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Ronald Lange

Ausbildung in der Zahntechnik hat Zukunft

Der Fachkräftemangel macht sich laut dem Inhaber des Labors Dentale Technik Ronald Lange in Bous in der Zahntechnik besonders stark bemerkbar. In den kommenden Jahren wird er sich noch weiter verschärfen, da die Anzahl an Azubis rückläufig ist. Und das, obwohl die Zahntechniker-Ausbildung interessant, spannend und zukunftssicher sei, wie Zahntechnikermeister Ronald Lange im business-on.de-Interview erläutert.

business-on.de: Einer Ihrer Auszubildenden, Ferdi Kollcaku, hat kürzlich die Gysi-Medaille bei einem internationalen Azubi -Wettbewerb anlässlich der IDS in Köln gewonnen. Was bedeutet Ihnen eine solche Auszeichnung?

Ronald Lange: Ein solch renommierter Preis macht uns stolz und ist ein wirklicher Erfolg. Ferdi wurde damit als einer der besten von rund 60 Bewerbern ausgezeichnet. Dies zeigt, dass unsere Art der Ausbildung Früchte trägt. Und dass es sie immer noch gibt, die Azubis, die mehr leisten als nur 08/15.

Seit 19 Jahren bilde ich bereits Zahntechniker aus. Und ich muss sagen, dass sich die Jugendlichen geändert haben: Viele von ihnen geben sich mit weniger zufrieden als früher. Wollte man früher noch mit guten Noten punkten, scheint heute das Mittelmaß auszureichen. Ferdi ist da eine willkommene Ausnahme.

business-on.de: Was muss man eigentlich mitbringen, um Zahntechniker werden zu können?

Ronald Lange: Eine abgeschlossene Schulausbildung. Zumindest ein sehr guter Hauptschulabschluss wird von uns verlangt. Besser ist Mittlere Reife oder Abitur. Die künftigen Auszubildenden müssen die „leicht höhere Mathematik“ beherrschen und sich während der Lehre auch viele Fachbegriffe aneignen, die oftmals auch in Latein sind. Außerdem benötigen sie handwerkliches Geschick.

Ein Grund, warum wir die höheren Schulabschlüsse vorziehen ist auch, weil die Jugendlichen dann bereits älter sind. Ein 15-Jähriger, der gerade seinen Hauptschulabschluss gemacht hat, weiß meist noch nicht so genau, was er künftig einmal erreichen will und gibt sich dann leider auch oft nicht die notwendige Mühe bei der Ausbildung.

Fehlender Nachwuchs

business-on.de: Wie sieht die derzeitige Bewerbersituation aus? Kommt genügend Nachwuchs?

Ronald Lange: In der Zahntechnik herrscht ein massiver Fachkräftemangel. Es wird viel zu wenig ausgebildet. Obwohl theoretisch jedes Dentallabor mit Meister ein Ausbildungsbetrieb ist, scheuen viele Betriebe die Ausbildung. Denn eine Ausbildung in der Zahntechnik ist sehr teuer und kostet auch viel Zeit.

In diesem Jahr werden etwa 12 bis 14 Azubis die Gesellenprüfung ablegen. Für die kommenden Jahre zeichnet es sich jedoch ab, dass nur noch 6 bis höchstens 12 nachkommen werden. Und viele von ihnen gehen anschließend Zahnmedizin studieren oder aufgrund der steuerlichen Situation nach Luxemburg arbeiten. Sie stehen somit dem saarländischen Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.

business-on.de: Welche Aufstiegschance gibt es nach der Lehre?

Ronald Lange: Nach der Gesellenprüfung kann man direkt auf die Meisterschule, zum Beispiel nach Trier gehen und sich weiter qualifizieren. Dort gibt es die Möglichkeit, innerhalb von vier Jahren, nebenberuflich seinen Meister zu machen. Das haben auch einige unserer Zahntechnikergesellen gemacht.

Und dann kann man natürlich auch noch studieren oder bei der Handwerkskammer seinen Betriebswirt machen.

Beim Bachelor- oder Master-Studiengang zum Dentaltechnologen vertieft man vor allem die theoretischen und technischen Fähigkeiten, beim Betriebswirt die kaufmännischen und der Meister konzentriert sich auf das Handwerkliche.

Zukunftssicher und spannend

business-on.de: Wie ist denn die finanzielle Situation in der Branche?

Ronald Lange: Grundsätzlich muss man sagen, dass man direkt nach der Gesellenprüfung noch nicht sehr viel verdient. Ich sage immer: Die „richtige“ Ausbildung fängt erst nach der Ausbildung an. Denn erst im Berufsalltag lernt man den Job richtig kennen und merkt, auf was man sich spezialisieren möchte.

Die Spezialisierung, z.B. auf Veredlung oder die CAD/CAM-Technologie, wird immer wichtiger. Deswegen legen wir auch viel Wert auf Weiterbildung. Jährlich gibt es mehrere interne und externe Fortbildungsangebote für alle unsere Mitarbeiter.

Und als Spezialist kann man dann auch in der Zahntechnik genügend Geld verdienen. Stehen direkt nach der Ausbildung rund 1.400 Euro auf dem Gehaltscheck, können es nach einer Spezialisierung schnell auch mal bis zu 3.000 oder mehr werden.

business-on.de: Hat der Beruf des Zahntechnikers Zukunft?

Ronald Lange: Auf jeden Fall! Heutzutage sogar mehr Zukunft denn je. CAD/CAM, neuartige Materialien und der stetige Einzug modernster Technik macht den Beruf äußerst interessant. Vieles wird dadurch künftig zwar automatisch ablaufen, andere Arbeiten werden aber top ausgebildete Spezialisten erfordern.

Hinzu kommt der derzeitige Mangel an Fachpersonal: Wer heute mit einer guter Gesellenprüfung abschließt, hat über viele Jahre hinweg einen sicheren Job.

Derzeit schwappt auch gerade ein neuer Trend aus Amerika rüber: das Bleaching. Die Menschen wollen ja immer schön und jung bleiben und nicht mehr altern. Neben den gängigen Schönheits-OPs legen die Leute nun auch verstärkt Wert auf schöne, blendend-weiße Zähne. So wird man  künftig also nicht nur bei gesundheitlichen Problemen die Leistungen der Zahntechnik in Anspruch nehmen, sondern auch, um Schönheitsidealen gerecht zu werden.

In der Zahntechnik-Branche bleibt es also spannend!

Weitere Infos rund um die Ausbildung zum Zahntechniker unter: www.dentaletechnik-ronaldlange.de

(Redaktion)


 


 

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