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Stressmanagement

Energie- und Stressmanagement ist auch… Beziehungsmanagement

Entsprechende Forschungsergebnisse sind eindeutig. Wer Freundschaften pflegt und in einem sozialen Netz aufgehoben ist, hat eine größere Resilienz (Widerstandsfähigkeit), Stress kann ihm deutlich weniger anhaben und er kann auch ein längeres Leben genießen. Doch wie immer gilt auch hier: es ist entscheidend, was wir konkret aus solchen Erkenntnissen für unser eigenes Tun und Lassen ableiten und was wir in unser Leben umsetzen.

Affen machen es vor

Vor ein paar Tagen haben Göttinger Wissenschaftler eine Studie mit wilden Berberaffen veröffentlicht. Diese hatten zwar durchaus einigen Stress, der vom Kampf um die Weibchen her rührte (…). Aber sie pflegten auch gleichgeschlechtliche Freundschaften, die einen mehr, die anderen weniger. In eher entspannten Zeiten spielte das stresstechnisch keine große Rolle. Umso bedeutsamer waren die sozialen Bindungen aber, wenn die Affen starkem äußeren Stress ausgesetzt waren: dann hatten diejenigen, die starke Freundschaften pflegten, einen deutlich reduzierten Stresshormonspiegel gegenüber denjenigen, die weniger großen Wert auf ihre Freundschaften legten.

Nicht anders bei Menschen

Vergleichbares ist auch bei Menschen immer wieder zu beobachten. So kommen mehrere Untersuchungen aus Westeuropa und den Vereinigten Staaten mit einigen zehntausend Menschen zum Ergebnis, dass gepflegte Freundschaften das Leben signifikant verlängern. Der bekannte Wissenschaftsjournalist Stefan Klein schreibt in seinem Bestseller „Die Glücksformel“ sogar: Soziale Kontakte beeinflussen die Lebenserwartung im Schnitt mindestens so stark wie Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht oder regelmäßiger Sport.

Beruflich Profi, privat Amateur?

Schon aus gesundheitlichen Gründen würde es also eine Menge Sinn machen, ein verstärktes Augenmerk auf die Pflege unserer Beziehungen zu legen. Warum geschieht das dann oft so selten und so unzureichend? Warum musste der Unternehmensberater Günther F. Groß schon vor über 20 Jahren konstatieren „Beruflich Profi, privat Amateur“, eine Analyse, die heute wohl nichts von ihrer Gültigkeit verloren hat?

Management jeglicher Art heißt Entscheidungen treffen

Ein starker Grund liegt sicher darin, dass viele nur auf kurzfristige Anforderungen reagieren und die langfristigen Folgen darüber aus dem Blick verlieren. Das gilt auch in anderen Bereichen des Gesundheitsverhaltens, aber hier eben auch. Häufig fehlt es schlicht an klaren Entscheidungen, die das eigene Wollen auch untermauern würden. Klassisches Beispiel sind die guten Vorsätze an Silvester („mehr Zeit für Familie und Freunde“), die doch so oft schon am 2. Januar wieder Makulatur sind.
Das Wesen von Management besteht darin, Entscheidungen zu treffen und das gilt eben auch für das Stressmanagement und das Beziehungsmanagement. Es sind also nicht nur „gute Vorsätze“, sondern konkrete Entscheidungen zu treffen, wenn Sie bei Ihren Beziehungen was ändern wollen. Es mag paradox erscheinen, ist aber vielfach belegt: wer Entscheidungen für seine Familie und seine Freunde trifft, profitiert auch im Beruf davon, vor allem durch eine deutlich erhöhte Belastungsfähigkeit und Gesundheit.

(Markus Frey)


 


 

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