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Bürgerlicher Widerstand

Interview mit David Hupperich, Mitinitiator von Occupy Saarbrücken

Unter dem Motto "Weist die Banken in die Schranken" findet am Samstag, 26. November, eine Protestaktion von Occupy Saarbrücken vor der Europagalerie statt. Anschließend wird parallel zur Kundgebung das Volksfest "Peace and Love" mit Live-Musik gefeiert. Wir sprachen mit David Hupperich, einem der Initiatoren über die Ziele der Aktion.

business-on.de: Wie entstand die Occupy-Bewegung in Saarbrücken - war es anfangs schwer, Mitstreiter im Saarland zu motivieren? Wie viele Bürger kommen heute durchschnittlich zu den Aktionen?

David Hupperich: Der Anfang war recht leicht. Es kamen schnell viele Leute zusammen, die gemeinsam was bewegen wollen. Am 15.10. waren wir 6 Leute. In der nächsten Woche waren es schon 300.

business-on.de: Wie sieht der typische Occupy-Sympathisant aus?

David Hupperich: Es sind alle Bevölkerungsschichten dabei. Um so jünger die Teilnehmer werden, desto seltener sind sie auch anzutreffen. Es ist die Ironie der Geschichte, dass gerade die, die irgendwann alles bezahlen dürfen, am wenigsten Interesse zeigen.

business-on.de: Ziel der Occupy-Bewegung ist unter anderem die Aufklärung. In den Medien sieht man jedoch meist nur Protestler ohne große Aussage. Was möchten Sie vermitteln, welches ist Ihr erklärtes Ziel?

David Hupperich: Wir wollen die Macht der Finanzwirtschaft schwächen. Die Politik muss die Finanzwirtschaft wieder strenger kontrollieren und regulieren. Das sagen ja sogar erfahrene Investment-Banker. Wenn die Medien die Protestler als naive Wutbürger darstellen, dann frage ich mich, wem die Medien damit einen Gefallen machen wollen?

business-on.de: Was versprechen Sie sich von Aktionen wie dem großen Volksfest mit Kundgebung an der Europagalerie?

David Hupperich: Dass wir noch mehr Aktivisten und interessierte Bürger für unsere Sache gewinnen können.

business-on.de: Unter anderem wird am Samstag auch zum Camping vor der Euopagalerie gerufen - von 11 bis 16 Uhr. Denken Sie, dass bis 16 Uhr wirklich alle abgebaut haben?

David Hupperich: Nein, es gibt Pläne, die Zelte länger stehen zu lassen. Ich habe der Polizei angeboten die Verantwortung zu übernehmen.

Ich sorge dafür, dass nichts kaputt gemacht wird und dass der Müll wieder eingesammelt wird. Die symbolische Platz-Besetzung endet spätestens am nächsten Morgen.

business-on.de: Sie legen großen Wert darauf, dass keine Parteiflaggen auf der Kundgebung geschwungen werden. Wieso dieses strikte Verbot?

David Hupperich: Weil wir eine unparteiische Bürgerbewegung sind. Außerdem versprechen die Parteien in Deutschland viel und halten aber nicht Wort. Die Parteien müssen sich ändern! Danach sehen wir weiter.

business-on.de: Wo befindet sich Ihrer Meinung nach unsere Gesellschaft in fünf Jahren, wenn nicht jetzt gehandelt wird?

David Hupperich: Ich weiß nicht wie lange manche Dinge brauchen werden, um sich zu entwickeln. Wenn ich aber die hemmungslose Staatsverschuldung und den demografischen Wandel, kombiniert mit Schwächen in der Bildungspolitik betrachte, dann sieht es für die Zukunft der Gesellschaft nicht sehr rosig aus.

Mit den Polit-Kaspern, die in unseren Regierungen sitzen wird das auch nicht besser. Es müssen daher "geeignete Maßnahmen" ergriffen werden - und zwar schnell!

Occupy Saarbrücken
Europagalerie
26. November 2011

11 Uhr Aufbau, 14 Uhr Kundgebung
www.occupy-saarbruecken.co.de

(FN)


 


 

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