Sie sind hier: Startseite SaarLorLux Aktuell News
Weitere Artikel
Seuchengefahr

Saarland meldet weiteren Ausbruch von Rindertuberkulose

Nachdem vor kurzem Tuberkulose bei einer Rinderherde im Saarland festgestellt wurde, hat das saarländische Umweltministerium nun einen weiteren Fall gemeldet. In einem zweiten landwirtschaftlichen Betrieb reagierten mehr als die Hälfte der Tiere positiv auf den Schnelltest zur Feststellung von Rindertuberkulose.

Eingeschleppt wurde die anzeigepflichtige Seuche vermutlich durch ein Tier, das von dem in der vergangenen Woche  wegen Tuberkulose gesperrten Hof stammt. Der Laborbefund der Proben des inzwischen getöteten Tieres liegt jetzt vor. Eine weitere Bestätigung durch Laborergebnisse des Friedrich-Löffler-Instituts in Jena wird für Ende dieser Woche erwartet.

In dem zweiten Betrieb reagierten bei einem Schnelltest mehr als die Hälfte der Rinder positiv. Insgesamt wurden 35 Tiere (über sechs Wochen alt) getestet, davon waren 19 positiv.

„Damit sich der auch für die Menschen gefährliche Tuberkuloseerreger nicht weiter verbreiten kann, werden wir alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Wir werden konsequent alle noch lebenden Kontakttiere isolieren und untersuchen“, versichert Verbraucherschutzminister Reinhold Jost.

Sowohl auf dem ersten als auch auf dem  zweiten Hof soll aus Sicherheitsgründen der gesamte Rinderbestand getötet werden.

Was ist Rindertuberkulose?

Die Tuberkulose der Rinder ist eine bakterielle Infektion, die durch Mykobakterium bovis oder Mykobakterium caprae ausgelöst wird. Der Erreger ist sehr widerstandsfähig und vom Zeitpunkt der Infektion bis zum Auftreten von Erkrankungssymptomen können Jahre vergehen. Die Krankheit ist eine typische Zoonose, d. h. sie kann vom Tier auf den Menschen oder auch vom Menschen auf das Tier übertragen werden. Tuberkuloseerreger werden in der Regel über die Luft (Tröpfcheninfektion) weitergegeben.

Beim Rind tritt die Erkrankung sehr häufig in Form der Lungentuberkulose auf. Die Krankheitsdauer kann über Jahre hinweg unerkannt bleiben, bis sich schließlich klinische Symptome wie Husten, Atembeschwerden, Abmagerung und Leistungsabfall zeigen. In der Regel verläuft die Rindertuberkulose schleichend, und die Tiere bleiben klinisch völlig unauffällig.

Durch die konsequente Bekämpfung der Tierseuche ist Deutschland seit 1997 offiziell anerkannt frei von Rindertuberkulose. Seitdem erfolgt die Tuberkuloseüberwachung über die Fleischuntersuchung geschlachteter Rinder.

Um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern, werden staatliche Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Diese umfassen nach der Tuberkulose-Verordnung u. a. die Untersuchung aller Rinder des Bestandes, die Tötung und unschädliche Beseitigung von erkrankten Tieren, Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sowie umfangreiche epidemiologische Nachforschungen.

Weitere Informationen zur Rindertuberkulose auf der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung unter: www.bfr.bund.de

(Quelle: saarland.de)


 


 

Saarland
Rindertuberkulose
Seuche
Reinhold Jost
Tuberkulose

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Saarland" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: