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Stromanbieter reagieren

Saarbrücken wird atomstromfreie Zone

Die Stadtwerke Saarbrücken haben angekündigt, ab 2014 komplett auf Atomstrom verzichten zu wollen. Damit zeigt das Verbraucherverhalten offenbar Wirkung. in den letzten Wochen sind vermehrt Stromkunden von den klassischen Versorgern zu alternativen Anbietern gewechselt.

Ab dem Jahr 2014 kann Saarbrücken komplett ohne Atomstrom auskommen. Das sagte der Sprecher der Geschäftsführung der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken mbH (VVS), Dr. Dieter Attig, anlässlich der Gedenkveranstaltung "25 Jahre Tschernobyl - 25 Jahre Cattenom" am vergangenen Dienstag im Saarbrücker Rathaus.

Dann, so Attig, kann die gesamte Strommenge aus Anlagen stammen, die den örtlichen Versorgern gehören. Der Saarbrücker Stadtwerke-Konzern sei dafür bestens aufgestellt und habe seine zurzeit im Bau befindlichen, dezentralen Kraftwerke darauf ausgerichtet.

Pro Jahr werden in der Landeshauptstadt ca. 1.200 GWh Strom benötigt. Gemeinsam mit dem Heizkraftwerk Römerbrücke, das der ESLL gehören wird, und dem zurzeit im Bau befindlichen Heizkraftwerk Süd der VVS, den Blockheizkraftwerken der VVS sowie weiteren ca. 300 GWh aus vorhandenen Kohlekraftwerken in Fenne könne ein Strombedarf in dieser Höhe gedeckt werden.

In einem zweiten Schritt müsse dann nach 2014 gezielt daraufhin gearbeitet werden, den Kohlestrom durch Strom aus Erneuerebaren Energien zu ersetzen. Das könne zum Beispiel durch Windkraft geschehen.

Denn die elektrische Leistung aus erdgasgefeuerten Heizkraftanlagen erlaube einen Zubau von Windkraftanlagen in gleicher Leistung, die dann durch Heizkraftanlagen vollständig abgesichert würde - also z. B. wenn der Wind nicht weht.

Mit diesem Potential aus Windkraft ließe sich der Kohlestrom voll ersetzen. Gemäß der im neuen Masterplan Energie der Landesregierung vorgesehenen Ausbaugeschwindigkeit könne dieses Szenario bis 2025 erreicht werden.

"Eine 100-prozentige Stromversorgung der Landeshauptstadt Saarbrücken durch Erneuerbare Energien wäre bis 2050 denkbar," so Attig.

Saarbrückens Oberbürgermeisterin und Veranstaltungsinitiatorin, Charlotte Britz, betonte die Bedeutung alternativer Methoden zur Stromgewinnung für die Landeshauptstadt. "Wir wollen ein lebenswertes Wohnumfeld schaffen und in die Zukunft unserer Bürgerinnen und Bürger investieren.

Dazu gehört zwangsläufig der Ausstieg aus der Atomkraft." Gerade auch die Nähe zu Cattenom mache deutlich, wie sehr jeder Einzelne davon betroffen sein kann. Denn im Ernstfall machten die Folgen einer atomaren Katastrophe auch vor Grenzen nicht halt.

(Redaktion)


 


 

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