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Haspa Hamburg Marathon 2014

Geht Werbung für Laufzubehör an der Zielgruppe vorbei?

An wen richten sich die Hochglanz-Lifestyle-Anzeigen der hippen Laufartikel-Hersteller?

Frisch geduscht sitze ich am Computer und mache mir Gedanken über den heutigen Haspa-Hamburg-Marathon. Ich habe eine Finisher-Medaille mit nach Hause gebracht, bin aber mit der Zeit um fünf Stunden unzufrieden. Aber halb so schlimm, schließlich gehöre ich auch nicht mehr zu den Jüngsten. Doch ist das eine adäquate Ausrede? Wenn ich mich genau erinnere, gehörten die meisten Läufer zu der Altersgruppe von 30 bis 50 Jahren. Und da sind so einige flott an mir vorbeigerauscht.

Nun schlage ich mal direkt die Werbe-Beilagen im Läufer-Beutel auf und stelle mit Erstaunen fest, dass die Models in der Regel maximal 25 Jahre alt sind, GNTM-Figuren haben und verdächtig vor sich hinlächeln. Von dieser Kategorie Läufer habe ich höchstens fünf gesehen, die schauten aber ziemlich verbissen drein, wenn wieder 45-jährige elegant an Ihnen vorbeizogen. Zwar entsprach das Erscheinungsbild der Überholer nicht den gängigen Werbe-Klischees, das tat aber dem energiesparenden und kontinuierlichen Laufstil keinen Abbruch.

Da gab es Frauen, die bei einer Körpergröße von ca. 170 cm vielleicht nach den Kategorien üblicher Glamour-Postillen ein paar Pfunde zu viel dabei hatten, aber bewundernswert die Strecke von 42,195 Kilometern besiegten. Oder ältere Männer, die wie eine Nähmaschine liefen und sich keinen Kopf über das kleine Wohlstandsbäuchlein machten. Jeder dieser Finisher war hervorragend ausgestattet, hochwertige Lauftextilien, Lauf-Computer oder Getränke-Gürtel bekannter Premium-Hersteller begleiteten ihren Marathon-Vormittag.

Nun haben sich diese solventen Menschen Ihr Laufzubehör wohl nicht wegen sondern trotz der hinlänglich bekannten Werbe-Stereotypen zugelegt. Die großen Laufbedarfs-Filialisten rekrutieren Ihr Verkaufs-Personal auch aus der U20-Altersgruppe. Ich bewundere den Mut und die Durchsetzungsfähigkeit dieser Käufer, sich von der Reklame und dem süffisanten Lächeln der Verkäufer nicht ins Bockshorn jagen zu lassen.

Doch sollten sich die Marketing-Verantwortlichen der Laufartikel-Hersteller vielleicht mal die großen Startblöcke mit den Ü30-, Ü40- und Ü50-Läufern anschauen. Dort steckt das Potential. Und dann mal die Werbeagenturen entsprechend briefen.

Nur so ein Gedanke nach dem Duschen.

(Jörg Hüttmann)


 


 

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