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Datenschutz und Google Analytics

IHK droht Unternehmen indirekt mit 50.000 Euro Strafe

Viele Unternehmen nutzen Google Analytics um zu überprüfen, wieviele Besucher Ihre Webseiten anklicken. Dabei missachten viele Unternehmer den Datenschutz. Die IHK Saarland hat deshalb viele Firmen angeschrieben und aufgefordert, Einstellungen von Google Analytics zu ändern. Bei Nichtbeachtung drohen Strafen bis zu 50.000 Euro. business-on.de hat alles wichtige zum Thema Datenschutz und Google Analytics zusammengefasst.

Die IHK im Saarland hat dieser Tage tausende von Briefen an Unternehmer verschickt, die bei der Nutzung von Google Analytics gegen den Datenschutz verstoßen. business-on.de liegt ein Schreiben vor. Darin heißt es:

Bei einer Überprüfung Ihrer Webseite [...] hat das Unabhängige Datenschutzzentrum Saarland festgestellt, dass Sie Google Analytics in Ihr Angebot eingebunden, aber nicht datenschutzkonform ausgestaltet haben.

Heike Cloß von der IHK Saarland sagte gegenüber business-on.de: "Wir informieren bereits seit zwei Jahren über die Notwendigkeit, Google Analytics datenschutzkonform einzusetzen. Aber bisher haben noch nicht alle Unternehmen im Saarland reagiert“.

Deshalb rufen IHK Saar und das Unabhängige Datenschutzzentrum Saarland nun erneut alle saarländische Unternehmen auf, ihren Google-Analytics-Account und ihre Website gemäß den deutschen Datenschutzbestimmungen anzupassen.

Im Schreiben wird den Unternehmen eine Frist bis zum 30. April 2013 gesetzt, Google Analytics datenschutzkonform einzurichten. Bleibt dies aus, drohten Strafen von bis zu 50.000 Euro.

„Wer einen Brief erhalten hat, dass Google Analytics auf der eigenen Unternehmens-Website nicht ordnungsgemäß eingerichtet ist“, warnt die Assessorin, „sollte dieses Schreiben ernst nehmen und sein Internetangebot überarbeiten. Bei Missachtung kann ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Vorschriften des BDSG und des TMG eingeleitet werden.“

Die Saarbrücker IT-Rechtsanwältin Kathrin Berger sieht aber keinen Grund zur Panik. Im business-on.de-Interview sagte sie, eine Strafe von 50.000 Euro sei nur die Obergrenze und werde selbst bei nicht datenschutzkonformer Nutzung "wohl kaum ausgeschöpft". (siehe b-on Interview Seite 2).

4 Tipps für den richtigen Einsatz von Google Analytics

business-on.de hat die vier Tipps der Infobriefe noch einmal verständlich zusammengefasst. Unternehmen sollten diese schnellstmöglich umsetzen, um etwaige negative Konsequenzen zu umgehen.

  • TIPP 1
    Vetrag mit Google zur Auftragsdatenverarbeitung schriftlich abschließen. Diesen finden Sie unter folgendem Link
  • TIPP 2
    In den Datenschutzerklärungen über die Verarbeitung der personenbezogenen Daten durch Google aufklären und auch auf die Widerspruchsmöglichkeiten gegen die Erfassung durch Google Analytics hinweisen.
  • TIPP 3
    Die Kürzung der IP-Adressen in den Einstellungen von Google Analytics beauftragen. Die technische Umsetzung mit der Funktion _anonymizeIP() wird auf den Hilfe-Seiten von Google Analytics näher beschrieben.
  • TIPP 4
    Falls bereits Altdaten gesammelt wurden, ist davon auszugehen, dass diese unrechtmäßig erhoben wurden. Daher müssen sie gelöscht werden. Hierzu sollte am besten das bestehende Google-Profil gelöscht und ein neues, datenschutzkonformes Profil erstellt werden.

 

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Bild Nr. 1 © Google


 

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Saarbrücken
Heike Cloß

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1 Kommentar

von Lars
09.05.13 09:15 Uhr
Warum immer so kompliziert?

Warum ist es in Deutschland eigentlich immer notwendig alles zu "verkomplizieren"? Der Aufwand mit den Verträgen für Google und die Unternehmer ist einfach nur Blödsinn und sinnfrei. Kein Mensch interessiert sich für eine einzelne IP! Typisch deutsch und echt schade. Als webdesigner macht es in Deutschland eigentlich keinen Spass mehr zu arbeiten! Danke liebe Regierung und auch Ihk und alle Abmahner!

 

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