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Pflichtangaben für Rechnungen

Neue Vorgaben für die korrekte Rechnungsstellung

Für das Erstellen von Rechnungen gelten neue Vorschriften. In einem aktuellen Schreiben des Bundesfinanzministeriums zur Umsetzung des Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetzes sind diese konkret aufgeführt.

 Das Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz regelt die behördliche Zusammenarbeit in Steuersachen zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU-Amtshilfegesetz – EUAHiG). In diesem Rahmen sind auch Änderungen der Paragraphen 14, 14a des deutschen Umsatzsteuergesetzes (UStG) erfolgt, die Änderungen in der Fakturierung nach sich ziehen.

In einem aktuellen Schreiben hat das Bundesfinanzministerium (BMF) die überarbeiteten Anforderungen an eine ordnungsgemäße Rechnungsstellung konkretisiert.Die Änderungen sind bereits zum 30. Juni 2013 in Kraft getreten. Die Finanzverwaltung beanstandet es nicht, wenn die neuen Pflichtangaben in Rechnungen bis einschließlich zum 31. Dezember 2013 noch nicht berücksichtigt sind (BMF, Schreiben vom 25. Oktober 2013, IV D 2 – S 7280/12/10002).

Die neuen Pflichtangaben von Rechnungen

  • Vollständiger Name und Anschrift beider Vertragspartner
    Ausnahme: Kleinbetragsrechnungen bis 150 Euro
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID-Nummer
    Empfehlung: bei Dauerverträgen oder Geschäften innerhalb der EU auch die ID-Nummer des Geschäftspartners
  • Ausstellungsdatum der Rechnung
  •  Fortlaufende und eindeutige Rechnungsnummer für Rechnungen ab 151 Euro
  • Menge und Art der Lieferung oder Umfang und Art der Leistung müssen zumindest als Sammelbezeichnung angegeben werden
  • Liefer- oder Leistungszeitpunkt sowie Zahlungszeitpunkt, zumindest als Monatsangabe, Anzahlungen müssen gesondert angegeben werden.
  • Entgelt, Steuerbetrag und Steuersatz müssen bei Rechnungen ab 151 Euro einzeln angegeben sein
  •  Im Voraus vereinbarte Entgeltsminderungen müssen in der Rechnung als Betrag oder Prozentsatz aufgeführt sein
  • Aufbewahrungspflicht von zehn Jahren
    Ausnahme: Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück, die zwei Jahre aufzubewahren sind

Diese Besonderheiten sind zu beachten

  • Bei Anzahlungen oder Teilleistungen muss in der Schlussrechnung ein entsprechender Hinweis erfolgen.
  • Eine Gutschrift ist bei entsprechender Vereinbarung der Parteien vom Leistungsempfänger zu erstellen.
  • Fahrausweise ab 151 Euro gelten als Rechnung, wenn sie den Namen und die Anschrift des Beförderers, das Ausstellungsdatum, das Entgelt inklusive Steuern, den Steuersatz und ggf. einen Hinweis auf eine grenzüberschreitende Beförderung enthalten
  • Weitere Sonderregelungen gelten etwa für Differenzgeschäfte, Reiseleistungen, Lieferungen in EU- und Drittländer, Werklieferungen.

Die Folgen falscher Rechnungen

Prinzipiell besteht bei einer nicht ordnungsgemäßen Rechnung für den Leistungsempfänger kein Vorsteuerabzug. Sofern Rechnungen falsch erstellt wurden, lassen sich die Fehler korrigieren. Jedoch sollten sich die Geschäftspartner darüber abstimmen, um eine einheitliche Behandlung sicherzustellen.

Hinweis: Prüfen Sie jede Rechnung genau, aus der Sie als Unternehmer Vorsteuer (zur Vorsteuer Definition) ziehen wollen. Achten Sie dabei besonders auf die Vollständigkeit und Korrektheit der Pflichtangaben und die Nachvollziehbarkeit und gegebenenfalls die Dokumentation des zugrunde liegenden Geschäfts.

(Redaktion)


 


 

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