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Glosse

Wie man Netzwerken so richtig falsch versteht.

Richtig betriebenes Netzwerken ist eine hervorragende Gelegenheit, die eigenen Kontakt- und Kunden-Basis zu vergrößern. Man kann sich aber auch nachhaltig und endgültig als Nassauer und Unsympath positionieren.

Aus verschiedenen Erlebnissen darf ich mal folgende Anleitung zusammen komprimieren:

  • Kostenlose Kennenlern-Veranstaltungen bis zum Hausverbot ausreizen. Schließlich können diese Netzwerke froh sein, dass man überhaupt erscheint.
  • Visitenkarten verteilen, bevor man seine Jacke ausgezogen hat. Kann ja sein, dass man als Frühstücks-Schmarotzer wiedererkannt wird und direkt vor die Tür gesetzt wird. 
  • An der Garderobe andere Teilnehmer mit „Jetzt sagen Sie bloß nicht, dass Sie kein Coach sind, hahaha!“ ansprechen.
  • Nur Visitenkarten verteilen, die kryptisch-esoterisch das eigene Wirkungsgebiet verschleiern. Konkrete Begriffe lassen einen nur durchschaubar erscheinen. 
  • Fragen nach dem eigenen Unternehmen, die durch die Verwirrungs-Visitenkarten entstehen, ausweichend und aggressiv beantworten. Wer von den Anwesenden die eigene Mission immer noch nicht verstanden hat, ist es auch nicht wert, als zukünftiger Kunde behandelt zu werden.
  • Die Zeitvorgaben der Vorstellungsrunde, die sich ungefähr an der Dauer eines Elevator-Pitches orientieren, als kleingeistig abtun und um das zehnfache überziehen. Ordnungsrufe der Moderatoren einfach überbrüllen. 
  • Habe ich schon das unangebrachte Verteilen von Visitenkarten erwähnt? 
  • Die Kurz-Vorstellungen der anderen Teilnehmer durch Essgeräusche oder zynische Zwischenfragen stören. Unmotiviertes Loslachen beendet das exhibitionistische Plappern dieser unerwünschten Mitbewerber dann endgültig.
  • Eventuelle Wochen-Bilanzen zum Lobgesang auf die eigenen Erfolge und Genialität umfunktionieren. Zeitvorgaben um das fünfzehnfache überziehen. Zwischenfrager als Neider und Loser bezichtigen. 
  • Die Tischnachbarin zur Linken mit „Ah, Sie sind kreativ unterwegs? Soll ich die Bedienung nach Buntstiften und was zum Ausmalen fragen?“ vergraulen.
  • Den Herrn im Anzug rechts mit „Soso, Change Management machen Sie. Dann können Sie ja mein Wechselgeld sortieren, verstehen Sie? Change! Wechselgeld! hahaha!“ brüskieren.
  • Visitenkarten verteilen. Angebotene Visitenkarten ablehnen. Oder als Zahnstocher benutzen.
  • Im abschliessendem Gewusel an der Kasse vorbei mogeln. Wahre Profis schaffen es auch noch irgendwie, einen Bewirtungsbeleg über eine dreistellige Summe für das Finanzamt zu erheischen.
  • Visitenkarten und Flyer unter die Scheibenwischer der Autos der Teilnehmer stecken.
  • Auf Neukunden warten.

(Jörg Hüttmann)


 


 

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