Sie sind hier: Startseite SaarLorLux Aktuell News
Weitere Artikel
Unternehmenskultur

"Social Business ist wie eine Großstadt"

Business-on.de sprach mit Siegfried Lautenbacher, Geschäftsführer von Beck et al. Services, über die Weiterentwicklung seines Unternehmens zum Social Business und warum diese Kommunikationsform für ihn die der Zukunft ist.

business-on.de: Herr Lautenbacher, wozu brauchen wir Social Business und was genau bringt es?

Siegfried Lautenbacher: Social Business holt den Menschen aus seiner selbstverschuldeten Isolation seiner E-Mail Inbox, seiner unflexiblen Applikationen und seiner Sender-Empfänger-gerichteten Kommunikation.

Social Business heißt, innerhalb des Unternehmens genauso zusammenzuarbeiten, wie ich es aus meinen privaten Social Media Communities wie Facebook oder Google+ kenne. Wikis, Blogs, Microblogs, Communities zu nutzen, um das Zusammenarbeiten effizienter und die Kommunikation direkter zu machen. Jedem Mitarbeiter die Möglichkeit zu geben, am Informationsfluss nicht nur direkt teilzuhaben, sondern ihn mit steuern zu können.

business-on.de: Wann wussten Sie, dass Sie für Ihr Unternehmen eine soziale Kultur einführen wollten?

Siegfried Lautenbacher: Es war die Notwendigkeit, zwischen unseren Standorten München, Hannover, Zürich, Cluj (Rumänien) und Florianópolis (Brasilien) effizient in Projekten zusammenarbeiten zu können. Wir haben vorhandenes Wissen für alle nutzbar gemacht und neues Wissen gemeinsam entwickelt. Und das, ohne das der Geist des Unternehmens, Offenheit, eine starke Feedbackkultur sowie ein hoher Kundenfokus auf der Strecke geblieben sind. Heute ist unsere Firmenkultur durch ein partizipatives und offenes Netzwerk kennzeichnet, in dem wir verteilt arbeiten können.

business-on.de: War es ein großer Aufwand die Bedürfnisse nach dem Social Business umzustellen?

Siegfried Lautenbacher: Es bedurfte zunächst einmal großer Achtsamkeit, um zu erkennen, wie die Menschen bei Beck et al. Services die Social Business Plattform nutzen. Social Business ist wie eine Großstadt. Natürlich brauche ich einen Masterplan, eine Idee der Stadtentwicklung. Aber welcher Bürger sich in welchem Kiez wohlfühlt, muss jeder für sich selbst rausfinden. Genau so ist es mit Social Business Plattformen. Nicht jeder nutzt alles gleich. Die Unterschiede zuzulassen, ohne die Business Ziele aus dem Fokus zu verlieren, ist die eigentliche Kunst.

business-on.de: Auf welche Hürden sollte sich ein Unternehmer bei der Umstellung einstellen?

Siegfried Lautenbacher: Die Hürden sind weniger technischer Natur. Vielmehr ist ein Umlernen gefragt. Die bisher vorherrschende Arbeitsweise war stark dokumentenorientiert. Ein Office Dokument zu bearbeiten, daran zu feilen und es dann „fertig“ zum Review zu geben ist das, was wir gelernt haben. Ein Wiki zu schreiben, ist eine ganz andere Herausforderung. Denn es bedeutet, auch mal einen unfertigen Gedanken preiszugeben, sich zu öffnen für die Gedanken anderer, um gemeinsam zu arbeiten. Das braucht Zeit und geduldigen Umgang miteinander.

Ein zweites Problem ist das ständige Gefühl, nicht mehr über alles Bescheid zu wissen, weil es nicht mehr den einen zentralen Hub gibt (die gute alte Mail-Inbox), sondern vielfältige Zugangsmöglichkeiten in Kunden-Communities, Blogs, Wikis, Activities und vieles mehr. Das braucht Souveränität und ein neues Verständnis von Hol- und Bringschuld im Unternehmen. 

Technisch ist die größte Herausforderung, das mobile Arbeiten mit Smartphones und Tablets genauso zu ermöglichen.

business-on.de: Wie fanden Ihre Mitarbeiter diese Umstellung? Waren alle gleichermaßen angetan?

Siegfried Lautenbacher: Im Allgemeinen war es schon eine große Veränderung. Bei uns fiel sie nicht so schwer ins Gewicht, ich kann mir aber schon vorstellen, dass es für streng hierarchisch geprägte Führungskulturen schwer sein wird, mit der Transparenz und der Dynamik einer aktiven Social Business Plattform umzugehen.

business-on.de: Welche Rolle spielt dabei die Technik?

Siegfried Lautenbacher: Nun, sie sollte nicht im Weg sein, sondern spannende Möglichkeiten zu eröffnen und intelligente Analysen bereitzustellen.

business-on.de: Welche Lösungen empfehlen Sie Unternehmern und macht es Sinn, Individuallösungen umzusetzen?

Siegfried Lautenbacher: Von Individuallösungen rate ich allgemein ab. Es gib gute offene Plattformen. Und diese „Insellösungen“ entspechen auch nicht mehr der Kommunikationslogik im Web 2.0. Mitarbeiter wollen heute über eine Plattform mit unterschiedlichen Fachbereichen wie Marketing mit Produktmanagement kommunizieren. Da wären Individuallösungen nur hinderlich.

Beck et al. Services wurde unter anderem durch seine Arbeitskultur "Social Business" unter die besten IT-Arbeitgeber Europas gewählt.

(Redaktion)


 


 

Social Business
Unternehmen
Siegfried Lauterbach
Individuallösungen
Wiki
Communities
Kommunikation
Mitarbeiter

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Social Business" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: