24.01.2011  18:44 Uhr

Wadrill
Die 10 Saarland-Geheimtipps für den Wochenendausflug (Teil 1)

SaarLorLux. Dass man im Saarland gut Essen und Trinken gehen kann, hat sich bereits herumgesprochen. Das kleinste Bundesland in Deutschland bietet aber auch tolle Möglichkeiten für den Wochenendausflug. business-on.de stellt 10 Geheimtipps vor.

Wadrill ist der nördlichste Stadtteil von Wadern. Obwohl der Ort im Schwarzwälder Hochwald nur 330 Meter hoch liegt, kann er etwas aufbieten, was es sonst nur im alpinen Raum gibt: eine echte Alm.

Die Hochwald-Alm liegt etwa zwei Kilometer außerhalb von Wadrill auf gut 560 Metern Höhe, unweit der Grenze zu Rheinland-Pfalz. 

Sie ist die einzige Jungvieh-Alm im Saarland. Traditionsgemäß werden die Jungtiere der Weidegenossenschaft Hochwald Anfang Mai auf die 18 Hektar große Alm getrieben. Bis Anfang der 1990er Jahre wurde auf ihr ein Bauernhof betrieben. 

TEXT AUS DEM BUCH:

Nach einem Brand, der das Gebäude vollständig zerstörte, wurde der Hof aufgegeben. Später wurde an gleicher Stelle eine Blockhütte errichtet, die ein ganzjährig geöffnetes Gasthaus beherbergt. Hier kann man vor allem im Sommer den herrlichen Blick in das Tal der Wadrill, eines gerade mal 17 Kilometer langen Nebenflusses der Prims, genießen.

Wadrill ist der Ort der skurrilen Bräuche. Einer davon ist das sogenannte »Erbsenrad«, dessen Ursprünge vermutlich bis in die Keltenzeit zurückgehen. Am ersten Sonntag der Fastenzeit wird nach Anbruch der Dämmerung ein aus Stroh (ursprünglich aus Erbsenstroh) gewickeltes Rad in Brand gesetzt und anschließend von einer Anhöhe (dem Perscher Kopf) etwa 500 Meter weit bis in die Wadrill gerollt, wo es erlischt. 

Das brennende Rad soll die Wintergeister vertreiben und als Symbol der Sonne für eine gute (Erbsen-)Ernte sorgen. Aus diesem Grund wurde der erste Fastensonntag früher in Wadrill auch Erbsensonntag genannt.

Ein weiterer Brauch geht dem Erbsenrad am selben Tag voraus: das Eiersammeln. Hier ziehen meist ehrenamtliche Helfer mit Schnaps und Likör durch den Ort und bitten an den Haustüren um Eier. 

Jeder Eierspender kriegt zum Dank für seine Hilfsbereitschaft ein Gläschen Hochprozentiges. Nachdem das Erbsenrad in der Wadrill ausgebrannt ist, werden die gesammelten Eier im Pfarrhaus zubereitet und anschließend von den Brauchtumspflegern verspeist.


 

(emons)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © emons



 


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