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Saarwirtschaft

Unternehmen bewerten den Wirtschafts-Standort Saarland positiv

Anschluss halten: Verkehrsinfrastruktur modernisieren

Rund 83 Prozent der Unternehmen halten eine gute Verkehrsanbindung des Landes für wichtig - insbesondere auch über die Straße. Trotz der Fortschritte, die in den letzten Jahren bei der Einbindung in das europäische Straßennetz erzielt werden konnten, sieht hier jedes zweite Unternehmen weiteren Handlungsbedarf. Bemängelt wird vor allem der Zustand des Straßennetzes.

Giersch: "Weit über 90 Prozent der hierzulande gefertigten Industrieprodukte werden an Kunden außerhalb des Saarlandes geliefert. Für die Saarwirtschaft sind Verkehrsadern deshalb buchstäblich Lebensadern. Wir appellieren deshalb an den Bund, aber auch an Land und Kommunen, künftig mehr Mittel für den Erhalt und den Ausbau der Verkehrswege zur Verfügung zu stellen."

Was den Ausbau anbetrifft, sollte vor allem der vier-streifige Ausbau der B 10 von Hinterweidenthal bis Landau forciert angegangen werden. In diesem Zusammenhang appelliert die IHK noch einmal eindringlich an die rheinland-pfälzische Landesregierung, das auf dieser Strecke geltende Nachtfahrverbot für LKWs aufzuheben.

Zudem sollten fehlende Lückenschlüsse wie auf der A 1 in Richtung Rheinland und zur A 8 Richtung Luxemburg beseitigt werden. Hier sei der Bund gefordert.

Gute Erreichbarkeit - das gilt aber auch für die Schiene und den Luftverkehr. Im Schienenverkehr ist sicherzustellen, dass das Land auf angemessene Weise in das europäische Schienenschnellverkehrsnetz eingebunden bleibt. Vorrang muss deshalb die dauerhafte Absicherung der Hochgeschwindigkeitsverbindung Frankfurt-Saarbrücken-Paris haben.

Dr. Weber: "Hier sind Investitionen zur weiteren Beschleunigung der POS-Strecke dringend erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Südast zu erhalten. Bund und Bahn bleiben aufgefordert, ihre entsprechenden Zusagen einzuhalten."

Wichtig sind zudem der Erhalt und Ausbau von Direktverbindungen im nationalen Fernverkehr. Im Flugverkehr bleibt vorrangig, dass die Drehkreuze Berlin und Hamburg weiter regelmäßig angeflogen werden.

Für eine mittelstandsorientierte Verwaltung

Mehr denn je ist die mittelständische Wirtschaft heutzutage auf schnelle und unbürokratische Verwaltungsabläufe angewiesen. Insofern ist es nicht überraschend, dass drei Viertel der Betriebe kurze Genehmigungsverfahren, schnelle Antworten auf Flächenanfragen und ein besseres Zahlungsmanagement der öffentlichen Hand für wichtig halten. Rund 28 Prozent sehen hier Handlungsbedarf.

"Die anstehende Novelle des Mittelstandsförderungsgesetzes bietet die Chance, weitere Verbesserungen zu erreichen - etwa durch die Einrichtung einer 'Clearing-Stelle' für kleine und mittlere Unternehmen und einer Verpflichtung für die öffentliche Hand, Rechnungen zeitnah zu begleichen. Unsere IHK steht hier bereits in einem konstruktiven Dialog mit dem Wirtschaftsministerium", so Giersch. "Darüber hinaus werden wir im Rahmen von IHK Regional einen noch intensiveren Dialog mit den Kommunen suchen".

Standortkosten senken

Handlungsbedarf sehen die Unternehmen auch im Bereich der Standortkosten - bei den Stromkosten etwa, für die die bundesweite Energiepolitik verantwortlich ist, aber auch bei den kommunalen Steuern und Abgaben. Das gilt vor allem für die Gewerbesteuer . Hier liegt die Belastung der saarländischen Unternehmen zurzeit um fast 40 Millionen Euro über dem Bundesschnitt.

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass gut jedes zweite Unternehmen (55 Prozent) dem Standortfaktor Gewerbesteuer eine hohe Bedeutung zuschreibt und fast genauso viele (49 Prozent) dringenden Handlungsbedarf sehen.

Giersch: "Städte und Gemeinden sind mit in der Verantwortung, wenn es gilt, den Wirtschaftsstandort Saarland attraktiv zu halten. Wir appellieren deshalb an die Kommunen, konsequent bei den konsumtiven Ausgaben zu sparen, ausreichend in die Infrastruktur zu investieren und die Gewerbesteuerhebesätze nicht weiter zu erhöhen. Auf mittlere Sicht darf die Belastung der Wirtschaft nicht über dem Bundesniveau bleiben."

An der Standortumfrage der IHK beteiligten sich rund 350 Unternehmen mit gut 60.000 Beschäftigten

(Quelle: PresseBox)


 


 

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