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Relevanz sorgt für mehr Sichtbarkeit

Facebook: Warum der EdgeRank kein Reichweiten-Killer ist

Unternehmen, die hinsichtlich der Effizienz von Facebook als Marketing-Tool ohnehin nicht sonderlich überzeugt waren, werden sich durch die zum Teil heftigen Diskussionen rund um den EdgeRank und den damit verbundenen Reichweitenverlust bei ihren Fans in ihrer kritischen Haltung bestätigt sehen. Aber was ist wirklich dran an den vielen Mythen zum neuen Facebook Algorithmus?

Fakt ist: Facebook hat ein massives Problem mit der Akzeptanz traditioneller Anzeigenformate. Laut „Welt“ lag die Klickquote hier im ersten Halbjahr in Deutschland bei 0,029 Prozent. Zudem funktionierte dieses Format auf mobilen Endgeräten nur sehr eingeschränkt, wenn gleich die Klick-Rate hier alles in Allem etwas besser ausfiel, was aber wohl eher auf Handhabungsfehler, als auf gewollte Klicks zurückzuführen sein dürfte. Das, aber auch der Wunsch der Facebook-Entwickler, die wahnsinnig große Masse an Spam und irrelevanten Inhalten weiter einzudämmen, dürfte wohl im Wesentlichen zu einer Entscheidung „Pro EdgeRank“ beigetragen haben. 

Um zu verstehen, was der „EdgeRank“ getaufte Algorithmus überhaupt tut, werfen wir einmal einen Blick hinter die Kulissen. Je größer die Anzahl von Facebook-Freunden und ihren Aktivitäten ausfällt, desto mehr Informationen würden täglich (gäbe es überhaupt keine Filter) via Newsstream auf uns niederprasseln. Eine Auswahl ist hier also nicht nur sinnvoll, sondern unbedingt notwendig. Der EdgeRank übernimmt genau diese Aufgabe und entscheidet, welche Informationen für uns wichtig oder interessant sein könnten. Definiert wird der für jeden Beitrag berechnete Wert durch die Faktoren Affinität, Gewichtung und Zeit (Quelle: thomashutter.com).  Auf den Punkt gebracht heißt das: je häufiger Leser bzw. Nutzer auf Beiträge reagieren und mit einer Seite interagieren, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen auch zukünftige Beiträge dieser Quelle angezeigt werden.

Das macht durchaus Sinn, denn mit Interaktion bezeugen Nutzer Interesse und werden von Facebook zukünftig primär mit Beiträgen versorgt, die auch für Sie interessant sein könnten.  Wie so oft ist es also auch hier eine Frage der Qualität der Beiträge, die dann letztlich über die Reichweite entscheidet.  Einen spürbaren Reichweitenverlust ereilt meiner Ansicht nach jedoch (wenn überhaupt) lediglich Seitenbetreiber, die es mit der Qualität ihrer Beiträge ohnehin nicht so genau nehmen. Wer seine Fan-Seite als digitale Dauerwerbesendung ohne jeglichen Nutzen für seine Fans versteht und betreibt, wird dank EdgeRank jetzt noch „unsichtbarer“.  „Noch unsichtbarer“ deshalb, weil diese Beiträge auch bisher kaum Reichweite hatten.  Wer glaubt, seine Postings hätten vor Einführung des EdgeRanks 100% aller Fans erreicht, liegt völlig falsch: gefiltert wurden Beiträge bei Facebook – das ist logisch und nachvollziehbar – schon immer. 

Vielleicht ist die aktuelle Diskussion ja genau der richtige Zeitpunkt, um einmal in sich zu gehen, die Qualität seiner Seiten-Inhalte zu prüfen und die bisherige Strategie gegebenenfalls zu überdenken. Fest steht: Guter Content erhält Reichweite auch weiterhin quasi zum Nulltarif. Denn „Likes“, Kommentare und das Teilen von Beiträgen wirken sich unmittelbar positiv auf den EdgeRank und damit die Sichtbarkeit von Beiträgen aus. 

Wer lieber ein wenig nachhelfen möchte, dem stehen mit Page Post Ads und Story Ads zwei Anzeigenformate zur Verfügung, die ebenfalls helfen können, den EdgeRank positiv zu beeinflussen, frei nach dem Motto „Wer nicht hören will, muss zahlen“.

Es gibt so gesehen keine wirkliche Alternative zu gutem Content, keine Zauberformel und keinen Software-Automatismus, der Relevanz ersetzen könnte. 

Im Whitepaper „Facebook EdgeRank: Cut Through the Clutter and into the News Feed” hält Buddymedia 10 Tipps bereit, die Ihnen zudem helfen können, Ihren Content attraktiver im Sinne des EdgeRanks zu gestalten.

  • Stellen Sie Fragen
  • Posten Sie Spiele und Quizaufgaben
  • Interagieren Sie mit Ihren Fans (Dialog)
  • Verwenden Sie Fotos und Videos
  • Nehmen Sie Bezug auf aktuelle Ereignisse
  • Posten Sie zeitkritische Beiträge
  • Fügen Sie Ihren Beiträgen Links hinzu
  • Bleiben Sie in Ihren Postings klar und unmissverständlich
  • Fordern Sie Nutzer zur Aktion auf

Das Buch zum Thema:

Social Media für Unternehmer: Der 30-Minuten-Faktor

Jens Schlüter zeigt Ihnen in diesem Buch, wie auch Sie die Möglichkeiten von Social Media Marketing optimal für Ihr Unternehmen nutzen können. Mit maximal 30 Minuten Aufwand pro Tag. Aus der Praxis, auf den Punkt, schnörkellos. Schritt für Schritt erkennen Sie das große Ganze und lernen Ihre persönliche Strategie zu entwickeln.

Addison-Wesley, 288 S., 24,95 Euro,
erscheint am 5. Dezember 2012
ISBN: 978-3827331632

(Jens Schlüter)


 


 

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