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Europawahl

Braucht die CDU die Alternative für Deutschland?

Erstmals erstarkte bei der Wahl des Europaparlaments eine konservative Partei rechts der Mitte. Eine halbe Million Wähler wanderte aus dem Lager der CDU in die Arme der AfD. Experten sehen darin keinen Ausrutscher, sondern ein massives Versäumnis der Union gegenüber dem äußeren Rand ihrer Stammwähler. Nun kritisiert auch der konservative Flügel die Ablehnung der Kanzlerin gegenüber einer Zusammenarbeit mit der AfD.

Kritik aus dem eigenen Lager

Kanzlerin Merkel schließt einen politischen Schulterschluss mit der eurokritischen AfD kategorisch aus. CDU-Politiker Christean Wagner erklärte gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Spiegel Online“, dass er eine solche Haltung für „töricht“ halte. Der Mitbegründer des Berliner Kreises und ehemalige Fraktionschef der hessischen CDU begründete diese Auffassung mit einer schwächelnden FDP. Es müsse jetzt darum gehen, der liberalen Partei auf die Beine zu helfen. Während dieser Zeit könne man sich einer Zusammenarbeit mit der AfD allerdings nicht verweigern. Man müsse Antworten darauf finden, wieso ein nicht geringer Teil der FDP- und CDU-Wähler zur AfD abgewandert ist.

Offenheit gegenüber neuen Koalitionsmöglichkeiten

Auch der Bundestagsabgeordnete Klaus-PeterWilsch halte eine künftige Koalition mit der AfD für möglich. Man müsse sich „nüchtern“ vergegenwärtigen, mit welcher Partei man die größte politische Schnittmenge teile. Das sei im Moment bei der AfD der Fall. AfD-Vorsitzender Bernd Lucke hatte sich erfreut über den Vorstoß gezeigt und den Vorschlag für Beteiligungen an Länderregierungen in die Diskussion eingebracht.

Die Kanzlerin gegen eine Zusammenarbeit

Trotz der lauter werdenden Stimmen aus dem eigenen Lager halte die Kanzlerin eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht für möglich. Auch in der Führungsriege der Union vertrat man diese Einstellung. Offen blieb allein die Frage, wie sich der Diskurs mit den eurokritischen Parteien in Zukunft gestalten solle.

In einer Vorstandssitzung am Montag veranschaulichte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier die Lage, indem er die Gebiete seines Bundeslandes aufzählte, in denen die AfD bei der Wahl besonders stark abgeschnitten hat. Damit habe man sich auseinanderzusetzen. Unionspolitiker wie Generalsekretär Peter Tauber gehen derweil davon aus, dass die AfD das Schicksal der Piraten teilen werden, die nach den guten Jahren 2011 und 2012 nicht mehr an ihre Erfolge anknüpfen konnten.

Bei der Europawahl verzeichnete die AfD ein Ergebnis von 7 Prozent. CDU und CSU kamen nach Verlusten auf 35,3 Prozent.

(Marco Heinrich)


 


 

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