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Steuerhinterziehung

Zahl der "Selbstanzeiger" steigt im Saarland auf über 300

Im ersten Halbjahr 2014 haben sich im Saarland 303 Steuerhinterzieher selbst angezeigt. Das entspricht bereits vier Selbstanzeigern mehr als im gesamten vergangenen Jahr. Grund für die Vielzahl an Selbstanzeigen dürfte die geplante Verschärfung der strafbefreienden Selbstanzeige sein, die ab 2015 gelten wird.

"Offenkundig haben die Steuerhinterzieher die Signale, die von den beschlossenen Verschärfungen ausgehen, richtig verstanden", so Minister Stephan Toscani. "Immer mehr Steuerhinterzieher denken jetzt um."

Die Beschlüsse der Finanzministerkonferenz vom Mai 2014 zur Verschärfung bei strafbefreiender Selbstanzeige ab 01.01.2015 haben dazu einen wichtigen Beitrag geleistet:

  • Der 5-Prozent-Strafzuschlag ab 50.000 Euro Hinterziehungssumme wird auf 10 Prozent verdoppelt.
  • Die Berichtigungspflicht des Steuerhinterziehers wird auf zehn Jahre verlängert. Das heißt, er muss künftig rückwirkend für zehn Jahre alle hinterzogenen Steuern umfassend nacherklären.
  • Die Selbstanzeige ist künftig nur dann wirksam, wenn der Steuerhinterzieher den hinterzogenen Betrag für den gesamten Zehnjahreszeitraum umgehend nachentrichtet. Außerdem müssen die Hinterziehungszinsen von 6 Prozent zusätzlich pro Jahr künftig sofort entrichtet werden.
  • Die strafrechtliche Verjährungsfrist wird in allen Fällen der Steuerhinterziehung auf zehn Jahre ausgedehnt.

"Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt"

Finanzminister Stephan Toscani: „Im Interesse der ehrlichen Steuerzahler habe ich mich in der Finanzministerkonferenz von Anfang an für eine Verschärfung der Selbstanzeige eingesetzt. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt und muss konsequent bekämpft werden. Steuerhinterzieher betrügen die Gesellschaft um die notwendigen Mittel zur Aufrechterhaltung unseres Gemeinwesens.“

Zudem haben sich laut Minister Stephan Toscani bereits mehr als 40 Länder (u.a. EU-Länder, britische Überseegebiete; mit der Schweiz, Liechtenstein, San Marino, Monaco und Andorra steht eine Einigung bis Jahresende kurz bevor) im Grundsatz darauf geeinigt, im Kampf gegen die grenzüberschreitende Steuerflucht automatisch Daten auszutauschen und die Gewinnverlagerungen von multinationalen Konzernen einzudämmen. Ende Oktober soll eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet werden.

"Ab 2017 ist dann das Bankgeheimnis in der EU und in vielen Drittstaaten und Überseegebieten Geschichte. Dies wird ein entscheidender Durchbruch in der europäischen Steuerpolitik sein", zeigte sich Finanzminister Stephan Toscani zufrieden.

"Es ist nicht akzeptabel, dass sich einzelne Personen oder Unternehmen der Besteuerung entziehen. Steuerhinterziehern wird es in absehbarer Zukunft immer schwerer fallen, ein Land zu finden, in dem sie ihr Geld verstecken können", so Stephan Toscani.

(Quelle: saarland.de)


 


 

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