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Verbraucherrechte

Weihnachtsgeschenke: Geld zurück oder Umtausch sind nicht immer möglich!

Nach Weihnachten kommt bekanntlich das große Umtauschen. Dabei gehen viele Kunden davon aus, dass man immer alle Produkte umtauschen könne. Doch das ist ein Irrtum, sagt die Verbraucherzentrale Hamburg. Was geht und was nicht – und zwar nicht nur zu Weihnachten – haben die Verbraucherschützer näher beleuchtet.

„Immer wieder fragen Verbraucher, ob ein Händler einen gekauften Artikel zurücknehmen und das Geld erstatten muss, wenn man ihn kurz nach dem Erwerb wieder zurückbringt. Die Antwort lautet: Nein!“ Grundsätzlich gelte die Regel „Vertrag ist Vertrag” und „gekauft ist gekauft”, so die Verbraucherzentrale. Hat der Kunde seine Ware an der Kasse bezahlt und der Händler hat sie ihm ausgehändigt, ist dies ein für beide Seiten bindender Vertragsabschluss. Ein Rücktritts- oder Widerrufsrecht gebe es für den Kunden beim Kauf im Ladengeschäft grundsätzlich nicht. Das Gesetz gehe davon aus, dass sich Verbraucher als mündige Bürger vor dem Vertragsschluss überlegen, was sie wollen.

Laut den Verbraucherschützern ist unter Konsumenten jedoch der Irrglauben verbreitet, dass sie Verträge grundsätzlich rückgängig machen könnten. Tatsächlich gebe es mittlerweile auch viele Ausnahmen von der Grundregel „Vertrag ist Vertrag”. Das seien etwa Haustürgeschäfte, Kredit- und Versicherungsverträge, Fernabsatzverträge und Time-Sharing-Angebote. Die Verbraucherzentrale weist aber darauf hin, dass diese Ausnahmen ausdrücklich gesetzlich geregelt sind und nichts an der der Grundregel ändern.

Stimmten manche Händler einer „Rücknahme ohne Wenn und Aber“ zu und erstatteten Geld zurück, sei das reine Kulanz und somit mehr als das, wozu sie nach dem Gesetz verpflichtet wären, heißt es weiter. Oft komme es vor, dass Händler gekaufte Artikel nur gegen einen Gutschein zurücknähmen, nicht aber den Kaufpreis in bar zurückerstatteten. Das sei wegen der strengeren Rechtslage ebenfalls Kulanz und sogar noch ein Entgegenkommen!

Rückgaberecht ausdrücklich vereinbaren!

Doch es gibt für Kunden auch die Möglichkeit, mit dem Händler individuell ein Rückgaberecht ausdrücklich zu vereinbaren. Wichtig ist, dass das vor Vertragsschluss passiert. Die Verbraucherzentrale rät dazu, es aus Beweisgründen schriftlich festzuhalten: „Lassen Sie auf dem Kassenbon notieren: ‚Rückgabe gegen Geld binnen 14 Tagen möglich‘. Dann ist der Händler auch an diese Zusage gebunden. Vermeiden Sie bei solchen Vereinbarungen Wörter wie ‚Umtausch‘. Denn dann könnte es später heißen, es sei nur Umtausch gegen einen anderen Artikel oder gegen einen Gutschein gemeint.“

Die Verbraucherzentrale weist in diesem Zusammenhang auch auf den Unterschied zwischen Umtausch und Reklamation hin: Erweist sich eine gekaufte Ware als mangelhaft, hätten Verbraucher sehr weitgehende Rechte nach dem Gesetz – auch ohne Extra-Vereinbarung.

(Redaktion)


 


 

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