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Wandlungsfähige Produktionssysteme

Saarbrücker ZeMA leitet Fünf-Millionen-Euro-Forschungsprojekt

Der Wunsch nach ständig neuen Produkten und kurze Produktlebenszyklen machen den Produktionsmarkt zunehmend unkalkulierbarer. Sogenannte "wandlungsfähige Produktionssysteme" sollen der produzierenden Industrie die nötige Flexibilität bieten. Das Saarbrücker Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA) hat die wissenschaftliche Leitung eines Fünf-Millionen-Euro-Projektes zur Entwicklung eines solchen Systems übernommen.

Die rasante Ausbreitung innovativer Technologien und zusätzliche Konkurrenz durch die Globalisierung bringen mit sich, dass Produkte in zunehmender Modellvielfalt nachgefragt und Produktlebenszyklen kürzer werden.

Für die produzierende Industrie, im Speziellen für die Montageanlagen, bedeutet das, dass auf diese Marktturbulenzen, die zukünftig von der Ausnahme zur Regel werden, schnell und flexibel reagiert werden muss, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.

Forschen für die Produktion von morgen

Wandlungsfähige Produktionssysteme, die schnell und effizient die geforderte strukturelle Anpassung ermöglichen, scheinen die Lösung zu sein. Noch gibt es sie aber nicht in benötigtem Ausmaß.

Die Forschung arbeitet mit Hochdruck daran. Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Forschen für die Produktion von morgen“  fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das vom ZeMA koordinierte und von Prof. Rainer Müller schon an der RWTH-Aachen initiierte Forschungsprojekt „RePlaMo“ über drei Jahre laufende Fünf Millionen Projekt.

Komplexe Produkte bei gleichzeitig kürzeren Produktlebenszyklen sowie die zunehmende Prognoseunsicherheit im globalen Wettbewerb stellen die Montage vor die Herausforderung, wandlungsfähig auf Veränderungen reagieren zu können.

Um wettbewerbsfähig zu produzieren, sind Automatisierungslösungen häufig unumgänglich, können aber aufgrund ihrer hohen Anschaffungskosten und der schwankenden Produktnachfrage oft nicht wirtschaftlich eingesetzt werden.

Es ergibt sich daraus ein erheblicher Bedarf an Flexibilität (Produkt aus Modularität und Skalierbarkeit), und weitergefasst Rekonfigurierbarkeit,  bei automatisierten Montageanlagen. Denn nach wie vor ist das produzierende Gewerbe der Taktgeber der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. 2007 wurden 26% der Bruttowertschöpfung, fast 540 Milliarden Euro dort erwirtschaftet. 87% der deutschen Exporte werden von Produktionsunternehmen erbracht.

Die derzeit bestehenden Modulkonzepte helfen zwar, sich an gewisse Schwankungen der Absatzzahlen verschiedener Varianten anzupassen, sind aber meist für die nachfolgende Produktgeneration ungeeignet. Um zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden, müssen Montagesysteme mit geringem Aufwand und in kurzer Zeit an neue Anforderungen angepasst werden können und somit vom Produktlebenszyklus entkoppelt werden.

Rekonfigurierbare Plattformkonzepte

Im globalen Wettbewerb suchen Wissenschaftler aus Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen, unterstützt von der Bundesregierung, Lösungen. Das BMBF unterstützt das Verbundprojekt „RePlaMo- Rekonfigurierbare Plattformkonzepte für die Montage“ mit seiner Förderung über drei Jahre. Vor kurzem trafen sich die Konsortiumsmitglieder in Saarbrücken.

Am Projekt beteiligen sich außer dem Saarbrücker Zentrum für Mechatronik- und Automatisierungstechnik, ZeMA,  auch bundesweit und international agierende Unternehmen aus der Automatisierung -, Automobil- und Luftverkehrsbranche.

Ihr Ziel: „Montagekonzepte, die eine einfache Erstkonfiguration zur wirtschaftlichen und schnellen Projektierung ermöglichen und dem Industrieunternehmen durch die Möglichkeit der Rekonfiguration zu einer höheren Wandlungsfähigkeit verhelfen“, so Prof. Rainer Müller.

Der wissenschaftliche Geschäftsführer des ZeMA, der das „RePlaMo“ von seinem vorherigen Lehrstuhl an der RWTH Aachen mit nach Saarbrücken brachte, hofft, dass nach Ende des Projekts Produktionsunternehmen auf Veränderungen in Organisation oder Technologie schnell, flexibel und wirtschaftlich effizient reagieren können.

(Quelle: B. Hartmann)


 


 

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