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Interview

„Scheitern schadet nur dem Ego“ – Interview mit Top-Speaker Hermann Scherer

Hermann Scherer, Business-Coach der DAX-Konzerne, sprach anlässlich seiner exklusiven M-POINT-Vortragsveranstaltung am 22.11. mit Business-On über die Universalität von Excellence, Chancen die sich aus dem Scheitern ergeben und die Notwendigkeit, die eigene Qualität auch überzeugend verkaufen zu können.

Business-On: Herr Scherer, Sie werden sich am 22. November im Rahmen eines Vortrags in Hamburg hauptsächlich an Mittelständler wenden. Unter diesen Gästen sind sehr viele Mitglieder des Unternehmernetzwerks M-POINT. Sagen Sie denen etwas anderes als den DAX-Vorständen?

Hermann Scherer: Nein. Ich sage M-POINTlern nichts anderes als DAX-Vorständen. Ich versuche meine Inhalte ubiquitär zu halten, für jedermann gültig und richtig zu formulieren. Es mag sein, dass die Beispiele ein wenig anders sind, letztendlich liegen dem Streben nach Excellence und Chancen Mechanismen zugrunde, die für alle gelten.

Business-On: Haben es Ihrer Erfahrung nach Mittelständler und Einzelunternehmer eher schwerer oder leichter, sich auf ihre Excellence zu fokussieren?

Hermann Scherer: Eigentlich beides, ich glaube aber eher leichter. Ähnlich einem Schnellboot ist ein Mittelständler oder Einzelunternehmer manövrierfähiger, er kann schneller Kurskorrekturen durchführen und deren Wirkung kurzfristiger analysieren und fokussieren. Ein Konzern braucht länger, hat aber natürlich auch wesentlich mehr Hubraum und eine größere Mannschaft, um Fahrt in die neue Richtung aufzunehmen.

Business-On: Wie lange haben Sie nach Ihrer eigenen Excellence gesucht?

Hermann Scherer: Die Frage impliziert ja, dass ich meine Excellence schon gefunden hätte. Und dem widerspreche ich. Ich glaube, dass Excellence kein Zustand ist, der sich zu einem bestimmten Zeitpunkt einstellt. Man hat sicherlich seine Qualitäten, aber Excellence liegt darin begründet, dass sie nie erreicht, aber täglich angestrebt wird.

Business-On: Lassen Sie mich die Frage umformulieren: Wann haben Sie gemerkt, dass Sie sich auf die Suche nach Ihrer Excellence begeben müssen?

Hermann Scherer: Ich gebe ja gerne polarisierende Antworten: Ich glaube, das merkt jeder Mensch sofort, wenn er scheitert.

Business-On: Scheitern hat ja in Deutschland noch immer keinen besonders guten Ruf, haben Sie da in anderen Ländern konstruktivere Bewertungen kennenlernen können?

Hermann Scherer: Natürlich kratzen Misserfolge am Ego. Wir scheitern alle nicht gern. Aber letztlich bedeutet diese Erfahrung doch nur, dass eine Strategie nicht funktioniert hat. Amerikaner sehen, dass sie schon wieder einen Schritt weiter sind und ändern dann einfach die Strategie, Deutsche ändern gerne ihre Ansprüche.

Business-On: Wenn Sie jungen Existenzgründern nur einen einzigen Satz sagen könnten, welcher wäre das?

Hermann Scherer: Ergebnisrelevante PS auf die Straße bringen.

Business-On: Es reicht also nicht, gut zu sein, man muss es auch kommunizieren können?

Hermann Scherer: Das Kommunizieren reicht auch noch nicht. Ich sehe täglich dutzende Leute scheitern, die wirklich gut sind. Aber sie beschäftigen sich nur mit ihrer Qualität und nicht damit, diese zu verkaufen. Ein anderer passender Satz wäre: Leistung wird erst dann zum Wert, wenn sie verkauft ist.

Business-On: Herr Scherer, kann man zu viel netzwerken?

Hermann Scherer: Klar, sogar viel zu viel. Die meisten „Netzwerker“ verwechseln nämlich Netzwerken damit, sich mal nett zu treffen und Kaffee zu trinken. Ich hätte in den letzten drei Jahren bestimmt 3.000 Netzwerktreffen wahrnehmen können und wäre schließlich am Kaffee-Konsum gestorben. Für mich ist Netzwerken das Antizipieren von Menschen und Gelegenheiten. Daher schätze ich M-POINT sehr, da dort die Mitglieder das Netzwerken besonders fokussiert angehen. Und dabei auch sehr viel Wert auf die Unternehmensentwicklung legen.

Business-On: Wenn Sie nicht als Trainer, Speaker, Coach und Buchautor unterwegs wären, was würden Sie stattdessen als sinnvolle Berufung sehen?

Hermann Scherer: Ich wäre gern Fotograf. Nächstes Jahr bringe ich ein Buch mit Fotografien heraus, leider sind nur die Texte von mir. Aber dieses Buch ist schon mal der erste Schritt in Richtung Fotograf.

Business-On: Herr Scherer, wir danken Ihnen sehr für dieses Interview und freuen uns, Sie am 22.11. 2014 als Speaker in Ihrem Element erleben zu können!

(Jörg Hüttmann)


 


 

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