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Provisions-Ermittlung

Kaum Transparanz bei Bankgeschäften

Zwei Drittel aller Banken und Sparkassen verweigern ihren Kunden die vollständige Offenlegung von Provisionen. Dies ergab eine aktuelle Erhebung des Bundesverbands Verbraucherzentralen (VZBV). Insbesondere bei Zertifikate-Geschäften scheuen die Geldhäuser Transparenz - lediglich in 2 Prozent der Antworten wurden die erhaltenen Provisionen vollständig offengelegt.

Im April hatten die Verbraucherzentralen private Anleger aufgerufen, ihre Banken und Sparkassen um eine Auflistung der Provisionen zu bitten, die sie für konkrete Anlageempfehlungen erhalten haben. 280 Kunden informierten die Verbraucherzentralen über ihre Anfragen.

In 172 Fällen liegen die Antworten der Banken vor. In über der Hälfte der Schreiben wird die Auskunft über die Provisionen ganz oder teilweise verweigert. Die Begründungen sind vielfältig. Sie reichen vom Hinweis auf den hohen Arbeitsaufwand bis zum Verweis auf Informationen im Internet.

In einem Viertel der Fälle lehnen die Kreditinstitute die Offenlegung der Provisionen mit der Behauptung ab, beim Produktvertrieb habe es sich um Festpreisgeschäfte gehandelt. Bei diesen kaufen sie die Wertpapiere in der Regel auf eigene Rechnung und realisieren ihre Gewinne durch die Differenz zwischen Ein- und Verkaufspreis.

"Derzeit sind Banken nur im Kommissionsgeschäft verpflichtet über die Provisionen aufzuklären", so Niels Neuhauser, Referent der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg (http://vz-bawue.de).

Bei Kommissionsgeschäften treten die Banken als Vermittler auf und erhalten dafür eine Provision im klassischen Sinne.

"Gleichwohl besteht auch bei Festpreisgeschäften ein Eigeninteresse der Bank, das die Kunden erkennen können sollten. Ob die Behauptung von Festpreisgeschäften stimmt, ist für die Verbraucher nicht nachzuvollziehen", meint der Verbraucherschützer.

Unzureichende Informationen

In rund einem Drittel der untersuchten Fälle informierten Banken und Sparkassen zwar über Provisionen, allerdings größtenteils völlig unzureichend. Nur vier Geldinstitute legten die Vergütungen in klarer, verständlicher und eindeutiger Weise offen, das heißt in Euro und Cent, aufgegliedert nach einzelnen Wertpapieren und Kalenderjahren.

"Die Banken müssen genauer über die Provisionen informieren, denn der Kunde kann sich nicht selbst einen Einblick in die Gebührenstruktur verschaffen", sagt Neuhauser.

Der Finanzexperte vermutet, dass sich die Banken davor scheuen, ihre Leistungen rechtfertigen zu müssen. Dies würde wohl einen Margendruck erzeugen.

(FN)


 


 

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