Sie sind hier: Startseite Sachsen Aktuell
Weitere Artikel
Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Anwohner-Mobbing in Leipzig – Mein Protest beim OB

Eine Antwort hat unser Kolumnist vom Leipziger OB nicht erhalten, als er sich für Freunde wegen unerträglichen Verkehrslärms und gegen eine chaotische Verkehrsplanung einsetzte. Aber auch Schweigen wirkt ja entlarvend.

Es ist doch immer wieder erstaunlich (und besorgniserregend) was Behörden und Unternehmen wie etwa Verkehrsbetriebe den Bürgern zumuten. In dieser Woche wurde ich von Freunden in Leipzig um Rat gefragt – und habe reagiert.

Auf der Bothestraße im Leipziger Stadtteil Gohlis sind die Anwohner schon seit Tagen einem Anwohner-Mobbing ganz besonderer Art ausgesetzt: Busse, Baustellen-Lkws und der übrige Verkehr blockieren sich hier fast rund um die Uhr. Der Lärm der Motoren ist unerträglich und raubt den Bürgern den Schlaf. Grund dafür ist eine chaotische Verkehrsplanung der Leipziger Verkehrsbetriebe und der Stadtverwaltung Leipzig sowie die Untätigkeit der Polizei, die sich trotz riesigem Chaos nicht sehen lässt.

Wäre ich ein Opfer solcher staatlicher Willkür-Maßnahmen würde ich eine Bürgerinitiative gründen und die Straße durch Protestversammlungen sperren.

Da ich aber rund 600 Kilometer entfernt vom Tatort wohne, machte ich das, was ich – da Autor - recht gut kann: schriftlich protestieren (können wir bestätigen: die Red.). Das magere Ergebnis will ich gleich vorweg mitteilen: Weder OB noch Polizeipräsident haben mit einer Stellungnahme reagiert. Die Bild-Zeitung hat einen ziemlich müden Bericht geschrieben (s. Foto), der nun absolut nicht an die großen kämpferischen Zeiten des Blattes a la „Bild kämpft für Sie“ erinnert.

Wenn „Legida“, der Leipziger Ableger der „Pegida“-Demonstrationen nicht so eine rechtslastige, schmierige Zeiterscheinung wäre, würde ich behaupten: Die Stadt braucht solchen Protest dringend.

Vielleicht sollten die demokratisch orientieren Bürgerinnen und Bürger in Leipzig kritischer mit ihren „Oberen“ um- und selbst einmal gegen bürokratische Willkür, aber ohne „Lügenpresse“-Krawall, auf die Straße gehen.

Meine Mails „An die Redaktionen Leipziger Medien, den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, die Geschäftsführung der LVB und an den Polizeipräsidenten von Leipzig“ hatte folgenden Inhalt „Die Verkehrsbetriebe und die Stadtverwaltung Leipzig bewirken durch Fehlplanung schon seit Tagen auf der Bothestraße im Stadtteil Gohlis ein extremes Verkehrschaos, das für die Anwohner größte Lärmbelästigung nahezu 24 Stunden lang zur Folge hat. Und die Polizei in Leipzig sieht tatenlos zu.

Wie Sie auf den Fotos sehen können, kommt es zu Staus vor allem von Bussen sowie Pkw - und das Tag und Nacht. Ein Foto zeigt die Situation abends um 22 Uhr. Es ist schon vorgekommen, dass nachts um vier Uhr ein Pkw abgeschleppt wurde und Busse mit laufendem Motor auf freie Fahrt warteten.“

Ich führte unter anderem weiter aus, dass eine Anwohnerin in ihrer Verzweiflung bereits ihr Schlaflager im Flur ihrer Wohnung aufgeschlagen hat, der kaum größer als die Matratze ist.

Meine Beurteilung der Situation formulierte ich am Ende meiner Eingabe: Hier versagen Behörden wie Stadtplanung und Polizei und erst Recht die Verkehrsbetriebe LVB auf ganzer Linie.

Die Reaktion der Verkehrsbetriebe in Kurzfassung: Die Pkw der Anwohner sind schuld. Originalton LVB: „...Seit Samstag kommt es, trotz frühzeitiger Beschilderung, immer wieder vor, dass Falschparker den Umleitungsverkehr behindern und ggf. abgeschleppt werden müssen. Die Umleitungsführung ist notwendig, damit die Busse die zahlreichen Fahrgäste an ihre Ziele bringen können. Alternative und andere sinnvolle Umleitungswege sind nicht vorhanden...“.

Meine Antwort: Wo ein Wille ist auch der richtige Weg.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                 Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

(Peter Jamin)


 


 

Leipzig
Verkehrsbetriebe
Busse
Anwohner
Polizei
Pkw
Gohlis
Peter Jamin
Bothestraße

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Leipzig" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: