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Welche Reiseversicherungen müssen sein?

Policen, die die Welt nicht braucht

Reisebüros lieben den Policenmix, inklusive Haftpflicht- und Unfallversicherung. Doch nur eine Haftpflicht- oder Unfallversicherung für das ganze Jahr lohnt, was Kosten und ausreichende Deckungssummen angeht.

Meist nicht sinnvoll: Eine Reisegepäckversicherung. Tritt der Verlustfall ein, wartet man vergeblich auf Ersatz – oder erhält lediglich den Zeitwert. Kaum zu glauben, leider aber wahr: Der Versicherte verpflichtet sich, seinen Koffer zwischen die Beine zu klemmen und seinen Laptop mit in die Zugtoilette zu nehmen. Schmuck darf man im Süden gar nicht erst anlegen - alles andere gilt als fahrlässig. Was tun? Gepäck besser über die Hausratversicherung absichern, die sich allerdings nicht auf Auto oder Wohnmobil erstreckt.

Das einzige Muss: Auslandskrankenversicherung

Hajo Köster, Bund der Versicherten (BdV), klagt gegenüber Focus Online, dass die Zahl der Auslandspolicen stetig rückläufig sei, obwohl die ADAC-Fallzahlen eine deutliche Sprache sprächen: Gesundheitsschutz sei die Basis, auf die dann Reiserücktrittsversicherungen, Autoschutzbriefe oder Flugstornopolicen aufzusatteln seien.

Tatsächlich genügt die Absicherung über die Krankenkasse kaum - ob Notarztbehandlung, Operationen oder Krankenhausaufenthalt. Versicherungsfachmann Köster spricht von einem „Trugschluss mit katastrophalen Folgen“, der Normalverdiener schnell finanziell ruinieren könne. Arzt und Krankenhaus werden nur gegen Vorkasse tätig, danach erstatten die Kassen nach deutschen Sätzen - mit oft unter 50 Prozent viel zu wenig. Von Ländern ohne Erstattung wie den USA (ohne geltendes Sozialversicherungsabkommen) nicht zu reden: Hier kostet ein Tag intensivmedizinische Behandlung bis zu 10.000 Euro.

Rücktransporte? Keine Kassenübernahme. Ein betreuter Rückflug von Mallorca schlägt mit 10.000 Euro zu Buche, für Australien droht das Zehnfache. Auch für Privatpatienten empfiehlt sich angesichts derart horrender Summen eine ergänzende Police.
Dabei sind Policen mit acht bis zwölf Euro jährlich (Single) vergleichsweise günstig, eine Familie ist mit 15 bis 24 Euro dabei, und auch Tarife ohne Selbstbehalt sind machbar. Wer einen Vertrag besitzt, sollte jedes Jahr den Check machen: Tragen die Vertragsbedingungen noch der Lebensrealität Rechnung? Sind Rücktransport oder Hilfen wie ein Rollstuhl in der Altpolice wirklich enthalten?

Genaues Hinsehen erscheint zwingend, auch wenn es nach Einschätzung von Anwältin Grit Andersch keine „allumfassende Absicherung“ gibt. Sie als Anwältin für Tourismusrecht sei kurioserweise eine Spontantouristin, die „mit Sack und Pack loszieht“ und daher mit allem rechnet. Verständlich - wo Reisemängel zum Job gehören, denkt man im Urlaub ungern daran. Für alle anderen gilt: Besser vorher schlau machen.

Redaktionelle Beratung: reiseruecktrittsversicherung.org

(FN)


 


 

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