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Pharmazeutische Forschung

Saar-Uni lädt zum 4. Internationalen HIPS-Symposium

Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) hat zum vierten Symposium Nachwuchswissenschaftler und Forscher mit internationalem Renommee eingeladen. Sie werden über den aktuellen Entwicklungsstand in der pharmazeutischen Forschung referieren. Die Fachveranstaltung findet am 5. Juni auf dem Saarbrücker Uni-Campus statt.

Das HIPS wurde 2009 gemeinsam von der Universität des Saarlandes und dem Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) gegründet und ist bislang das einzige außeruniversitäre Forschungsinstitut mit dem Schwerpunkt „Pharmazeutische Forschung“ in Deutschland.
 
Multiresistente Bakterien sind eine der großen Herausforderungen in der biomedizinischen Forschung der heutigen Zeit. Immer mehr Erreger finden Wege, die vorhandenen Therapien zu umgehen und werden damit unempfindlich gegen Medikamente, die vor zehn Jahren noch wirksam waren. Gleichzeitig ist die Neuentwicklung wirkungsvoller Antibiotika ins Stocken geraten.

Auf dem HIPS-Symposium stehen deshalb neue Ansätze im Zentrum des Interesses. Das jährliche Treffen bietet Forschern ein Forum für neue Antibiotika, neue Technologien und ein besseres Verständnis von Erregern und Entwicklungen hin zu zukünftigen Medikamenten. Gerade die Interdisziplinarität der eingeladenen Gäste bietet eine Möglichkeit des Austauschs von Ideen über die Grenzen klassischer Disziplinen hinweg.

Neue Erkenntnisse zum Thema Antibiotika

Interessante Beiträge kommen dieses Jahr zum Thema Antibiotika: Prof. Suzanne Walker von der Harvard Medical School, USA, spricht über neue Behandlungsstrategien gegen den Problemkeim Staphylococcus aureus durch Wirkstoffkombinationen.

Eine vergleichende Studie verschiedener Isolate dieses Krankheitserregers beschreibt Prof. Mathias Herrmann vom Universitätsklinikum und der Universität des Saarlandes in seinem Vortrag. Aber auch „neue alte“ Antibiotika stehen im Fokus: Dr. Peter Hammann von Sanofi stellt Wirkstoffe vor, die zwar schon vor 50 Jahren entdeckt wurden, aber erst jetzt durch den Einsatz moderner Methoden vielversprechend weiterentwickelt werden.

Prof. Richard H. Ebright von der Rutgers University in Piscataway, USA, erläutert die genaue Funktion des Antibiotikums GE23077, gegen das Bakterien nur sehr schwer Resistenzen entwickeln können.

Außerdem gibt Prof. Peter Altmann einen Überblick über seine Forschung an der ETH Zürich, bei der Wirkstoffe im Zentrum des Interesses stehen, die Behandlungen von multiresistenten Tuberkulosebakterien zulassen.

Ein Großteil der heute eingesetzten Antibiotika wurden nach dem Vorbild der Natur entwickelt, da Mikroorgansimen eine Vielzahl wirksamer Substanzen produzieren, um sich im natürlichen Lebensraum durchzusetzen. Spannende Einblicke in das natürliche Abwehrsystem der Blattkäfer liefert der Vortrag von Prof. Wilhelm Boland vom Max-Planck Institut für Chemische Ökologie in Jena.  

Neue Impfstrategien

Neben bakteriellen Krankheitserregern und der Entdeckung wirksamer Antibiotika sind auch neue Impfstrategien ein Thema auf dem Symposium. Prof. Carlos Guzman vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig, stellt neue Adjuvantien (Impfverstärker) vor, die sehr spezifische Immunitäten hervorrufen und gleichzeitig per Schluckimpfung eingenommen werden können.

Ebenfalls oral verabreichbar sind die Nanopartikel, an denen Prof. Ijeoma Uchegbu vom University College London forscht. Sie verbessern die Wirkung des Antimykotikums Amphotericin B gegen Parasiten und Pilzerkrankungen.

Aber wie bringt man einen Wirkstoff genau dahin, wo er wirken soll? Dieser Frage geht zum Abschluss Prof. Massimo Conese von der Universität Foggia (Italien) in seinem Vortrag über den Transport von entzündungshemmenden Wirkstoffen und Antibiotika durch die Schleimschicht auf dem Lungengewebe nach.

Weitere Informationen und das vollständige Programm unter: www.helmholtz-hzi.de/hips-symposium

(Quelle: Saar-Uni)


 


 

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