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Zahl der Unternehmensinsolvenzen nimmt deutlich ab

Im vergangenen Jahrzehnt kam es nur drei Mal vor, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen die 400er Marke deutlich unterschritt. 2012 war so ein Jahr. Nach Angaben des Statistischen Amtes wurden im vergangenen Jahr insgesamt 352 zahlungsunfähige Unternehmen gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 16 Prozent im Vorjahresvergleich bzw. 68 Verfahren weniger.

Nahezu alle Wirtschaftsbereiche profitierten von rückläufigen Insolvenzzahlen. Zu den wenigen Ausnahmen zählt das Baugewerbe, das aufgrund eines leichten Anstiegs um 6,6 Prozent mit nunmehr 65 Insolvenzen die Branche mit den meisten zahlungsunfähigen Firmen darstellt. Verbessert hat sich hingegen die Situation im erweiterten Handelsbereich dank eines kräftigen Rückgangs der Insolvenzen um über ein Fünftel auf jetzt 63 Insolvenzen.

Noch bemerkenswerter war, mit fast einer Halbierung der Fallzahl um 30 Fälle auf 33 Verfahren, die Abnahme der Insolvenzen im Gastgewerbe. Im heterogenen Dienstleistungsbereich hielten sich dagegen Zu- und Abnahmen in den einzelnen Sparten annähernd die Waage. 

Kaum Großinsolvenzen in 2012

Nach Rechtsform unterschieden gehörten mit 188 die meisten finanziell gescheiterten Firmen weiterhin zur Gruppe „ Einzelunternehmen , Freiberufler, Kleingewerbetreibende“, der Rückgang war hier mit - 10 Prozent unterdurchschnittlich. Als GmbH waren zuvor 144 der gescheiterten Firmen geführt worden, 18 Prozent weniger als im Vorjahr.

Da das Jahr 2012 von Großinsolvenzen weitgehend verschont geblieben war, hat sich die Höhe der Gläubigerforderungen drastisch reduziert: sie ist von fast einer halben Milliarde EURO in 2011 auf aktuell unter 85 Millionen EURO gesunken.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei der Zahl der betroffenen Arbeitnehmer. Sie hat sich gegenüber 2011 mehr als halbiert und liegt nun bei knapp unter 1600.

Der Anteil der beantragten Fälle, bei denen anschließend vom Gericht auch das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet wurde, hat dagegen 2012 leicht auf rd. zwei Drittel abgenommen. Nur bei Verfahrenseröffnung besteht für die Gläubiger die Chance auf eine zumindest teilweise Befriedigung ihrer Forderungen. In den restlichen, mangels Masse abgewiesenen Fällen reicht dagegen das verbliebene Vermögen des Schuldners noch nicht einmal mehr zur Deckung der Gerichtskosten aus.

Verbraucherinsolvenzen ebenfalls rückläufig

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzverfahren im Saarland war 2012 ebenfalls rückläufig, sie hat sich um 5,7 Prozent auf 1 619 vermindert.  Nachdem das Saarland im Vorjahr noch entgegen dem Bundestrend sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich weiter zunehmende Insolvenzzahlen vermelden musste, sieht es nun so aus, dass die positive Entwicklung hier zwar später, dafür aber nun kräftiger eingesetzt hätte.

Denn nach den derzeit bis November vorliegenden Daten ergibt sich auf Bundesebene bei den Unternehmen  nur ein Rückgang um - 4,3 Prozent bzw. bei den Verbraucherinsolvenzen um - 3,9 Prozent.

(Quelle: saarland.de)


 


 

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