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Saar-Wirtschaft

Saarland investiert Millionen in die Fachkräftesicherung

Auf der Landespressekonferenz hat Wirtschaftsministerin Rehlinger bekannt gegeben, dass das Saarland bis 2020 mehrere Millionen Euro - unter anderem aus EU-Mitteln - in die Fachkräftesicherung investieren wird. Schwerpunkte der Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik sind die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, die Förderung der beruflichen Ausbildung und die Unterstützung problembelasteter Schulabgänger auf ihrem Weg in den Beruf.

„Unser Ziel ist die Schaffung eines starken und modernen Saarlandes. Wir erreichen dies nur auf der Basis einer starken und modernen Wirtschaft. Deren Grundlage wiederum ist eine ausreichende Zahl gut ausgebildeter Fachkräfte. Die Zukunftsfähigkeit unseres Landes hängt also stark von der nachhaltigen Deckung des Fachkräftebedarfs ab.“, sagt Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger.

Der industriellen Basis komme neben dem Mittelstand für die weitere Entwicklung eine Schlüsselrolle zu.

Ein offensives Gesamtkonzept

Das Saarland wird bis 2020 in diesen Politikbereich Millionenbeträge investieren. Zusätzlich sollen EU-Mittel eine wesentliche Rolle spielen. „Auch in der bald beginnenden neuen Förderperiode kann das Saarland in erheblichem Maß vom Europäischen Sozialfonds profitieren. Wir haben dazu ein 100-seitiges offensives Gesamtkonzept eingereicht, das an bewährte Maßnahmen anknüpft, aber auch neue Instrumente und Schwerpunkte enthält“, sagte die Ministerin.

Insgesamt konnte sich das Saarland in den vorausgegangenen Verhandlungen ESF-Mittel in Höhe von knapp 74 Mio. Euro sichern, die in den nächsten sieben Jahren Spielraum für eine gezielte Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik geben. Aus dem Saarland kommt die gleiche Summe aus öffentlichen und privaten Mitteln dazu, so dass alles in allem 148 Mio. Euro zur Verfügung stehen.

Rehlinger: „Im Vergleich zur abgelaufenen Förderperiode haben wir rund 14 Prozent weniger. Das hängt damit zusammen, dass unser Land in Brüssel jetzt als ‚stärker entwickelte Region’ eingestuft wird. Trotzdem ist der ESF für uns ein unverzichtbarer Faktor für mehr Wachstum und Beschäftigung.“

Die Ministerin rechnet damit, dass das Operationelle Programm des Saarlandes für den ESF bis November durch die Europäische Kommission genehmigt wird.

Drei Handlungsfelder

Das eingereichte Programm spiegelt wider, dass die Finanzmittel im Saarland nicht nach dem Gießkannenprinzip auf Einzelprojekte verteilt, sondern auf konkrete Schlüsselbereiche („Prioritätsachsen“) konzentriert werden. Im Mittelpunkt stehen drei Handlungsfelder:

  • Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und Diskriminierung,
  • Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung,
  • Investitionen in Bildung, Ausbildung, Berufsbildung und lebenslanges Lernen.

Das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ durchzieht als Querschnittsaufgabe alle Bereiche.

Inklusion und Bekämpfung der Armut

[54 Prozent des Programmvolumens]

Die Priorität „Aktive Inklusion, Förderung der Chancengleichheit, aktive Beteiligung und Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit“ ist die zentrale Komponente des ESF-Programms. Dabei werden die bewährten Instrumente zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit - eine der bedeutendsten Ursachen für Armut – weiterhin eingesetzt. So auch das Landesprogramm ASaar, mit dem in den nächsten Jahren Tausende von Stellen für Langzeitarbeitslose angeboten werden können. „Wir wollen die Situation dieser Zielgruppe deutlich verbessern“, erklärte Ministerin Rehlinger.

Dabei werde ein spezifischer Ansatz verfolgt: Besonderes Augenmerk gilt den Langzeitarbeitslosen mit komplexen Profillagen, darunter insbesondere jungen Arbeitslosen, Menschen mit Migrationshintergrund, Alleinerziehenden, Älteren und Personen mit geringerem Bildungsniveau.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen konnte in den letzten Jahren im Saarland nicht im gleichen Maß verringert werden wie im Bundesdurchschnitt. Zwar ist die absolute Zahl deutlich zurückgegangen, der Anteil der SGB-II-Empfänger an allen Arbeitslosen ist jedoch gestiegen, so dass im Saarland von einer Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit gesprochen werden kann: „Damit ist ein erhöhtes Armutsrisiko für nicht integrierte Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen (insbesondere alleinerziehende), Personen mit geringer Qualifikation sowie ältere Personen verbunden.“

Für die berufliche Integration dieser Zielgruppen sei daher gezielt das spezifische Landesprogramm ASaar eingeführt worden.


 


 

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