Weitere Artikel
Wirtschaftsstandort Saarland

Das erwarten IHK, HWK und VSU von der neuen Landesregierung

Für den Wirtschaftsstandort Saarland haben die IHK Saarland, die Handwerkskammer des Saarlandes und die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände ganz klare Erwartungen an die neue Landesregierung: Eine schlüssige, ganzheitliche Strategie wird gefordert, die den Standort attraktiv zu halten vermag und für ein ausreichendes Fachkräfteangebot sorgt.

In den kommenden fünf Jahren muss es vorrangig darum gehen, den Wirtschafts- und Lebensstandort Saarland trotz Schuldenbremse attraktiv zu halten und in Zeiten des demografischen Wandels ein ausreichendes Fachkräfteangebot zu sichern. Um beides zu erreichen, bedarf es einer schlüssigen und ganzheitlichen Strategie, die zeitlich bis Ende des Jahrzehnts reicht.

Sie muss aufzeigen, wie sich das Land trotz der Sparzwänge erfolgreich im Wettbewerb der Regionen behaupten kann. Eine solch umfassende und langfristige Strategie ist auch notwendig, um die Menschen in unserem Land auf einem gewiss schwierigen Weg mitzunehmen.

Für die Finanzplanung des Landes muss in diesem Sinne gelten: Vorfahrt für Zukunftsinvestitionen und Bildung. Im Gegenzug sind frühzeitige und konsequente Einsparungen vor allem dort nötig, wo das Land bislang noch mehr ausgibt als andere Bundesländer. PwC und Haushaltsstrukturkommission haben entsprechende Einsparpotentiale bereits aufgezeigt.

Diese Potenziale gilt es jetzt eingehend zu prüfen und im Rahmen von Strukturreformen zu realisieren - so wie es im Bereich der Polizei bereits einvernehmlich beschlossen worden ist.

Aus Sicht der Wirtschaftsorganisationen hat das Land durchaus gute Chancen, eigenständig die Zukunft zu gewinnen. Die Saarwirtschaft ist strukturell gut aufgestellt und wachstumsstark, was auch der Steuerkraft von Land und Kommunen zugute kommt. Sie wird ihr Wachstumspotential aber nur dann ausschöpfen können, wenn das Saarland sich wirtschaftsfreundlich aufstellt und außerhalb sowie hier vor Ort als attraktiver Standort angesehen wird.

Für die Zukunftssicherung des Landes sind nach Auffassung der Wirtschaftsorganisationen folgende Handlungsfelder von besonderer Bedeutung:

Allianz für Fachkräftesicherung mit Leben füllen

Die "Allianz für Fachkräftesicherung", die von der Landesregierung, den Organisationen der Wirtschaft und der Arbeitnehmer und der Bundesagentur für Arbeit gemeinsam getragen wird, ist rasch mit Leben zu füllen. Ansonsten wird der Fachkräftemangel schon bald zur Wachstumsbremse.

Wichtig ist insbesondere, die Qualitätsoffensive an den Schulen forciert fortzusetzen, Menschen mit Migrationshintergrund bestmöglich zu integrieren, ältere Mitarbeiter länger zu beschäftigen und die Arbeitswelt familienfreundlich zu gestalten.

Das größte Potenzial für zusätzliche Fachkräfte liegt darin, mehr Frauen für den Arbeitsmarkt zu gewinnen. Hier sind Staat und Wirtschaft gemeinsam gefordert. Aufgabe des Landes ist es insbesondere, das Angebot für die Ganztagsbetreuung von Kindern und Schülern deutlich auszuweiten. Die Wirtschaftsorganisationen werden die Wirtschaft dabei unterstützen, die Arbeitswelt künftig noch familienfreundlicher zu gestalten.

Nicht zuletzt geht es darum, dass unser Land als Wirtschafts- und Lebensstandort attraktiv bleibt und dass diese Vorzüge auch außerhalb unseres Landes noch bekannter werden.

Die Wirtschaftsorganisationen werden sich auf diesen Gebieten künftig noch stärker engagieren als bisher - mit eigenen Initiativen oder auch gemeinsam mit der Landesregierung. Die Zentrale für Produktivität und Technologie Saar (ZPT) sollte als Plattform für gemeinsame Projekte weiter gestärkt werden.

Qualitätsoffensive an Schulen fortsetzen

In der Schulpolitik wären weitere Strukturreformen kontraproduktiv. Stattdessen sollte die Landesregierung die vorschulische Bildung stärken und das Angebot an Ganztagsschulen zügig ausweiten sowie die Berufsorientierung insbesondere in der neuen Gemeinschaftsschule im Interesse der gewerblichen Wirtschaft qualifiziert umsetzen.

Das Gymnasium muss als eigenständige Schulform erhalten bleiben und wieder gestärkt werden. Die demografische Rendite ist zu einem Teil für die Qualitätsverbesserung zu nutzen, zum anderen für die Haushaltskonsolidierung.


 


 

Saarland
Wirtschaftsstandort
HWK
VSU
Landesregierung
Strategie
Fachkräfte
Saarwirtschaft
Wirtschaftsstandort Saarland
Wirtschaftsorganisationen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Saarland" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: