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Risiko - Junge Menschen gehen leichtfertig mit ihren Daten um

Freizügige Fotos, Infos über Stress mit den Eltern oder über Zoff in der Clique: das sogenannte Selbstoffenbarungsverhalten ist besonders bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren ausgeprägter als bei anderen Altersgruppen. Und damit ein Risiko.

Einträge in sozialen Netzen bergen immer Risiken. Wie diese aussehen können, berichtete gerade der Branchendienst meedia.de. Nach einer aktuellen Untersuchung der Datenschützer der Internet Watch Foun- dation (IWF) landen zahlreiche anzügliche Bilder von Jugendlichen, die sie in soziale Netze geladen haben, unverzüglich auf ein- schlägigen Pornoseiten. Zwar hat die Mehrheit der zwölf- bis 24-jährigen Nutzer restriktive Datenschutzeinstellungen, aber jeder siebte verwendet recht offene Einstellungen, hat einen hohen Anteil an unbekannten Kontakten und zeigt zugleich ein aktives Kommunikationsver- halten im Netz. Dies sind zwei wesentliche Ergebnisse einer neuen Studie der Landesan- stalt für Medien NRW (LfM).

Bildungsniveau ist wichtiger Faktor

Besonders bei Jugendlichen mit formal niedriger Bildung gibt es danach einen großen Aufklärungsbedarf bei der Frage, welche persönlichen Daten in sozialen Netzwerken wie Facebook veröffentlicht werden sollten. So hätten zwar die meisten Nutzer ihr Profil und alle anderen Elemente der Selbstdarstellung auf den Plattformen so eingestellt, dass nur die von ihnen hinzugefügten oder bestätigten Kontakte Zugriff darauf haben. Diese Einstellung scheint sich mittlerweile zu einem Standard etabliert zu haben. Fragwürdig ist allerdings, wie sinnvoll die Restriktion auf die eigene Kontaktliste ist, wenn sich in dieser auch unbekannte Personen befinden: Gerade bei den jüngeren Nutzern reicht es oftmals aus, eine Person dem Namen nach oder über andere zu kennen, was klar ein Risiko darstellt.

Keine Schreckensszenarien

Dazu sagt LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier, dass sich viele der in der Öffentlichkeit entworfenen Schreckensszenarien erfreulicherweise für eine Mehrheit der Nutzer nicht bewahrheitet hätten. "Die vielen Aufklärungsmaßnahmen, die durch medienpädagogische Initiativen vielerorts durchgeführt werden, bewirken offenbar etwas. Die Studie zeigt uns jedoch sehr genau diejenigen Zielgruppen auf, die einen problematischen Umgang mit ihren Daten pflegen. Hierzu zählen vor allem jüngere Jugendliche, insbesondere diejenigen mit niedriger formaler Bildung, und die Jugendlichen, für die eine offene Kommunikation im Netz einen hohen Stellenwert einnimmt. Diese Zielgruppen müssen wir besser schützen und mit unseren Medienkompetenzmaßnahmen künftig noch deutlicher stärken."

Wenig Problembewusstsein bei Urheberrecht

Rund die Hälfte der zwölf- bis 14-jährigen Nutzer hat bereits Inhalte online gestellt, an denen sie kein Urheberrecht besaßen. Die Studie verweist noch auf ein zusätzliches Problem. Dies betrifft den Umgang mit den personenbezogenen Daten anderer: Mehr als ein Drittel der Zwölf- bis 24-Jährigen berichtet davon, dass bereits Inhalte, mit denen sie nicht einverstanden waren, ohne ihre Zustimmung ins Netz gestellt wurden, zum Beispiel Fotos. Damit werden ihre eigenen Persönlichkeitsrechte verletzt. Besonders bemerkenswert ist: Es existiert umgekehrt eine Praxis, in der es normal ist, die Daten Dritter ohne deren vorherige ausdrückliche Erlaubnis hochzuladen. Zwei von fünf Nutzern finden es in Ordnung, Inhalte ins Internet zu stellen, ohne dies mit den Betroffenen abzuklären. Während sie die ungefragte Verwendung der eigenen Daten problematisieren, handhaben junge Nutzer den Umgang mit personenbezogenen Daten anderer eher locker.

Für die Erhebung wurde das Verhalten von mehr als 1.300 Personen im Alter von zwölf bis 24 Jahren im Social Web analysiert. Eine Zusammenfassung der Studie findet sich hier zum Download.

(ots)


 


 

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