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SR setzt Tatort-Kommissar ab und die Presse macht sich lustig

Völlig überraschend setzt der Saarländische Rundfunk das Tatort-Erfolgsduo Gregor Weber und Maximilian Brückner ab. Trotz guter Kritiken und hervorragender Quoten beendet der SR die Zusammenarbeit mit den Schauspielern. Die Süddeutsche Zeitung ist der Entscheidung auf den Grund gegangen. Was nun öffentlich geworden ist, lässt an der Professionalität des ARD-Senders zweifeln.

Das Ende des Saarland-„Tatort“ kam am Montag mit einer Pressemitteilung. Darin heißt es, das Ermittlerduo Franz Kappel und Stefan Deininger werde am 22. Januar mit „Verschleppt“ zum letzten Mal mit einem neuen Fall in der ARD zu sehen sein. Mit Auslaufen der Verträge der Schauspieler Maximilian Brückner (Kappl) und Gregor Weber (Deininger) würde der Saarland-„Tatort“ vorerst auf Eis gelegt. Für das Jahr 2012 werde ein neues Konzept entwickelt.

An den Quoten habe das nicht gelegen, versichert SR-Sprecher Peter Meyer Focus-Online. Die seien zuletzt "völlig ok" und stabil gewesen, "das ist aber nicht der einzige Maßstab".

Genau genommen waren die Quoten sehr gut. 8,21 Millionen Zuschauer schalteten nach Berechnung des Mediendienstes Meedia den Tatort im Schnitt ein. Keine andere Sendung des kleinen Saarländischen Rundfunks erreicht nur annähernd so viele Menschen.

Gute Quoten? Egal!

Doch warum wird dann der Tatort abgesetzt? Christian Bauer, der seit 2009 für den SR-Tatort redaktionell zuständig ist, sagt: "Mit den Figuren Franz Kappl und Stefan Deininger setzte der SR seit 2006 auf ein Ermittlerteam, das seine Dynamik aus der regionalen und mentalen Unterschiedlichkeit der Typen gewinnt. 

Dass beide Ermittler die Welt des anderen nicht wirklich verstehen und völlig unterschiedliche Methoden haben, machte den Reiz des Paares aus. Die Story dieses ungleichen Paares ist aber aus unserer Sicht jetzt zu Ende erzählt", so Bauer.

Nicht nur den beiden Schauspielern Maximilian Brückner und Gregor Weber kommt diese Begründung seltsam vor. In der offiziellen Pressemitteilung wird die Formulierung "in beiderseitigem Einverständnis" gemieden.

Die Süddeutsche Zeitung fragt sich, warum ein ausgebildeter evangelischer Pfarrer, der beim SR volontiert hat, über die Absetzung der erfolgreichsten SR-Produktion entscheiden darf.

Pfarrer entscheidet über Tatort-Absetzung

Bereits die Vorgängerin Bauers - Inge Plettenberg - sei nicht für die Position qualifiziert gewesen. Plettenberg wie Bauer hätten Befugnisse bekommen, über fiktionale Inhalte zu urteilen, "ohne dafür zunächst erkenntlich qualifiziert zu sein.", schreibt die Süddeutsche.  

Auch wenn Bauer sich beim SR zum Journalisten ausbilden ließ, "befähigt ihn das noch nicht, einen Tatort entscheidend voranzubringen." Trotzdem habe er  2009 Inge Plettenberg ersetzt.

Der Neue

Als Nachfolger für Christian Brückner ist der Schauspieler Devid Striesow im Gespräch.  Sein Kinodebüt gab er 2000 in Kalt ist der Abendhauch. Seit 2005 gehört er in der Rolle des Jan Martensen zum Serienteam der ZDF-Krimireihe Bella Block.

(Redaktion)


 


 

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