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Zahntechnikermeister Ronald Lange

Interorales Scanning wird die Zahntechnik revolutionieren

Die Zahntechnik war in den letzten Jahren ständig in Bewegung – und auch für die nahe Zukunft darf man einige bahnbrechende Neuerungen erwarten. Das interorale Scanning ist eine davon. Im business-on.de-Interview beleuchtet Ronald Lange, Zahntechnikermeister aus Bous, einige der wichtigsten Entwicklungen des letzten Jahrzehnts und gewährt uns einen Einblick in die Zukunft der Zahntechnik.

business-on.de: Wie hat sich die Zahntechnik in den letzten zehn Jahren verändert?

Ronald Lange: Der aufgeklärte Patient von heute weiß ganz genau, was er will - er ist durch Internet und sonstige Medien bestens informiert und lässt sich kein X für ein O vormachen. Die Kunden kommen heute mit ganz konkreten Vorstellungen und Anforderungen zu uns.

Des Weiteren hat sich natürlich die Technik stark entwickelt. Wurden früher Prothesen, Implantate und Brücken fast ausschließlich gegossen, können heute dank der modernen CAD/CAM-Technik (Computer Aided Design / Computer Aided Manufacturing) hochpräzise Werkstücke gefräst werden. Diese Methode gab es früher zwar auch schon, die Ergebnisse waren aber noch nicht reproduzierbar.

Erst durch die Weiterentwicklung und Verbesserung der Software und Gerätschaften wurde dies ermöglicht.

Die wichtigsten Errungenschaften der Zahntechnik

business-on.de: Was waren Ihrer Meinung nach die wichtigsten Errungenschaften im Bereich der Zahntechnik in den letzten zehn Jahren?

Ronald Lange:

  • Die Entdeckung von Zirkondioxid
  • Der Einsatz von Computern mit CAD/CAM
  • der verstärkte Einsatz von Implantattechnik, der es Patienten erlaubt, wieder kraftvoll zubeißen zu können - und zwar ohne wacklige Prothesen.
  • Presskeramik, die es in Verbindung mit modernen Klebetechniken ermöglicht, dass z.B. bei der Einzelzahnbehandlung wirklich nur noch der beschädigte Teil des Zahnes ersetzt werden muss und somit minimalinvasiv ist. Es müssen keine gesunden Teile des Zahnes entfernt werden.

business-on.de: Sie sind selbst in der Forschung aktiv. Welche Entdeckung der letzten Jahre hätten Sie gerne selbst gemacht?

Ronald Lange: Ganz klar: Zirkondioxid! Wir arbeiten schon lange mit Vollkeramik. aber der Einsatz von Zirkondioxid hat die gesamte Zahntechnik revolutioniert.

business-on.de: Viele erinnern sich noch an den Aufstieg und Fall des Amalgam. Denken Sie, dass sich so etwas noch einmal wiederholen kann?

Ronald Lange: Amalgam als solches war ja nicht unbedingt ein schlechtes Material - für die Zähne war es durchaus gut geeignet. Nur leider ging es in Lösung und gab so schädliche Stoffe in den Körper frei.

Man kann auch heute nicht ausschließen, dass nach Langzeitstudien Schadstoffe in aktuell eingesetzten Werkstoffen entdeckt werden. Frühere Kunststoffe gingen auch in Lösung - durch die Composite-Technik konnte man dieses Verhalten aber deutlich verbessern.

Rein theoretisch kann eine schädliche Wirkung aber zumindest bei Gold und Zirkondioxid nahezu vollständig ausgeschlossen werden. Nach dem heutigen Stand der Forschung und Technik, ist es nicht möglich, dass Zirkondioxid in Lösung geht. Und somit können auch keine schädlichen Stoffe  freigesetzt werden.

business-on.de: Welche Werkstoffe werden Ihrer Meinung nach in Zukunft kaum noch eingesetzt werden?

Ronald Lange: Gold aufgrund des hohen Preises und der problematischen Herstellung. Und selbstverständlich das bereits erwähnte Amalgam.

Aber auch einfache Kunststoffe werden aus den Praxen verschwinden. In Zukunft wird es wohl nur noch hochwertigere Kunststoffe mit geringem Monomer-Überschuss geben.


 


 

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