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Mindestlohn

Praktikumsplätze durch Mindestlohn gefährdet

In der Debatte um den Mindestlohn melden Arbeitgeber- und Wirtschaftsvertreter der Union abermals massive Bedenken an. Sofern selbst Praktika von mehr als 6 Wochen mit 8,50 pro Stunde bezahlt werden müssen, könnten viele Plätze gestrichen werden.

Werden Praktika zu teuer?

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer warnt vor der aktuellen Form des Mindestlohns. Im Gespräch mit der „Wirtschaftswoche“ erklärt er, dass Unternehmen künftig weniger „Orientierungspraktika“ anbieten werden, da sie zu teuer sind. Ähnliches befürchte der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung Carsten Linneman. Da viele Unternehmen ihr Angebot „eindampfen müssen“, stünden weniger Plätze für Studenten zur Verfügung, die neben der theoretischen Ausbildung Praxiserfahrung sammeln wollen.

Darüber hinaus kritisierte Linnemann die Arbeitszeitkonten für Überstunden. Nach den neuen Gesetzen müssen sie innerhalb von zwölf Monaten ausgeglichen werden. Auf diese Weise solle verhindert werden, dass der neue Mindestlohn mit überlangen Arbeitszeiten untergraben wird. Die gültigen Tarifverträge zwischen den Arbeitgebern und den Gewerkschaften veranschlagen allerdings viel längere Zeiten.

Ende der Debatte verlangt

Der Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels der CDU Karl-Josef Laumann verlangte, dass die Debatte um den Mindestlohn enden müsse: „Das Buch Mindestlohn ist zu“ erklärte er im Gespräch mit dem „Focus“. Die Union müsse den Kompromiss zum Mindestlohn anerkennen und von einer weiteren Debatte wie bei der Rente absehen. Man könne nicht die Aufgaben von Regierung und Opposition gleichzeitig übernehmen.

Das Gesetz für eine stärkere Tarifautonomie wird am kommenden Donnerstag erstmals in einer Bundestagssitzung beraten.

Mindestlohn nicht nur schlecht

Einen anderen Standpunkt vertrat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Reinhard Marx. Er sei grundsätzlich für die Einführung eines Mindestlohns, bedeutete aber, dass ein solcher Schritt keine Arbeitsplätze kosten dürfe. Er schlägt vor, dass die Tarifparteien stärker eingezogen und Mindestlöhne branchenspezifisch geregelt werden. Auf dem Regensburger Katholikentag erklärte der gebürtige Münchner Kardinal weiter, dass man eventuelle Folgen des Mindestlohns absehen müsse, um negativen Entwicklungen gegenzusteuern.

(Marco Heinrich)


 


 

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