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Buchhaltung

UPDATE! Buchhaltung: Änderungen noch vor der Sommerpause

In den vergangenen Wochen haben wir Sie hier über die geplanten Änderungen in der Buchhaltung umfassend informiert. Jetzt hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ein Update der neuen Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) veröffentlicht, welches die Regelungen ganz leicht abschwächt.

Die wichtigste Neuerung ist, dass die neuen Vorschriften zunächst nur für buchführungspflichtige Unternehmen gelten sollen. Darüber hinaus wird derzeit erwartet, dass diese noch vor der Sommerpause in Kraft treten.

Wer ist buchführungspflichtig?

Die Buchführungspflicht eines Unternehmers kann sich aus mehreren gesetzlichen Grundlagen ergeben. Nach dem Handelsrecht und dem Steuerrecht, sind alle Unternehmer buchführungspflichtig, die nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) Kaufleute sind. Zu den buchführungspflichtigen Kaufleuten zählen die Formkaufleute, also sämtliche Kapitalgesellschaften wie bspw. die Unternehmergesellschaft (UG), die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder die Aktiengesellschaft (AG).Darüber hinaus zählen auch größere Land- und Forstwirte oder Handelsgesellschaften zu den buchführungspflichtigen Unternehmen. Im Einzelfall fallen aber auch Vereine unter die Buchhaltungspflicht.

Nicht buchführungspflichtig sind alle Freiberufler, da sie keine Kaufleute sind. Ebenso zählen kleinere Unternehmer zu den Nichtkaufleuten, wobei hier aber keine eindeutige Größen zur Abgrenzung existieren. Dafür macht das Steuerrecht, insbesondere die Abgabenordnung (AO), die Buchführungspflicht an Summen wie dem Gewinn und dem Umsatz fest. So sind alle diejenigen Unternehmen buchführungspflichtig, die mehr als 500.000 Euro Umsatz oder mehr als 50.000 Euro Gewinn pro Jahr erwirtschaften.

Welche Änderungen sieht der neue Entwurf des GoBD vor?

  • Die bisherige Bezugnahme auf alle Geschäftsvorfälle hinsichtlich der materiellen Ordnungsmäßigkeit der Bücher wurde mit Streichung des Wortes “alle” ganz leicht abgeschwächt.
  • Für die Erfassung von unbaren Geschäftsvorfällen gibt es eine Frist von zehn Tagen. Die entsprechende Textpassage wurde zwar umformuliert, das Ergebnis bleibt aber das Gleiche, wenn man die vorherige und jetzige Version vergleicht. Vorherige Version: „Länger als etwa zehn Tage darf ein unbarer Geschäftsvorfall grundsätzlich grundbuchmäßig nicht unerfasst bleiben.“ Jetzige Version: „Eine Erfassung von unbaren Geschäftsvorfällen innerhalb von zehn Tagen ist unbedenklich.“
  • Die bisherige Verschärfung, dass die Aufbewahrungsfrist des Anschaffungsbelegs  erst mit Ablauf der steuerlichen Nutzungsdauer beginnt, wurde gestrichen. Eine Aussage zur Dauer der Aufbewahrungsfrist des Anschaffungsbelegs wird jetzt nicht mehr getroffen.
  • Jeder Geschäftsvorfall muss komplett belegt, erfasst und verbucht werden. Welche Inhalte ein solcher Beleg haben muss, findet sich in den GoBD jetzt übersichtlich dargestellt. Ein Buchungstext ist zwar nicht mehr zwingend erforderlich, dafür aber eine hinreichende Erläuterung des Geschäftsvorfalls vorgeschrieben.
  • Im Rahmen der Datenträgerüberlassung hat das BMF konkretisiert, dass eine Mitnahme des Datenträgers durch die Außenprüfungen nur in Abstimmung mit den Steuerpflichtigen. erfolgen soll.

Fazit

Die Wirtschaft und verschiedene Verbände fordern eine Modernisierung der Regeln zur digitalen Buchführung angesichts der schnellen Entwicklung in den letzten Jahren seit langem. Allerdings können sie sich mit dem jetzigen Entwurf auch noch nicht so recht anfreunden. Grund dafür ist zum Beispiel, dass die Finanzbehörde vom Steuerpflichtigen verlangen kann, dass dieser auf seine Kosten die aufzubewahrenden, elektronischen Unterlagen ganz oder teilweise ausdruckt. Darüber hinaus wird nach wie vor das Fehlen von Übergangsfristen heftig kritisiert. So teilte die Deutsche Kreditwirtschaft in einem Schreiben am 15.04.2014 mit, dass die Unternehmen mehr Zeit bräuchten, um auf die Anforderungen des GoBD zu reagieren.

Unser Tipp: Fangen Sie bereits heute an, sich Gedanken über die Archivierung Ihrer Geschäftsvorgänge zu machen. Auf Wunsch stehen wir dazu im Rahmen einer kostenfreien Beratungsstunde gerne zur Verfügung – bitte sprechen Sie uns einfach an. Über die aktuellen Entwicklungen zum GoBD werden wir Sie ebenfalls auf dem Laufenden halten.

(Steffen Ehlert)


 


 

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Buchhaltung
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GoBD
Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern Aufbewahrungspflichten
Steffen Ehlert
vorbereitende Buchhaltung
Buchführungspflichtige Unternehmen

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