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Steuererklärung

Sieben teure Fehler

Bis zum 31. Mai müssen Arbeitnehmer und Rentner ihre Steuererklärung einreichen. Mehr Zeit haben diejenigen, die einen Steuerprofi wie Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragen. Doch wer es alleine machen möchte, muss auf teure Fehler achten.

Handwerker-Rechnungen bar zahlen, Riester-Rente nicht angeben, Werbungskosten falsch eintragen, außergewöhnliche Belastungen außen vor lassen: Immer wieder verlieren Steuerzahler Geld durch Fehler in ihrer Einkommensteuererklärung.

Steuerfehler Nummer 1: Ausgaben vergessen

Beiträge zum Beispiel für die Riester- oder Rürup-Rente können Arbeitnehmer von der Steuer absetzen. Weil genau das beim Abschluss dieser Verträge meist als Verkaufsargument genannt wird, ist es vielen Bürgern bekannt, aber nicht bewusst. Die Praxis zeigt, dass Steuerzahler oft vergessen, ihre Riester- und Rürup-Kosten in der Steuererklärung anzugeben.

Steuerfehler Nummer 2: Rechnungen bar zahlen

Handwerker, Putzfrauen oder auch Au-pairs können die Kosten in vielen Fällen von der Steuer absetzen. Entweder als sogenannte Handwerkerleistung oder als haushaltsnahe Dienstleistung. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass Steuerzahler voll auf den Kosten sitzen bleiben, wenn sie das Geld bar bezahlen. Da hilft es auch nichts, die Rechnungen aufzuheben. Ohne Kontonachweis keine Steuervorteile.

Steuerfehler Nummer 3: Außergewöhnliche Belastungen nicht angeben

Der Bundesfinanzhof (BFH) wird dieses Jahr in Bezug auf außergewöhnliche Belastungen entscheiden, ob die Regel zur zumutbaren Eigenbelastung fällt. Bislang gilt: Nur die Krankheits-, Pflegeheim- oder Scheidungskosten, die über der eigenen zumutbaren Belastungsgrenze liegen, kann man absetzen. Wie hoch die Grenze für jeden Einzelnen ausfällt, richtet sich momentan vor allem nach dem Einkommen. Viele Bürger denken, dass sie mit den Kosten sowieso nicht über die Zumutbarkeitsgrenze kommen und sammeln deshalb gar nicht erst die Belege für das Zahnimplantat oder die Brille. Der Clou: Weil das Verfahren beim BFH läuft, können Sie schon jetzt jeden Cent Ihrer außergewöhnlichen Belastungen in der Steuererklärung angeben. Werden die BFH-Richter die Belastungsgrenze tatsächlich kippen, haben Sie sich damit größere Steuervorteile gesichert. Denn dann können Sie die vollen Kosten für das Zahnimplantat oder die Brille absetzen. Das gilt auch, wenn bis zu Ihrem Steuerbescheid kein Urteil gesprochen wird. Sie erhalten den vollen Steuervorteil bezüglich Ihrer außergewöhnlichen Belastungen dann nachträglich.

Steuerfehler Nummer 4: Mietvertrag mit Angehörigen nicht wasserdicht gestalten

Vermietungen unter Verwandten sind nicht ungewöhnlich. Der Mieter bekommt eine Immobilie zum günstigen Preis, der Vermieter kann - trotz geringerer Miete - seine Kosten für das Objekt voll absetzen. Das geht aber nur, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind. Erstens: Die monatliche Miete beträgt mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete. Zweitens hält die Durchführung des Mietvertrags einem Fremdvergleich stand. Das bedeutet: Die Miete wird überwiesen und nicht bar ausgezahlt. Sie wird außerdem pünktlich überwiesen, es gibt eine jährliche Nebenkostenabrechnung und ähnliches mehr.

Steuerfehler Nummer 5: Einträge vertauschen

Laien passiert es immer wieder, dass sie die Handwerkerleistungen bei den außergewöhnlichen Belastungen eintragen. Das Finanzamt streicht dann zwar die geltend gemachten Kosten aus den falschen Zeilen raus, trägt sie aber nicht in die richtigen ein. Die Rückzahlung, die einem zustehen würde, bleibt einfach aus.

Steuerfehler Nummer 6: Fristen verstreichen lassen

Die meisten Personen unternehmen nichts, wenn sie keine Steuern nachzahlen müssen oder die Rückzahlung geringer ausfällt als erwartet. Das könnte allerdings ein teurer Fehler sein. Denn vier Wochen nach dem Bescheid verstreicht die Einspruchsfrist. So lange kann der Bescheid genauer unter die Lupe genommen oder ein Profi engagiert werden, der nachträglich gegenüber dem Finanzamt eintritt und etwaige Fehler behebt.

Steuerfehler Nummer 7: Steuererklärung nicht machen

Eine Steuererklärung lohnt sich und wer keine macht, verschenkt sein Geld. Das Statistische Bundesamt hat die Verluste ausgerechnet. Demnach bekommen Menschen durchschnittlich mehr als 400 Euro zurück, die ihre Steuererklärung selbst machen. Wer zum Steuerberater geht, erhält durchschnittlich ca. 800 Euro zurück. Und Mitglieder der VLH konnten sich im letzten Jahr durchschnittlich über 1.117 Euro Rückerstattung freuen.

(ots / Redaktion)


 


 

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