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Standortentscheidung

Landesregierung will Praktiker AG am Standort Kirkel halten

Gemeinsam mit Vertretern der Gewerkschaft und des Betriebsrates der Praktiker AG setzt sich die Landesregierung für den Erhalt des Standortes Kirkel als Konzernzentrale ein. Eine Überprüfung der Standortentscheidung wird in einem Apell an den Praktiker-Vorstand gefordert. Laut Staatssekretär Wack fehlt bis heute eine schlüssige Erklärung, warum die Zentrale nach Hamburg verlagert werden soll.

Staatssekretär Gerhard Wack: „Die Praktiker AG ist seit ihrer Gründung 1978 eng mit dem Saarland verwurzelt. Deshalb betrachten wir die aktuellen Entwicklungen und Pläne bei der Praktiker AG mit großer Sorge. Ein schwieriges Wettbewerbsumfeld sowie Managementfehler der letzten Jahre machen heute eine Umstrukturierung des Konzerns notwendig, damit Praktiker für die Zukunft gerüstet ist. Wir können aber nicht nachvollziehen, dass dafür die Konzernzentrale von Kirkel nach Hamburg verlagert werden muss. Denn dies verkompliziert unnötig die Prozessabläufe der Konzernzentrale und ist in unseren Augen betriebswirtschaftlich unsinnig.“

Wack kritisiert, dass der derzeitige Vorstandsvorsitzende Thomas Fox bis heute eine schlüssige und betriebswirtschaftlich nachvollziehbare Erklärung schuldig geblieben ist, inwiefern die Verlegung der Zentrale einen Beitrag zum erfolgreichen Fortbestand des Praktiker-Konzerns liefert.

Die Gewerkschaft ver.di kalkuliert die Gesamtkosten für die Verlegung der Konzernzentrale nach Hamburg auf etwa 25 bis 30 Mio. Euro. Geld, das für Neuorientierung und Neuaufbau des gesamten Konzerns sehr viel effizienter eingesetzt werden könnte. Allein die Ablösung der bis 2017 bestehenden Mietverträge der Praktiker-Konzernzentrale in Kirkel verursache unnötige Kosten in Millionenhöhe. Dazu kämen Rückbauverpflichtungen für diese Immobilien bis zu 6,2 Mio. Euro.

Steffi Recknagel, Landesfachbereichsleiterin ver.di, weist darauf hin, dass die Konzernleitung am Standort Kirkel auf eine bestehende und funktionierende Infrastruktur sowie ein eingespieltes Team an zuverlässigen, qualifizierten  Mitarbeitern zurück¬greifen kann. Der Umzug nach Hamburg würde den Verlust von bewährten Mitarbeitern, die teure und zeitaufwendige Anwerbung neuer Mitarbeiter und den Einsatz von Leiharbeitern bedeuten.

„Es ist völlig unsinnig und sogar fahrlässig, eine solch große Neuorientierung des Geschäftes mit nicht eingearbeiteten und entsprechend qualifizierten Mitarbeitern durchführen zu wollen. Sanierungs- und Restrukturierungseffekte sind auch in Kirkel zu erreichen.“

Der Betriebsrat der Konzernzentrale in Kirkel kann nicht nachvollziehen, dass ohne ein schlüssiges Konzept so eine irrationelle Maßnahme durchgeführt sowie vermeidbare Kosten verursacht werden. In einem separaten Gutachten von Seiten der Arbeitnehmervertreter wurde deutlich, dass sich der Umzug von Kirkel nach Hamburg negativ auf die Kostenstruktur auswirken wird.

Der Verbleib der Konzernzentrale am Standort Kirkel spart nach Ansicht von Landesregierung, Gewerkschaft und Betriebsrat einen hohen zweistelligen Millionenbetrag ein. Dieser könne an anderer Stelle besser zum erfolgreichen Fortbestand des Konzerns eingesetzt werden. Dies gelte umso mehr, als die geplante Finanzierung der Umstrukturierungsmaßnahmen offensichtlich sehr umstritten ist.

Vor allem bringe eine Umstrukturierung mit gleichzeitigem Auseinanderreißen bestehender, gut funktionierender Organisations- und Arbeitsstrukturen den Fortbestand des Konzerns ernsthaft in Gefahr.

(Quelle: MWW Saar)


 


 

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