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Praktikum

Generation Praktikum - Segen und Fluch

Ob Schüler, Student, Berufseinsteiger oder einfach um einmal einen Einblick in einen Beruf zu bekommen. Hunderttausende Praktika werden jährlich absolviert. Einige werden dabei vergütet, viele Praktikanten bekommen aber keine Cent. Für die Zeit des Praktikums ein finanzieller Fluch, kann aber zum Segen werden.

Karrieresprungbrett contra Ausbeutung

Oftmals steht schon am ersten Tag des Praktikums fest. Der Beitrag, den ein Praktikum während seines Praktikums leisten wird, wird weit größer als sein Verdienst sein, denn - viele Praktika werden nicht vergütet. Es gibt aber auch Ausnahmen, die teilweise sehr lukrativ sind. Einen Trend kann man bei der Vergütung nicht erkennen. Zwar vergütet beispielsweise die Telekom ein Praktikum mit bis zu 800 Euro im Monat, andere zahlen dann eine "Aufwandsentschädigung" um 100 bis 200 Euro im Monat, doch das Gros verdient keinen Cent. Doch ist teilweise ein Praktikum ohne Vergütung oft lukrativer und wertvoller als ein gutes Gehalt, insbesondere wenn die Chance entsteht übernommen zu werden und eine feste Anstellung zu bekommen.

Klassiker: Kaffee kochen und putzen

Es gibt aber natürlich auch "Schwarze Schafe". Viele Arbeitgeber stellen Praktikanten als unbezahlte Kaffeekochhilfe oder Reinigungskraft ein. Für die Praktikanten ist das dann verlorene Zeit, die man auch gleich hätte vor dem Fernseher verbringen können, selbst das wäre dann wohlmöglich "produktiver" gewesen. Doch auch solch eine Erfahrung ist eine Erfahrung und kann einem Praktikanten helfen - beispielsweise dabei das Wort "NEIN" auch wirklich zu benutzen. Viele Berufsaustester stellen ihr eigenes Licht unter den Scheffel. In der Zeit des Praktikums ist man quasi ein vollwertiges Mitglied des Teams. Eine Kanne Kaffee am Tag zu kochen ist ok. Permanent den Barista zu spielen aber nicht. Hier muss man dann auch als "Prakti" seinen Mund aufmachen und sich durchsetzen und im Zweifelsfall, wenn sich nichts ändert, hinwerfen und gehen.

Mund-zu-Mund-Propaganda ist die beste Bewertung

Wer sich entschließt ein Praktikum zu machen, sollte sich vorher über den Arbeitgeber erkundigen. Im Internet kann man oftmals schon Kommentare von ehemaligen Praktikanten ansehen. Teilweise sind diese aber auch "beschönigt". Die beste Aussagekraft für eine Bewertung des vielleicht zukünftigen Praktikumsplatz sind Freunde und Bekannte. Wenn man jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden, der schon einmal dort gejobt hat, kann man sich hier die schlagkräftigsten Aussagen zum Praktikumsplatz holen. Das kann einem viel Ärger ersparen.

Alles was man macht muss man sichern

Egal in welchem Bereich man sein Praktikum macht. Sollte man etwas erstellen, was man hinterher anderen potentiellen Arbeitgebern vorlegen kann, sollte man sich das auch bescheinigen lassen und sich die Ergebnisse einpacken. Wer beispielsweise bei einer Zeitung ein Praktikum macht und dann den einen oder anderen Artikel veröffentlicht, sollte dann auch die alte, nicht wirklich aktuelle Print-Zeitung kaufen, die Artikel ausschneiden und in eine Mappe einheften oder digitalisieren. Hierbei gilt: "Je besser das Erzeugnis, desto aufbewahren". Klingt komisch, ist aber so. Das ist auch alle Bereiche übertragbar. Was man als Praktikant gemacht hat, ist oft hart erarbeitet worden. Genau diese Dinge sollte man dann auch offen darstellen.

Feedback ist unerlässlich

Die Wahrheit kann schmerzen. Doch ist eben jene Wahrheit ist genau das, was man in einer Lernphase und auch danach braucht. Bleibt man beim Beispiel des Journalisten, der für die kleine Lokalzeitung schreibt, bringt es ihm nichts, wenn er munter seine Artikel schreibt, diese abgibt und dann am nächsten Tag derjenige, der ihn eigentlich geschrieben hat überhaupt gar nicht mehr erkennt, dass er ihn geschrieben hat. Sprich: Man muss seinen Chef oder andere Mitarbeiter fragen, was gut und was falsch war. Dieses Feedback kann anfangs hart sein. Der Lerneffekt ist aber groß. Spätestens wenn dann der Redakteur dem Journalismus-Anfänger sagt: "Joa, kann man ohne Änderung so drucken", läuft die Nummer. Bis zu diesem Punkt dauert es aber ein wenig. Hier muss man dann als Praktikant permanent nachhaken und den Vorgesetzten auch mal auf die Nerven gehen - die nerven einen doch auch. Hierbei gilt: Es gibt keine blöden Fragen, nur blöde Antworten!

"Viva la Vita"

Ein Praktikum, insbesondere bei einem renomierten Unternehmen gehört in jedem Fall in den Lebenslauf. Eine Bestätigung welchen Umfang und welchen Zeitraum die Tätigkeit beeinhaltet hat, sollte man sich auf jeden Fall ausstellen lassen. Teilweise werden auch Praktikumszeugnisse ausgehändigt. Hier gilt: Aufpassen, welche Formulierungen dort verwendet wurden. Arbeitszeugnisse werden "stets bemüht" positiv formuliert, selbst man nicht besonders gut war. Sollte also eben jene Formulierung wie "stets bemüht" oder sonstige Floskeln in einem solchen Zeugnis auftauchen, sollte man das dann nicht bei künftigen Bewerbungen vorzeigen. Jeder Personaler und jeder Chef muss nur das von einem wissen, was man ihm auch wirklich sagen und zeigen will.

Selbstreflektion kann helfen

Spätestens am Ende des Praktikums sollte jeder Praktikant Bilanz ziehen. Hier können die Fragen helfen: "Was habe ich eigentlich gelernt?" "Kann ich für meine zukünftige Karriere das Gelernte oder die gesammelte Erfahrung mitnehmen?" "Ist das überhaupt der richtige Beruf für mich?" Diese Fragen könnten einen Ansatz geben. Erst, wenn man sich die Antworten auf diese Fragen geben kann man seine berufliche Zukunft gut und positiv planen. Auch ein Misserfolg ist ein Erfolg, dann weiß man wenigstens was man nicht machen möchte. Welche Schlüsse man aber letztendlich aus seinem Praktikum zieht, bleibt jedem "Prakti" selbst überlassen.

(Redaktion)


 


 

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