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Bezahlsysteme

US-Start-up will Kreditkarten ablösen

In den USA sind Kreditkarten allgegenwärtig - selbst in Fastfood-Restaurants werden sie zum bezahlen geringer Beträge benutzt. Das Start-up Dwolla will nun ein neues Bezahlsystem einführen, bei dem der Betrag direkt vom Bankkonto abgebucht wird.

"Solche Start-ups brauchen eine gewisse kritische Masse. In diesem Fall sogar dreifach: Es muss ein relevanter Teil der Banker, der Händler und der Konsumenten überzeugt werden", zeigt sich Christoph Holz, Geschäftsführer von Holzweg e-commerce solutions skeptisch.

Direkt vom Konto

Dwolla erlaubt es Kunden direkt über ihr Bankkonto zu bezahlen. Der Gründer des Start-ups, Ben Milne, war ursprünglich Online-Unternehmer. Er ärgerte sich jedes Jahr über Abgaben an Kreditkartenfirmen in Höhe von Zehntausenden Euro.

Deshalb setzt Dwolla auch auf ein simples Gewinnbeteiligungssystem. An jeder Überweisung verdient Dwolla 0,25 Dollar, unabhängig von der Höhe des Betrags. Bei höheren Summen oder vielen Überweisungen können sich Unternehmen so enorme Summen sparen.

"Für Unternehehmen wäre das ein gutes Geschäft, Kunden haben aber keinen unmittelbaren Vorteil, da sie bei Bezahlung mit Kreditkarte nicht zur Kasse gebeten werden", erklärt Holz.

Momentan verschiebt Dwolla schon über eine Mio. Dollar am Tag. Jeder der einen Account bei Dwolla hat, kann den Service in Anspruch nehmen. Die Empfänger von Überweisungen müssen sich aber ebenfalls bei Dwolla anmelden, um an ihr Geld zu kommen. Die Anmeldung ist kostenlos, Dwolla verdient nur an den Überweisungen.

Durch eine Überprüfung der Kunden bei der Anmeldung will Dwolla die Sicherheit des Bezahlservices garantieren. Auch durch die Zertifizierung durch bekannte Internet-Sicherheitsanbieter will Dwolla die Sicherheit von Geld und Nutzerdaten garantieren.

Erste Erfolge

"Dwolla braucht die Unterstützung der Banken. Die müssten allerdings einen Teil ihrer Kontrolle der Überweisungen abgeben. Wenn die Hausbank der Konsumenten ihr OK gibt, wird der Service auch genutzt", sagt Holz.

In den USA haben erste Geldinstitute bereits Abkommen mit Dwolla geschlossen. Auch die strenge Regulierung des Transaktionsmarkts wurde mit Hilfe strategisch ausgewählter Investoren umschifft. In Zukunft soll Dwolla in den gesamten USA verwendet werden.

500 Händler sind bereits mit an Bord. Eine App, die Dwolla-Geschäfte in der Nähe anzeigt, gibt es ebenfalls schon.

Es besteht auch die Möglichkeit, Geld in einem Dwolla-Account aufzubewahren. Notwendig ist dies allerdings nicht. Ende 2011 will Dwolla noch weitere Services auf den Markt bringen, die das veraltete System, mit dem Banken untereinander vernetzt sind, verbessern sollen.

(FN)


 


 

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1 Kommentar

von Barthwo
15.11.11 11:26 Uhr
Das ist doch "Sofortüberweisung"

Hallo

das gibts doch mit "sofortüberweisung" bei uns schon lange auch mit einem zwischengeschalteten Dienstleister. Etwas fragwürdig dem Dienstleister Kontovollmacht zu geben.

Mit dem Sparkassen-giropay gehts genauso direkt bei den Sparkassen ohne Dienstleister.

Ich denke ein solcher Dienst macht bei uns wenig Sinn. In USA, wo man alles mit Scheck bezahlt und weder Lastschriften kennt noch in sinnvollem Maße Überweisungen verbreitet sind, da fehlt sowas wohl.

 

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