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Zinsen

14 Milliarden Euro Verluste – Sparen in Deutschland wird zur Geldentwertung

Die Zinsen befinden sich weiter im Sturzflug. Wegen der gleichzeitig steigenden Inflationsrate verliert das Vermögen deutscher Sparer de facto an Wert. Allein im letzten Jahr verloren private Anleger unglaubliche 14 Milliarden Euro. Im Institut für Wirtschaftsforschung spricht man bereits von einer „Geldentwertungsmaschine“.

Zinsen sinken besorgniserregend

Schätzungen der Postbank zufolge erleiden deutsche Sparer derzeit Vermögensverluste im zweistelligen Milliardenbereich. Bankeinlagen privater Haushalt haben im Jahr 2013 annähernd 14 Milliarden Euro an Wert eingebüßt. Experten sprechen in diesem Zusammenhang bereits von einer „Vermögensvernichtung“. Der Kopf der Postbank-Investment-Strategie Dr. Marco Bargel sieht die Gründe hierfür in sinkenden Zinsen und einer sehr hohen Inflationsrate. Langfristig sei damit zu rechnen, dass diese Entwicklung massive Schäden anrichten werde.

Ähnlich angespannt zeigte sich Konjunkturchef Kai Carstensen vom Institut für Wirtschaftsforschung. Im Gespräch mit der „Bild“ erklärte er letzte Woche, dass die geringen Zinsen „die größte Geldentwertungsmaschine seit Einführung des Euro“ seien. Ein Ende dieser Entwicklung könne in nächster Zeit nicht erwartet werden. Wie der Experte weiter erklärte, sollten sich Sparer auch in den nächsten zwei bis drei Jahren auf sehr geringe Zinssätze einstellen.

Massive Gefahren für Altersvorsorge

Der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Alexander Erdland, wandte sich mit scharfem Ton an die Europäische Zentralbank (EZB). Er forderte, dass der Leitzins unverzüglich wieder heraufgesetzt werden müsse. Geschehe dies nicht, werde mit gewaltigen Folgeproblemen wie riesigen Lücken in der Altersvorsorge zu rechnen sein. Dies sei ein unverhältnismäßig hoher Preis für die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Ähnlich äußerte sich Marco Bargel von der Postbank.

Auch die Banken haben immer stärker mit den niedrigen Zinsen zu kämpfen. Wie die Beratungsgesellschaft Ernest & Young jüngst mitteilte, müsse man in den nächsten Jahren mit weiter sinkenden Gewinnen der Institute rechnen. Hieran seien neben den Zinsen die Konjunkturschwäche, die Schuldenkrise und die schärferen Regulierungen verantwortlich.

(Marco Heinrich)


 


 

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