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Saarwirtschaft

Unternehmen bewerten den Wirtschafts-Standort Saarland positiv

Die Saar-Unternehmen sind größtenteils zufrieden mit dem Wirtschaftsstandort Saarland. So das Ergebnis einer aktuellen IHK-Standortumfrage. Durchschnittlich wurde der Wirtschaftsstandort auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft) mit 2,7 bewertet.

"Die Ergebnisse unserer Umfrage belegen, dass das Saarland alles in allem ein attraktiver Wirtschaftsstandort ist. Das unterstreichen auch die zahlreichen Unternehmen, die Jahr für Jahr viel im Land investieren. Jetzt stehen wir vor der großen Herausforderung, den Standort auch in einer Zeit attraktiv zu halten, in der die Schuldenbremse verstärkt greift. Das kann nur gelingen, wenn Land und Kommunen in ihren Haushaltsplanungen klare Prioritäten setzen und insbesondere ausreichende Budgets für Investitionen vorsehen. Unverzichtbar sind aber auch ein Altlastenfonds, der das Land von den überbordenden Zinslasten befreit sowie eine angemessene Berücksichtigung des Landes in der Infrastrukturplanung des Bundes."

Mit diesen Worten kommentierten IHK-Präsident Dr. Richard Weber und IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch die Ergebnisse der Umfrage.

Fachkräftesicherung zählt zu den wichtigsten Standortfaktoren

Die wichtigsten Standortfaktoren sind aus Sicht der Saarwirtschaft ein ausreichendes Angebot an Fachkräften, die verkehrliche Erreichbarkeit des Landes, eine wirtschaftsfreundliche Verwaltung und ein besseres Image des Landes; letzteres gerade auch mit Blick auf die Chancen, künftig verstärkt Fachkräfte von außerhalb des Landes gewinnen zu können. In diesen Bereichen sehen die Unternehmen auch weiteren Handlungsbedarf.

"Der hohe Stellenwert des Faktors Fachkräfte bestärkt uns darin, beim Zukunftsbündnis 'Fachkräfte Saar' weiter kräftig aufs Tempo zu drücken. Gut ist, dass wir dabei nicht nur auf das Engagement der Landesregierung, sondern auch auf eine breite Unterstützung durch Unternehmen, andere Wirtschaftsorganisationen und auch auf die Arbeitnehmerorganisationen zählen können", so Dr. Weber.

Image durch Saarland-Marketing stärken

Gleiches gilt für das kürzlich gestartete Saarland-Marketing. Drei von vier Betrieben messen dem Standortfaktor "Image" einen hohen Stellenwert zu. Und über 40 Prozent sehen hier Handlungsbedarf.

Das gilt gerade auch für kleine und mittlere Unternehmen, die seit Jahren bereits über große Schwierigkeiten berichten, Fachkräfte von außen zu gewinnen. Die Wirtschaft hält es für dringend geboten, das Image des Landes nachhaltig zu verbessern.

"Das eröffnet uns gute Chancen, die Wirtschaft in der Breite in das Saarland-Marketing einzubinden. Das ist wichtig. Denn nur mit einem "Mitmach-Marketing" können wir erfolgreich sein", so Giersch.

Gute Noten ("geringer Handlungsbedarf") erteilen die Unternehmen insbesondere der Wirtschaftsförderung, der Verfügbarkeit von Gewerbeflächen, den Angeboten an Weiterbildung sowie den Kultur-, Freizeit- und Sportangeboten. Jeweils mehr als drei Viertel zeigen sich hier zufrieden mit dem vorhandenen Angebot.

"Der hohe Wohn-, Freizeit- und Kulturwert ist ein Pfund, mit dem unser Land im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte ebenso wuchern kann wie mit unserer exportstarken Wirtschaft und der attraktiven Forschungslandschaft", so Dr. Weber.

Insgesamt haben die Unternehmen 24 Standortfaktoren hinsichtlich Bedeutung und Handlungsbedarf bewertet (vgl. Schaubild). Neben harten Standortfaktoren aus den Bereichen Arbeitsmarkt, Standortkosten und Verkehr zielte die Umfrage auch auf eine Einschätzung der Unternehmen über weiche Faktoren wie die Attraktivität der Kommunen oder den Wohn- und Freizeitwert des Saarlandes.

Die Antworten wurden nach Betriebsgröße, nach Branchen und für die einzelnen Landkreise des Saarlandes ausgewertet. Die Ergebnisse der Befragung können im Einzelnen unter www.saarland.ihk.de (Kennzahl 1886) eingesehen werden.

Ein ausreichendes Angebot an Fachkräften sichern

Höchste Bedeutung für die Wirtschaft hat die Verfügbarkeit an qualifizierten Fachkräften. Mehr als 83 Prozent der Unternehmen messen diesem Standortfaktor einen hohen Stellenwert zu. Die Unternehmen wissen, dass durch die demografische Entwicklung, die das Saarland härter trifft als die meisten anderen Regionen in Deutschland, hierzulande mit einer deutlichen Verschärfung des Fachkräftemangels zu rechnen ist.

Dr. Weber: "Umso wichtiger ist es, das Zukunftsbündnis 'Fachkräfte Saar' weiter mit Leben zu füllen. Alle gesellschaftlichen Gruppen müssen dazu aktiv beitragen. Unsere IHK wird ihr Engagement weiter intensivieren. Schwerpunkte werden dabei sein: eine noch bessere Berufsorientierung von Schülern, die Ausbildung von Jugendlichen mit schulischen Defiziten, die familienfreundliche Gestaltung der Arbeitswelt und Initiativen zum lebenslangen Lernen."

Eine besondere Rolle zur Fachkräftesicherung spielen die Hochschulen. Aus ihnen rekrutieren sich die künftigen Führungskräfte. Insgesamt messen 45 Prozent der Unternehmen der Verfügbarkeit an Hochschulabsolventen einen hohen Stellenwert zu - vor allem in der Industrie (49 Prozent) und im Dienstleistungsbereich (55 Prozent).

"Unsere Wirtschaft braucht weiterhin leistungsfähige Hochschulen, die insbesondere auch attraktive betriebswirtschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge anbieten - und zwar solche mit einer anwendungsorientierten Richtung ebenso wie solche mit einer stärkeren Grundlagenorientierung", so Giersch.

Aufgrund der großen Bedeutung der Ingenieurwissenschaften für das Saarland beteiligen sich IHK und ME Saar an vier Stiftungsprofessuren im Bereich der Mechatronik.


 


 

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