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Rheinland-Pfalz

Bauwirtschaft sucht neue Wege zur Fachkräfte-Sicherung

Die rheinland-pfälzische Bauwirtschaft sucht nach neuen Wegen zur Sicherung des Fachkräftebedarfs. Daher haben sich im Juli regionale Experten aus Baubetrieben auf Einladung von Arbeitsagentur, den Bauverbänden und SOKA-BAU zu einem Expertengespräch in Mainz getroffen. Thema war die Gewinnung und Qualifizierung von Fachkräften für die Bauwirtschaft.

Ziel der Veranstaltung war es, bestehende Fördermöglichkeiten bei der Gewinnung und Qualifizierung von Fachkräften zu reflektieren und gegebenenfalls neue Aktivitäten zu entwickeln, um dem schon jetzt einsetzenden Fachkräftemangel in der Branche wirksam begegnen zu können. Die Bedeutung solcher Expertengespräche unterstrich Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, mit seinem Kommen.
 
Heinrich Alt: „Losgelöst von jeder Einwanderungsdebatte wissen die Unternehmen, dass wir im Lichte der demografischen Veränderungen die inländischen Potenziale stärker nutzen müssen. Es gibt kaum noch Branchen, die von Qualifikationsengpässen verschont sind. Wir müssen jetzt handeln. Wir haben in Deutschland 1,5 Millionen junge Menschen ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung. Wir müssen kluge Ideen und Strategien entwickeln, wie wir diese Gruppe zu Fachkräften von Morgen machen können. Was wir heute bei der Integration junger Menschen in Ausbildung und Beschäftigung verpassen, können wir vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels womöglich nicht mehr aufholen.“
 
Neben der Informationsverbesserung zu bestehenden Fördermöglichkeiten wünschten sich die Baubetriebe auch eine unkomplizierte Durchführung. Für die Region Rheinland-Pfalz planen die Bundesagentur für Arbeit Rheinland-Pfalz-Saarland, die Bauverbände Rheinland-Pfalz und SOKA-BAU nun eine Informationsoffensive, die – neben der Nutzung bestehender Kommunikationswege – auch regionale Fachtagungen vorsieht. Zudem verabredeten die Ausrichter, auch zukünftig im Dialog mit den Betrieben zu bleiben, um bürokratische Hürden zu reduzieren.
 
Ein Beispiel dazu nannte SOKA-BAU-Vorstandsmitglied Manfred Purps: „In der Bauwirtschaft – übrigens die einzige Branche in Deutschland, in der sich alle Betriebe über eine Umlage an der Berufsausbildung beteiligen – wurde die bisher gültige Altersgrenze von 27 Jahren für die Erstattung der Ausbildungskosten gestrichen. Seit dem 01.07.2013 erhalten Baubetriebe für alle Auszubildenden - gleich welchen Alters - die übliche Förderung."
 

Nicht nur auf Schulabgänger schauen

Auch die Bundesagentur für Arbeit sieht einen wichtigen Ansatz zur zukünftigen Fachkräftesicherung darin, bei der Auswahl von Auszubildenden nicht ausschließlich auf die Schulabgänger zu schauen, wie Heidrun Schulz, die Leiterin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der BA, erläuterte:

„In Rheinland-Pfalz und im Saarland sind insgesamt rund 19.000 Männer und Frauen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren ohne Ausbildung arbeitslos. Gerade in dieser Altersgruppe sehen wir ein hohes Potenzial für die Gewinnung von Fachkräften in den nächsten Jahren. Über 80 Prozent dieser jungen Erwachsenen beziehen Grundsicherung für Arbeitslose (Hartz IV). Ohne eine Berufsausbildung besteht bei ihnen ein hohes Risiko, dass sie in großen Teilen ihres Lebens auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind. Viele dieser jungen Erwachsenen bringen eine große Motivation mit, doch noch eine Ausbildung zu beginnen. In der Bauwirtschaft werden Fachkräfte gesucht. Für mich ist das eine klassische Win-Win-Situation , denn die jungen Leute bekommen die Möglichkeit, sich eine wirtschaftlich solide Zukunft aufzubauen und die Unternehmen bekommen die dringend benötigten Nachwuchskräfte, um sich langfristig weiter entwickeln zu können.“

(Quelle: Arbeitsagentur)


 


 

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