich entscheiden, EY zu verlassen, betrachten wir dies nicht als das Ende unserer Beziehung, sondern als die nächste Stufe.

Ob sie zu einem unserer Kunden oder zur Konkurrenz wechseln, ob sie ihr eigenes Unternehmen gründen –  sie werden ein Leben lang ein gern gesehener Teil von EY bleiben, einem der weltweit größten Business-Netzwerke.

Bei der Auswahl unserer Mitarbeiter legen wir vor allem Wert auf ein Persönlichkeitsprofil, das zu uns passt. Zu den Eigenschaften, die uns besonders wichtig sind, gehören Teamgeist, Engagement, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein.

Zudem erwarten wir ein hohes Maß an Flexibilität und Mobilität sowie ausgeprägte Lern- und Einsatzbereitschaft. Unser Dienstleistungsportfolio und unsere internationale Ausrichtung bieten unseren Mitarbeitern Möglichkeiten für präzise Analysen und Dialoge mit Kollegen in anderen Ländern in englischer Sprache.

Building a better working world

business-on.de: Wird sich der Fachkräftemangel in den nächsten fünf Jahren eher verschärfen oder wird er wieder abflauen?

Marcus K. Reif, EY: In den 26 führenden Industriestaaten wird der Mangel an gut ausgebildeten Arbeitnehmern künftig ein Problem von globaler Dimension sein. In den nächsten 15 Jahren schrumpft die Zahl der in Deutschland Erwerbstätigen um sieben Millionen!

Diese Fachkräftelücke wird alleine durch Zuzug ausländischer Fachkräfte und die intensivere Integration von Elternzeitrückkehrerinnen und –rückkehrern nicht zu schließen sein. Von Abflauen kann also keine Rede sein.

business-on.de: Sie haben sich den Leitspruch "Building a better working world" auf die Fahnen geschrieben. Was hat es damit auf sich?

Marcus K. Reif, EY: Seit dem 1. Juli 2013 präsentiert sich EY weltweit mit einer neuen Strategie – der Vision 2020 – und dem Ziel „Building a better working world“.

Dies drückt aus, wofür wir uns tagtäglich einsetzen: mit unserer Erfahrung, unserem Wissen und unseren Leistungen das Vertrauen in die Wirtschaft und die Finanzmärkte zu stärken, Geschäftsprozesse zu optimieren, Chancen zu ermöglichen und für Wachstum zu sorgen.

Daraus ergibt sich unser übergreifender Anspruch: Wir wollen Dinge voranbringen und entscheidend besser machen – für unsere 167.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die Gesellschaft und natürlich für unsere Mandanten.

Hierfür sind wir exzellent gerüstet: mit hervorragend ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, vielfältigen und starken Teams, interdisziplinären Leistungen und einem Kundenservice, der die Wünsche unserer Kunden ernst nimmt.

Weitere Interviews mit Personchefs in unserer Interviewserie

(Redaktion)


 


 

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